Diese „rechtschreibreform“ geht an uns vorbei…

Möglich, aber orthografisch und grammatisch nach dem aktuellen amtlichen Regelwerk nicht normgerecht, sind auch sogenannte Gender-Sternchen (Lehrer*innen) oder Schrägstriche (Lehrer/in) sowie die X-Form (Dix Studierx)

Aber keine sorge, der irrsinn wird von höheren töchtern und akademikerinnen mit trollfeministischem hintergrund immer und immer wieder im namen der gerechtigkeit vorgelegt werden, bis er im duden steht. Und dann wird er durchgesetzt. Ganz so, als wäre die gegenwärtige ortografie der deutschen sprache noch nicht unregelmäßig und gaga genug…

Jornalismus des tages

Habt ihr sicherlich auch mitbekommen: dieses NASA-marsauto hat auf der marsoberfläche erstmals komplexere kohlenstoffverbindungen (so genannte organische verbindungen) gefunden, und die NASA hat da auch gleich eine presseerklärung rausgerotzt, eine stunde juhtjuhbb befüllt und ständig und immer wieder davon gelabert, dass es sich um ein indiz handele, dass es einmal leben auf dem mars gegeben haben könnte. Und die scheißjornalisten im sommerloch haben diese vorlage dankbar abgeschrieben, ohne auch nur die spur eigener reschersche oder gar eigener gedanken anzufügen.

Ich wills mal so sagen: auch auf dem mars fallen immer wieder einmal steine vom himmel. Darunter zum beispiel auch kohlige chondriten. Die sind zwar recht selten, aber enthalten dafür ein bisschen komplexere kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen (und sogar ein bisschen zeugs, das älter als unser sonnensystem zu sein scheint). Und über einen zeitraum von rd. vier milljarden jahren läppert sich das ganz ordentlich. Das gesamte heutige wasser der erde scheint zum beispiel auf meteoriten zurückzugehen, weil die erde in ihrer „heißen fase“ das ursprüngliche wasser verloren haben wird, und die erdoberfläche ist ja doch ganz ordentlich mit dem nassen zeugs bedeckt.

Darüber hinaus enthalten kometenkerne eine menge kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen aller art, und zwar so viel, dass die sie so schwarz sind, dass sie kaum licht reflektieren. Und auch davon müssen im laufe der jahrmilljarden mal ein paar auf dem mars geprasselt sein.

Was passiert, wenn kohlenstoff in sauerstoffarmer atmosfäre (also so wie auf dem mars oder auf der frühen erde) verfügbar ist, etwas wasser da ist (also so, wie es auf dem frühen mars reichlich spuren hinterlassen hat) und ein bisschen beinahe beliebige energie dazukommt, kann man zum beispiel am Miller-Urey-experiment sehen: da schwimmen recht schnell ein paar aminosäuren auf den pfützen.

Ganz ohne, dass irgendwelche marsbakterien beteiligt waren. Und nicht durch irgendeinen uns unbekannten vorgang. Die von der NASA nahegelegte deutung ist also mehr als nur ein bisschen bullschittig; und bei den ideen, dass von diesen möglichen marsmikroben aus einer feuchteren vergangenheit sogar noch welche leben könnten, geht es (so sehr ich mir so einen fund wünschen würde) in die haltlose spekulazjon. Ein mensch mit ganz gewöhnlicher allgemeinbildung (biologie und chemie auf abiturniewoh) — also jemand anders als ein jornalist — hätte das nicht nur bemerken können, sondern bemerken müssen.

Ein lob von mir geht allerdings an golem. Dort erfuhren die spektakulären PResseerklärungstexte der NASA eine angemessene und nötige relativierung:

Absichtlich irreführende Formulierungen wie „altes organisches Material“ lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe [sic!] werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden […] Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor

Geht doch! 😉

Ach ja, ist ja auch golem, also ein jornalistisches produkt eher so aus der zweiten reihe ohne den ganz großen presseapparat dahinter. Schon übel, wenn dort sauberer und aufklärerischer gearbeitet wird als von den springers, burdas, bertelsmännern, spiegeln, gruner-und-jahrs, madsäcken und sonstigen contentindustriellen jornalistiksimulazjonen auf der suche nach wirksamer clickbait.

Und nein, die arbeiten bei anderen temen auch nicht sorgfältiger. Immer, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen auskenne — ich bin wahrlich kein experte für chemie, astronomie oder gar exobiologie, sondern habe nur kenntnisse auf elementarem niewoh, die ich für grundbildung halte — stelle ich fest, wie schäbig, schlampig, rescherschefrei, kenntnislos und unreflektiert die scheißpresse arbeitet. Die annahme, dass das besser wäre, wenn ich mich einmal irgendwo einmal nicht auskenne, wäre eine sehr dumme annahme.

Tatsächlich ist es bei temen mit etwas unklarer oder schwer zugänglicher faktenlage — also politik, wirtschaft, medizin und wissenschaft — vermutlich sehr oft eine ganz gute annahme, dass die wirklichkeit genau andersrum als in der scheißpresse beschrieben ist, denn so ist es immer, wenn ich es selbst bemerken kann. Aber bitte nicht von einer lügenpresse sprechen, denn das ist pfui und nazi… :mrgreen:

Datenschutz des tages

Die Bundesregierung hat deutlich gemacht, dass sie die Einbußen für die Werbewirtschaft möglichst gering halten will […] Das heißt, der Ministerrat solle im Artikel 8 genau das Gegenteil von dem beschließen, was das Parlament verlangt […] Beim Datenschutz dürfe man „das Funktionieren der digitalen Wirtschaft nicht aus dem Auge verlieren“

Müsst ihr verstehen, der gerade erst durch EU-recht verschärfte datenschutz soll euch vor eurem kleingartenverein, eurem arzt, eurem sportverein, den von euch benutzten webforen, den von euch gelesenen blogs, privat betriebenen webseits und dergleichen schützen, aber nicht vor dem stalking durch stinkende pressewebseits und hirnverschissen-herzvergammelten professjonellen scheißlügnern, also werbern. Fühlt euch von eurer scheißregierung auch weiterhin schön datengeschützt. Und jetzt noch einen DSGVO-zettel unterschreiben.

Auch in zukunft viel spaß beim wählen! Vielleicht ändert sich ja etwas… 😦