„Vivy“ des tages

Problembewältigung mit dem texteditor und der ergänzung einer liste — ohne etwas am zustand zu ändern. Willkommen im „datenschutz“ des 21. jahrhunderts! Digital first, bedauern second!

Am heutigen Montagmorgen informierte Vivy seine Kunden nun per Mail über eine Aktualisierung seiner Datenschutzerklärung. Demnach gibt es nun eine Datenschutzerklärung für die eigene Website und eine andere speziell für die App. In der Datenschutzerklärung sind nun die monierten Tracker Mixpanel und Crashlytics aufgeführt […]

Da haben sie schön lange zusammengesessen, und irgendwann kam ihnen die rettende idee: einfach in die datenschutzerklärung reinschreiben, dass externe träcker mit datenhaltung in den USA verwendet werden, und schon ist alles wieder in ordnung. Also juristisch jetzt… und die bleiwüste liest ja zum glück kaum jemand.

Warum die das nicht gleich so gemacht haben, sondern erst einmal auch ihre aufmerksamen kunden mit einem behaupteten datenschutzniewoh verblendeten, dass sie gar nicht erfüllten und auch gar nicht erfüllen wollten, bleibt natürlich das sahnige geheimnis von leuten, die mit einer wischofon-äpp namens „vivy“ gesundheitsdaten für ärzte und krankenkassen einsammeln und auf „cloud“-sörvern von amazon speichern wollten. Und um die äpp zu machen, haben sie halt schnell etwas zusammengestöpselt und alles an träckingbiblioteken dringelassen, was in den komponenten drin war. Instabug zum beispiel, eine bibliotek für die fehlersuche in äpps, die mal eben den gesamten von einer äpp belegten speicher nebst einer genauen dokumentazjon jedes wischers, jedes täpps und jedes geräusches in der umgebung [!!!] in irgendeine „cloud“ hochladen kann. [Sorry, der link geht zu kristian köhntopp bei guhgell doppelplusgut, es wäre mir lieber, der würde noch wie früher sein eigenes blog betreiben.] Hej, sind ja nur gesundheitsdaten, die mit einem schnell zusammengeklöppelten dingens fürs wischfon erfasst werden, was kann da schon schiefgehen?

Wenn ich bei einer krankenkasse krankenversichert wäre, die auch nur versuchen würde, mir mit so einer grundrechtsverachtenden krüppelscheiße zu kommen, würde ich auf der stelle wegen unheilbaren vertrauensverlustes fristlos kündigen und dieser scheißkrankenversicherung meine gesamten kosten in rechnung stellen, die ich wegen dieser durch groben vertrauensbruch verursachten kündigung hätte. Ich glaube nicht, dass die sich unter diesen umständen eine klage trauen würden und bin mir deshalb sicher, dass die spätestens bei zustellung des mahnbescheides zahlen, statt ein gerichtsurteil darüber zu riskieren, ob ein hochladen von gesundheitsdaten auf die sörver von amazon und die verpestung der äpp durch diverse träcker zusammen mit einem verschweigen dieser tatsachen ein schwerer vertrauensbruch ist. Ich bin da — wohl gemerkt: als nichtjurist — sehr optimistisch, dass sich selbst die hamburger dunkelkammer¹ meiner auffassung anschließen würde.

Man kann natürlich auch schweigen, scheiße fressen und darauf warten, dass alles nur immer schlimmer und schlimmer und schlimmer wird…

Nur, wenn man sich den treibern der für dumm gehaltenen herde klar und entschieden entgegenstellt und ihnen nicht recht gibt, indem man sich so dumm verhält, wie sie es erwarten, kann sich die richtung überhaupt ein bisschen ändern. Und der einzige ort, an dem eure antreiber überhaupt noch etwas fühlen, ist das bankkonto, denn wenn sie auch nur minimalen anstand hätten, müsste man so weit gar nicht erst gehen. Ansonsten: viel spaß, ihr lemminge! Oh, guckt mal, die klippe da kommt immer näher!

Nicht daten sind der rohstoff der zukunft, dummheits ists. Sei kein datenbergwerk!

Windohs des tages

Wusstet ihr, dass meikrosoft seit windohs acht eine tastaturwanze in windohs verbaut hat?

Digital Life
Windows spioniert jeden Tastendruck aus, wenn dieses Feature aktiviert ist

[…] Auf meinem PC und in vielen Testfällen beinhaltete WaitList.dat einen Textextrakt jeder Dokumenten- oder Email-Datei im System, selbst wenn die Ursprungsdatei bereits gelöscht worden war […]

Gruß auch an die stadt münchen!

So so, probleme bei flixbus…

Abt.: manipulatives schreiben für jornalistische hirnfickanfänger

Ich habe es in meinem leben durchaus einige male geschafft, als bahnfahrer ein minütchen zu spät auf dem bahnsteig zu sein und… na ja, mich nach der näxsten möglichen verbindung umschauen und ein paar telefongespräche führen zu müssen. Ich wäre niemals auf die idee gekommen, der deutschen bahn die schuld daran zu geben, dass ich etwas stress und ärger habe, weil die züge pünktlich fahren und ich hoffe mal zur ehrenrettung der intelligenz von scheißjornalisten, dass auch kein scheißjornalist auf die idee gekommen wäre, dass hier ein verschulden der deutschen bahn vorliegt. Aber bei „flixbus“, da sehen scheißjornalisten in ihrem fadenscheinigen lesererziehungsdrang das alles ganz anders [archivversjon].

Hej, scheiß-taz! Ich mag „flixbus“ auch nicht, aber so ein plumpes pseudoobjektiv formuliertes bäsching käme nicht einmal aus mir heraus. Einschließlich solcher perlen der durchschaubaren manipulazjonskunst:

David Krebs, Pressesprecher des Unternehmens: „Die Busfahrer sind an den Fahrplan gebunden und angehalten, diesen streng einzuhalten.“ Aus „Respekt vor den anderen Fahrgästen“ müssten die Busse pünktlich weiterfahren. Was indes ist mit dem „Respekt“, wenn der Bus im Stau steht und die Reisenden ihre Anschlussbusse verpassen?

Klar, es gibt sowieso staus und vergleichbare unkalkulierbare verzögerungen, und deshalb kann man menschenbeförderungsklitsche einfach fahren, wann und wie man will, so dass niemand irgendeine spur von planungssicherheit hat, wenn er flixbus benutzen will. Ihr fäkaldenker bei der taz, ihr wollt wirklich, dass in so gedacht wird? Oder wollt ihr nur „antireklame“ machen?

Für wie doof haltet ihr eigentlich eure leser?!

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der forsche forscher an allen fronten der erkenntnis, hat sich mal die berichterstattung durch professjonelle reklameplatzvermarkter (so genannte jornalisten) bei lokalen temen näher angeschaut und eine feststellung gemacht, nach der die welt nicht mehr die gleiche ist:

Einer Studie zufolge berichten viele Lokalzeitungen zu unkritisch und scheuen sich vor Kommentierungen

Niemand, nein, wirklich niemand hätte damit rechnen können, dass lokalfischblätter nicht daran interessiert sind, ihre lokalen reklameplatzmieter zu verärgern. Und dementsprechend klingt der scheiß dann auch meist: wie abgeschriebene PResseerklärungen, wie wiederholung der reklame im redakzjonellen teil.

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!