Menschenverachtende polizeisprache des tages

Wie nennt man es mal, wenn ein autofahrer — mit warnschild „taxi“ auf dem dach, was erfahrene verkehrsteilnehmer als „henker“ lesen — eine verpeilte fußgängerin halb totfährt? Richtig:

Fußgängerin von Auto erfasst – Wer kann Hinweise geben?

Diese autos aber auch, die immer irgendwelche menschen erfassen! Die sind fast so gut wie die faustfeuerwaffen der polizei, mit denen man niemals schießt, sondern aus denen sich immer nur ein schuss löst.

Eine Antwort zu “Menschenverachtende polizeisprache des tages

  1. Na also unbeabsichtigt angefahren ist doch ein Unfall. Und Unfall ist doch passiv. Dann ist das doch richtig ausgedrückt!

    Man könnte jetzt sagen, das man meint, das Unfall nicht gilt, wenn jemand fahrlässig riskant fährt. Aber auch dann, hat er nicht absichtsvoll gehandelt, sondern nur den Fall in Kauf genommen. Allerdings mit der allgemein um sich greifenden Selbstüberschätzung verbunden, reden diese sich jederzeit ein, das sie das schon im Griff hätten.
    Ist das schon absichtsvolles Überfahren das man von aktiver, bewußter Tat sprechen kann?

    Primär ist die Gefährlichkeit des fahrlässigen Fahrens für andere ungeschützte schwächere Verkehrsteilnehmer ein Problem. Der Fahrer ist in seinem Panzer geschützt. Der Autofahrer wird zum Goliath. Darum stimmt der kritische Radler auch sofort immer dem David zu, der ja niemals einen Fehler machen könnte.

    Kategorisch ist immer der Große, der Dicke, der Kräftige schuld, der die Macht hat.

    Das es die kleinen garstigen Spinner auf Rädern und zu Fuß sind, die gerne nicht nur die Verkehrsregeln mit Füßen treten – pun intendet! – wird dabei völlig ignoriert.

    Genauso war das immer schon. Die kleinen frechen Spinner, die schon in der Schulzeit immer auf den großen Dicken stänkernd einwirkten – Die kleinen Garstigen müssen sich ja immer etwas beweisen. Der große geduldige Gutmütige braucht das nicht. Teilt erst aus, wenn ihm die Hutschnur platzt – zur Verwunderung der garstig-frechen Meute, nicht selten unter Applaus all derer, die die geistig-freche Meute gar nicht leiden können.

    Aus diesem emotionalen Kontext webt so mancher den Mythos, das der kleine immer Unschuldig sei, der große immer der Böse. So wie die Verbrecher immer die Polizei hassen und jeder Gewalteinsatz der Polizei zwar zu Recht gemäßigt werden muss – aber durchaus berechtigt sein kann. Im Gegensatz zur Gewalt der Verbrecher.

    Der Radler in dieser Story hasst den Autofahrer also weil dieser mit der Macht seiner Panzerung jederzeit überlegen ist. Jeder Akt wird als Gewalt vom KFZ-Führer deklariert, jede eigene Radler-Gewalt als notwendige Selbstverteidigung und Überlebensstrategie klassifiziert. Selbst wenn es heißt, das man über Rot fährt.
    Schuld sind immer die Anderen.

    Was ist es eigentlich anderes, einen Menschen für seine Hautfarbe zu verurteilen, wie einen Menschen wegen seines Besitzes zu verurteilen? Also wer im Besitz eines KFZ ist, ist nicht automatisch Mörder oder passiv-aggressiv.

    Das scheint mir eher auf viele Radler zuzutreffen, die sich als kleingarstige Selbstbeweihräucherer aufspielen, das die großen Dicken mal Rücksicht auf die kleinen nehmen könnten.

    Ich sage gerne, das sich solche Leute vielleicht mal ausgiebig ihrem Verhältniss zu den Eltern widmen sollten. Da scheinen Schemata getriggert zu werden.

    Besten Gruß vom Street-Viewer

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