Smartdingens des tages

Bis eben wusste ich gar nicht, dass es „smartwatches“ für kinder (oder genauer: für überwachungswütige eltern) gibt, aber als ich eben auf golem davon erfuhr, entsprach der datenschutz bei diesen dingern völlig meinem vorurteil:

Smartwatches für Kinder sollen den Eltern Sicherheit vermitteln. Doch mehrere Geräte weisen nach Angaben norwegischer Verbraucherschützer gravierende Sicherheitsmängel auf, die eine Ausspähung der Kinder durch Fremde ermöglichen können

Erfüllt sozusagen zwei wünsche auf einmal: die von kinderfickern und die von datensammlern. Und das alles, weil eltern dumm und ängstlich sind und deshalb so ein schlangenöl mit peilwanzenfunkzjon und lebensverdatung kaufen, das ihnen zur abwehr ihrer angst angeboten wird.

Wenn ich nur daran denke, mit was für augen heutige jugendliche anschauen können, wenn sie mitbekommen, dass ich meinen rd. sieben kilometer langen schulweg als zehnjähriger allein zu fuß und mit dem nahverkehr zurückgelegt habe — und nicht von jemanden hingefahren und wieder abgeholt wurde. Das klingt für die wie eine erzählung aus einer fremden welt. Kein wunder, dass die so von kinderknasteltern durch unterdrückung jeglicher entwicklungsanreize an ihrer entwicklung gehinderten menschen völlig unselbstständig sind, sich in der ständigen abwehr ihrer von kleinauf eingetrichterten angst üben müssen und — mindestens latent — faschistische ideen gar nicht so schlecht finden. 😦

Danke!

Es hat Stefan Niggemeier sicher keinen spaß bereitet, diesen Philipp Welte vom burda-verlag zu transkribieren, wenn er uns allen den unterschied zwischen fäjhknjuhs und richtigem burda-jornalismus erklärt und dafür sogar noch einen applaus von der pressemachenden und presseverblendeten meute einsammelt.

Leider ist „übermedien“ so eine angelegenheit von jornalisten, und die sind manchmal ein bisschen deppert und halten deshalb nichts davon, dass ihre texte in diesem interwebdingens zitierfähig und belegbar sind, sondern stecken sie nach ein paar tagen hinter eine bezahlmauer, so dass man sie nicht mehr lesen kann. Deshalb hier noch eine dauerhaft archivierte versjon des artikels.