DSGVO des tages

Frage: was kostet es nach DSGVO, wenn man als kommerzjeller anbieter eines tschättdienstes und verantwortungsloser datenschleuderer seine gesamte benutzerdatenbank im internetz veröffentlicht und sich dabei herausstellt, dass die passwörter zu allem überfluss und überdruss auch noch im klartext gespeichert sind, weil man mit der implementazjon von gesaltetem häsching (eine sicherheitstechnik aus den frühen siebziger jahren) leider überfordert war? Es kostet ein bußgeld von nur noch 20.000 øre. Oder mal kurz abgeschätzt: Es kostet pro betroffenen menschen unter zweieinhalb cent. Das ist doch billig! So viel ist der schutz eurer daten wert! 😦

Müsst ihr verstehen: wenn es jemals harte strafen gibt, dann nicht gegen solche gemeingefährlichen datenschleuderer mit gewinnerzielungsabsicht, für die das gesetz angeblich gemacht wurde. Ich bin gespannt, wann der erste private, unkommerzjelle webseitbetreiber in der real existierenden abmahnungsrepublik BRD wegen eines formulierungsfehlers oder einer unklaren datenschutzerklärung mit vorsätzlich existenzvernichtenden bußgeldern und rechtskosten in den freitod getrieben wird. Das ist nämlich der [achtung, unbelegte behauptung] eigentliche und beabsichtigte zweck des gesetzes zum angeblichen datenschutz: eine möglichst hohe hürde vor der privaten mitgestaltung des webs aufzubauen.

Und unterdessen haben versandhäuser und scheißpresseverleger weiterhin ihr listenprivileg und können fröhlich nach herzenslust mit ihren eingesammelten daten handeln und rumspämmen, ohne dass die davon betroffenen menschen auch nur wissen, wie ihnen geschieht. Denn um „datenschutz“ — also um den schutz der privatsfäre von menschen, deren daten irgendwo fluktuieren — ist bei den ganzen an- und vorgeblichen datenschutzgesetzen in BRD und EU noch nie gegangen. Nachtrag: bitte in die kommentare schauen!

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß und orwellness beim festen glauben an den überall ziemlich konsekwenzenlos und billig zugesagten schutz eurer persönlichen daten. Die liste wäxt und wäxt und wäxt.

3 Antworten zu “DSGVO des tages

  1. Ironischerweise steht im Wikedpedia-Deppenlink drin, dass mit der DSGVO das Listenprivileg entfallen ist. Erwägungsgrund 47 zur DSGVO stellt beispielhaft klar, dass ein bestehendes Rechtsverhältnis ein berechtigtes Interesse darstellt. Im argumentum e contrario stellt daher das Nicht-Vorhandensein eines (Rechts-)Verhältnisses kein berechtigtes Interesse (mehr) dar.

    Das hindert die Ar …mleuchter von Bertelsmann, namentich ar-direct.com, nicht daran weiter mit Adressen Kalt-Aquise zu betreiben und Erwägungsgrund 47 böswillig zu ihren Gunsten auszulegen. Und Johanniter-Unfallhilfe und DRK kaufen bereitwillig solche Adressen und müllen einem den Briefkasten voll. Ja, wirklich: statt erst mal vorzufühlen, neben Bettelbrief gleich ein Stapel Postkarten und Briefumschläge. Den Scheiß muss ich jetzt zu Dokumentationszwecken aufheben. Ich hoffe ich kann das irgendwann gegen die als Beweismittel verwenden.

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