3 Antworten zu “Kurz verlinkt

  1. Tja, BRDDR halt. Als die DDR noch eigenständig war, bekam man als staatskritischer Künstler schon mal Berufsverbot, wanderte in den Knast wenn man weiter machte, oder wurde gar zur Migration / Ausreise gezwungen.

    Und wer kann etwas dagegen machen – etwa dieser Fefe – wenn doch alles mit „rechten“ Dingen zugeht und selbst das heilige Verfassungsgericht schon alles brüderlich abgesegnet hat??

    Ich bin ja mal gespannt….. ein Hoch auf den Rechtsstaat – vor allem dem Staat, dem das Recht das für den Bürger gilt am Arsch vorbei geht (Stichpunkt Vertrag zu lasten Dritter BGB usw.)!

  2. Nun ja, ich würde den Ball etwas flacher spielen. Denn wenn man mal von neuer moderner Technik absieht, ist das vergleichbar mit den Hürden, die man früher hatte, überhaupt in dem Ausmaß wie heute senden zu können.

    Wie teuer war Fernseh machen? Später immer noch schwierig, Radio gab es hier und da Rebellen, erreichten aber meist wegen Sendeleistung nicht soviel wie gewünscht.

    Man muss beruflich dabei auch noch ungebunden sein können. Heute durch die „Demokratisierung“ der Mediennutzung und Content-Verbreitung sind die Möglichkeiten andere. Insbesondere weil diese Verbreitung sich durch finanzielle Vorteilsmitnahme auch selbst tragen kann. Man muss kein großes Magazin mehr sein um Reklameeinnahmen generieren zu können. Hobby-Gamer, Stricklisl, unterhaltsamer Untergangsprophet oder hyperparanoider Politblogger… List never ends …
    Heute kann das halt „Jeder“ erreichen. Das bedeutet aber auch Macht für diese Individuuen, die mißbraucht werden kann.
    Der Staat ist auch und zum Glück Ordnungsmacht. Dazu gehört das systematische Ordnen der Rechtsbeziehungen auch in neuen Rechts-Räumen, auch im Internet, im virtuellen Raum.

    Vielleicht sollte man die Chance nicht übersehen, das irgendwann das Netz so organisiert sein könnte, wie der Straßenverkehr. Das wäre kein Internet-Wild-West mit dem Charme früherer Zeiten mehr, klar. Trotzdem wäre die Chance groß, das sich mehrere Layer von Subnetzen bilden, die gerade die Mehrheit, die das Netz so blöde macht, eben dieses primär auf SM und Co verbrächte.

    • […] Hürden, die man früher hatte, überhaupt in dem Ausmaß wie heute senden zu können

      Ich sende nicht. Ich strahle nix mit hohem aufwand ab. Ich habe so etwas wie ein öffentlich einsehbares buch irgendwo hingelegt, und wer mag, kann reinschauen. Das internetz ist kein rundfunk.

      Den vergleich mit einem illegalen und kriminalisierten piratensender weise ich zurück. Aber hej, man kanns ja mal versuchen… 🙂

      Insbesondere weil diese Verbreitung sich durch finanzielle Vorteilsmitnahme auch selbst tragen kann

      Ich nehme auch keine vorteile. Ich verdiene nix an der reklame, mit der wördpress punkt com dieses blog vergällt. Ich würde lieber wieder in der BRD auf einem sörver bloggen können, den ich selbst unter kontrolle habe.

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      Heute kann das halt „Jeder“ erreichen. Das bedeutet aber auch Macht für diese Individuuen, die mißbraucht werden kann

      Ich habe keine macht. Ich habe ein öffentlich lesbares buch ausgelegt, und manche lesen es, manche lesen es nicht. Macht haben andere.

      Der Staat ist auch und zum Glück Ordnungsmacht

      Das ist kein glück, und in letzter zeit ist es immer weniger glück.

      […] im virtuellen Raum

      Eine webseit ist nicht virtuell, sondern ein sehr konkreter gegenstand. Der raum, in dem sie aufscheint, ist so konkret, dass börsennotierte unternehmungen darin ordentlich reibach machen. Das einzige, was „virtuell“ ist, sind die bedrohungsszenarien, die den menschen in der propaganda vor augen gestellt werden, um die näxste einschränkung von menschenrechten zu „begründen“ und den widerstand dagegen zu brechen.

      […] das irgendwann das Netz so organisiert sein könnte, wie der Straßenverkehr

      Das wäre sinnlos. Es gibt dort keine staus auf begrenztem raum. Keine unfallgefahren. Keine notwendigkeit einer solchen regulierung. Nur p’litiker wollen immer stoppschilder.

      Trotzdem wäre die Chance groß, das sich mehrere Layer von Subnetzen bilden

      Das ist längst geschehen. Zum glück. Was noch fehlt (und ich habe nicht die muße, so etwas auszuarbeiten) sind völlig zensurresistente protokolle und völlig zensurresistente formen der dezentralen speicherung, ein „evernet“ sozusagen. Es wird sicherlich sofort verboten, wenn es da ist, aber es wird von jenen, die offenheit und freiheit lieben, sofort genutzt, obwohl es verboten ist. Der jornalismus wird stattdessen jeden tag über kinderporno, kriminalität und terrorismus schreiben, damit die menschen auch ja in erwünschtem maße verängstigt sind — und darunter die reklame für cocacola, betrugskompjuterauto, fratzenbuch und zwitscherchen.

      Es gibt keinen grund zur hoffnung. Aber es gibt grund, nicht den mund zu halten und nicht untätig zu sein.

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