3 Antworten zu “Datenschutz des tages

  1. Was ist denn so gefährlich an der DSGVO (insbesondere für kleine Seiten ohne viel Kohle für Anwälte?), dass so viele ihre Seite dicht machen?
    Ernst gemeinte Frage, denn wenn das wirklich so gefährlich ist, dann muss ich vielleicht auch den Stecker ziehen.

    • Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht.

      Nichts in der DSGVO kommt mir „schlimmer“ vor als die vorherige BRD-regelung. Ich habe schon immer eine datenschutzerklärung gehabt, ich habe schon immer darauf geachtet, möglichst wenig daten dauerhaft zu speichern, wenn sie gar nicht benötigt werden. Ein weitgehendes auskunftsrecht gab es in der BRD auch schon immer — und in anderthalb jahrzehnten hat niemand davon gebrauch gemacht. Das einzige, was sich jetzt geändert hat, ist ein strafmaß. (Übrigens achte ich auch schon immer darauf, keine menschen zu fotografieren und wünsche seit sehr langer zeit auch selbst, nicht fotografiert zu werden.) Einige dinge sind jetzt etwas schärfer, aber nicht in ihrem kern geändert. Und es gibt jetzt strafzahlungen, bei denen mitmensch scheißjornalist immer den einschüchternden höchstbetrag nennt, damit die menschen beim genuss der schlagzeilen auch schön kirre angst kriegen.

      Vieles ist im moment nur hirnlose panik. Mir sind einige alte webseits bekannt, die geschlossen haben, statische webseits, wo nur eine logdatei vom sörverchen weggeschrieben wird und wo sich eine datenschutzerklärung in einem kurzen absatz schreibt. Keiner hat jemals ein problem mit logdateien gehabt. Eigentlich ist die datenschutzerklärung, die dafür erforderlich ist, schwachsinnig. Das problem, das menschen haben, ist seit-übergreifende verdatung durch unternehmen ohne seriöses geschäftsmodell (S/M-seits, scheißwerber, scheißjornalisten). Ich glaube nicht, dass dieser wahnsinn aufhören wird. Aber es heißt ja auch datenschutzgesetz, nicht menschenschutzgesetz.

      Viele kommerzjelle projekte ohne großen umsatz sind jetzt weg. Da empfinden menschen die jetzt mögliche abstrafung als existenzjell gefährlich. Das gilt auch für viele der blogs, die bei Enno Park verlinkt wurden.

      Das schlimmste sind die webforen, die geschlossen wurden. Noch mehr kommunikazjon, die letztlich zur gruppenstruktur vom fratzenbuch wandert.

      Mal schauen, wann guhgell einen wegen der gängelung mit ändräut reingewürgt kriegt. (Die nutzung des funkzjonsumfanges gekaufter geräte von einem zwangskonto bei guhgell abhängig zu machen, geht nach DSGVO nicht mehr.) Das würde mich wirklich freuen… und es wäre überfällig. Allerdings wäre es mir lieber gewesen, dass die menschen so eine stinkende scheiße gar nicht erst kaufen. Leider kaufen die menschen sogar abhörmikrofone für ihr wahnzimmer, wenn sie ihnen angeboten werden. An den dummen ist jedes freiheitsrecht verschwendet!

      Das leistungsschutzrecht als lobbyistisch-kryptokratisches standesprivileg für verlagsmilljardäre war in meinen augen viel, viel schlimmer, und ich bin alles in allem ganz froh, dass die horde der scheißverleger unter ihrem leithammel springer-verlach so gierig in richtung guhgell schaut, dass noch niemand gesehen hat, wie viele groschen von kleinen bloggern zu holen wären. Aber wenn die verzweiflung bei den scheißpresseverlegern weiter um sich frisst, wird es schon noch kommen. Wie das äußerst unklar formulierte gesetz dann auszulegen ist, werden jahrelang gerichte entscheiden. Da sieht die DSVGO viel besser aus.

      Schade nur, dass sie nicht die anlasslose menschenüberwachung des staates illegal macht.

      • Danke für die Antwort!

        Jo, nen Datenschutzhinweis habe ich auch schon länger und speichere auch so wenig Daten wie möglich, so kann man auch Anonym bei mir kommentieren und eine Email-Addy frage ich erst gar nicht ab – insofern ist das Auskunftsrecht auch etwas Kokolores, denn eine eindeutige und überprüfbare Zuordnung zu realen Personen ist so kaum gegeben und unterliegt, wenn überhaupt dem ISP des jeweiligen Besuchers anhand der zugeteilten IP-Adresse zu einem Anschluss zu einer gegebenen Zeit und selbst da wird es schwierig, wenn mehrere Personen im Haushalt den Anschluss nutzen. Ich wüsste jetzt nicht wie ich nachprüfen sollte wem ich genau welche Auskunft erteilen dürfte.

        Den Datenschutzhinweis werde ich aber in den nächsten Tagen nochmals überarbeiten und ggf. an die DSGVO anpassen. Hier hab ich eine brauchbare aber recht umfangreiche Vorlage gefunden, die mir auch keinen Copyright-Hinweis aufnötigt (so wie die von Heise verlinkte LOL!).

        Photographieren lasse ich mich auch schon lange nicht mehr. Als ich zu Besuch bei meiner Schwester war, waren da auch ihre Kinder (jugendlichen) und als die Kids dann anfingen ihre Smarties auszupacken, war es für mich an der Zeit zu gehen und sagte in die Runde: „Ich muss jetzt weg hier, sonst werd ich noch geknipst und lande in der Bilderkennung vom Fratzenbuch und deren Schlapphüten!“ – kapiert hat das niemand dort, was mir aber auch egal war 😉

        Es wird aber auch im öffentlichen Raum immer schlimmer mit der Überwachung. So zum Beispiel wurden hier in der Stadt Überwachungskameras mit KI-Mustererkennung montiert (gab es sogar ein Bericht bei Heise darüber). Alle reden über Bayern mit ihrem Polizeigesetz, dabei ist das Bonzen-Ländle Baden-Württemberg noch etwas weiter vorne dabei, mit der ganzen Scheiße :/

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