Wissenschaft des tages

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir alle schon einmal materje in der hand gehalten haben, die aus einer anderen galaxie stammt… aber achtung, dieses steile postulat ist das ergebnis von kompjutersimulazjonen, und zurzeit ist meiner meinung nach viel zu wenig über den kosmos bekannt, als dass man derart weitreichende aussagen machen könnte. Zum beispiel weiß zurzeit niemand, was die expansjon des universums beschleunigt und ob diese beschleunigung zeitlich und räumlich konstant ist. In die kompjutersimulazjon gingen natürlich viele annahmen ein, und schließlich musste das so entstandene modell noch „ein bisschen“ vereinfacht werden, um überhaupt mit einer rechenmaschine behandelbar zu sein, die ein bisschen kleiner als die simulierten galaxien ist. Langfristige effekte in komplexen systemen — wie etwa die entwicklung eines intergalaktischen materjeaustausches — sind zurzeit für menschen nicht einmal in leidlich seriösen näherungen erfassbar (was niemanden vom simulieren abhalten sollte). Es ist ja nicht einmal möglich, auf grundlage einer berechnung eine halbwegs zuverlässige vorhersage zu machen, wie das irdische wetter in fünf tagen sein wird, obwohl die vorgänge in der erdatmosfäre deutlich besser verstanden werden als die vorgänge im universum…

(Die annahme, dass supernovae materje so stark beschleunigen können, dass die fluchtgeschwindigkeit einer galaxie erreicht wird, halte ich übrigens für zutreffend.)

Ach, es ist ja sommerloch und die jornalisten brauchen köder, um leser zur reklame zu locken, ich vergaß es völlig… 😀

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Eine Antwort zu “Wissenschaft des tages

  1. Derweil liegen am Südpol noch gefüllte Datenträger eines Radioteleskops bereit, die darauf warten, per Flugzeug nach Massachusetts gebracht und VLBI-korreliert zu werden. Soll wohl im September geschehen, wenn das Wetter solche Flüge erlaubt. Die Aufzeichnungen sind bereits im April durchgeführt worden. Und deswegen wird die interessierte Öffentlichkeit auf das Jahresende vertröstet, bevor es hoffentlich brauchbare Aufnahmen der Umgebung des Gravitationszentrums der Milchstraße zu bewundern gibt. Bis vor ein paar Wochen war die Webseite des EHT eher eine Karteileiche. Mittlerweile ist sie neu aufgesetzt worden, aus dem Harvard-Baukasten. Hoffentlich heißt dass, das die Projektmitglieder mit echter Forschung beschäftigt sind…

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