Ich bin ja mal gespannt…

…ob heise diesen kleinen kommentar weglöscht oder stehenlässt. 😉

Wenn es mal wieder zu einer selbstverständlich völlig unwahrscheinlichen löschung eines kommentares bei heise kommt: ich habe mich selbst um die archivierung gekümmert. Es sind nämlich bittere zeiten.

Eine Antwort zu “Ich bin ja mal gespannt…

  1. Unter Menschen gibt es einen Hang zur Ordnung, der völlig gesund ist und eine Neigung zu einer korrigierenden gesunden Unordnung.

    Unter pathologisch motivierten Menschen gibt es einen pathologischen Hang zur Unordnung und einen Hang zu einer pathologisch ungesunden Unordnung.

    Beides ist in Kombination mit Erschütterungen des Lebens und dem Individuum verbunden, wie es damit umzugehen versteht, welchen persönlichen und sozialen Normen das Individuum verbunden ist spielt dazu auch eine Rolle.

    Der Eine will seine Reinheit zeigen mit seinem Hang zur Ordnung und Perfektion, der nächste seine Bedürftigkeit präsentieren, im Hang zur Unordnung.

    Dem alltäglichen Leben aber liegen Zielstrebigkeiten zu Grunde und der öffentliche Raum ist die Straße, auf dem unterschiedlichste Individuuen ihre unterschiedlichen zumeist völlig alltäglichen Ziele anstreben und dabei möglichst sinnvollerweise nicht gestört werden wollen. Da spielt es keine Rolle ob jemand ein unordentlich Handelnder oder ein ordentlich Handelnder Mensch ist. Das Ziel ist oft Lebensunterhalt verdienen, Geschäfte machen und seine Freunde und Verwandten aufsuchen. Manchmal auch einfach Freizeitgestaltung und Lebensfreude, soziales Gestalten.

    Menschen, die als Fremdkörper in die Räume der Zielstrebigkeit mit einer pathologischen Ordnungssytematik hier hereinbrechen, werden gerne gesehen. Das ist klar, da sie weniger stören und bisweilen sehr unterstützend wirken. Ihre mit übertriebener Ordnungsliebe kaschierte Unordnung wird ja nicht wahr genommen. Sie bleibt in der individuellen Intimsphäre, dort, wo sie ja derjenige, der die Ordnung als Mauer und Sichtschutz zu seinen Bedürfnissen aufgestellt hat, haben will. Verborgen hinter schweigendem eisernen Vorhang. Das Individuum will verdrängen und gar nicht konfrontiert werden. Tut man es doch, erntet man meist Protest bis Hass.

    Man ahnt was ich sagen will: Wer in seiner Unordnung verhaftet geblieben ist, weil die Mama nicht genug nach ihm geschaut, weil die Versprechungen der Dealer nicht gelückt sind, Sucht und Destruktivität das Menschliche verkümmern ließen. Oder ihm das Geordnete keinen ausreichenden Lebensreiz vermittelte, weil er ein stumpfer Hirn- oder bemitleidenswertes herztotes Wesen ist – Dort wo die Destruktivität die Mauern bereits eingerissen haben, die das Intime verbergen sollten, Intimes in den öffentlichen Raum ergossen wird – genauer: Wenn die Exkremente des Drecks, den sich manche Individuuen gesammelt haben, in den öffentlichen Raum ergießen wie ein Dammbruch – Wer will da sein?

    Das ist im Kern seines Ansinnens nicht mehr als die Störung des Betriebsablaufes. Und genau darum geht es den Protagonisten und Forderern. Um die Menschen gehts euch doch gar nicht.

    Wer Probleme hat, soll lernen damit umzugehen, wer das nicht schafft, braucht Hilfe, die soll er sich suchen. Wer das nicht schafft, der soll sterben oder ist es in sozialem Sinn bereits. Das ist die harte Botschaft der Gesellschaft, die den öffentlichen Raum so von Störquellen reinigen will, wie der Zwangsgestörte seine Wohnung. Perfekt, unsere Gesellschaft ist Perfekt! Der Garten glänzt, die Wohnung duftet, das Auto gewaschen – Das das nicht dasselbe ist, wie aus herzen gerne zu gärtnern, geschenkt. Gesellschaft ist halt ein öffentlicher Raum für Millionen. Störungen sind hier nicht willkommen und werden als Aggression wahr genommen – die sie auch oft verbreiten.

    Was viele Kritiker am gesellschaftlichen Ist-Zustand einfach übersehen: Die Leute haben das Recht zu fordern das der öffentliche Raum ein Mindestmaß an Ordentlichkeit und Zielstrebigkeit ermöglicht.
    Wenn ein Penner dort herumlungert, soll er sich in die Büsche am Stadtrand verpissen. Der hat mit seinem Gestank und Dreck einfach nicht den öffentlichen Raum zu verpesten.
    Seine Hilflosigkeit tut mir leid und wenn ich die Option hätte, ich würde helfen – wohl wissend, das solche Leute oft gar nicht geholfen werden kann oder sich die meisten gar nicht wirklich helfen lassen wollen. Brot, Güter, Aufmerksamkeit ja – leistungslose Almosen, gern. Aber selbst etwas an ihrem „Wandel“ ändern? Schwieriger als es den Anschein hat. In ihrer fehlverstandenen Pseudo-Autonomie, der sie oft verhaftet sind (viele leiden unter Bindungsstörungen) sind sie kaum dazu in der Lage und eine Mehrheit nicht intellektuell fähig das zu überschauen.
    Daher sind die ach so Hilfesuchenden oft selbst menschliche und zwischenmenschliche Krüppel, weit entfernt davon zu verstehen, das Selbtswert auch eine eigene Arbeitsleistung enthält. Selbstwert notwendige Basis ist. Wertschätzung für sich selbst muss der Mensch natürlich erfahren um sie lernen zu können. Dafür ist aber der öffentliche Raum der denkbar schlechteste Ort denn der gehört der zahlenden und arbeitenden Öffentlichkeit und nicht denen, die auf diese Gesellschaft scheißen.

    In der letzten Instanz diesen Menschen das Recht auf öffentlichen Raum zuzusprechen, damit sie diesen mit ihrer Bedürftigkeit beim Scheißen, kotzen, pissen und stinken vollsiffen können – Nein, das kann es nicht geben. Kein Stück gibt es darauf ein Recht. Mit der Härte von Knüppeln gehören diese Sozialverweigerer aus den Räumen des Alltags der Menschen vertrieben, die ein normales anständiges Leben führen wollen in ihren sozialen Räumen. Wer sich weigert ein soziales Wesen zu sein, wird vertrieben. Fertig. Das machen Köter im Rudel so, das machte der Herr im Paradies mit Adam und Eva und Erben müssen den Anforderungen fürs Erbe entsprechen oder verlieren ihren Anspruch darauf.

    Wer seinen Garten pflegt und sich viel Mühe macht, wird keinen Vandalis dulden wollen. Niemand, der geistig gesund ist, wird den Garten eines Mitmenschen kaputt machen, der viel Mühe, Zeit, Geld und Vorfreude in die Konstuktion des Gartens eingebracht hat.
    Nur billigste Wesenszüge wie Neid, Mißgunst und destruktiver vandalierender Zorn und Hass sind Gründe für die Selbstbemächtigung derer, die meinen, sowas wäre ok. Und genauso ist es ein Verbrechen gegen die Menschen, zu erlauben, den öffentlichen Raum in die Hände von Junkies, Säufern, Drogendealern oder anderen gestrandeten Gestalten zu geben oder eben Drogendealen als Teil des öffentlichen Lebens zu normalisieren indem man noch mehr Freiraum dafür hergibt, damit sich Rauschsüchtige kaputt machen und asoziale Wesenszüge annehmen und noch mehr selbst kaputt machen können. Eine Kette des Destruktivismus, ist es, der hier gefördert werden soll. Ganz konform mit anderen Modellen des gesellschaftlichen Umbaus, der gerne von politischen Akteuren aus ideologischen Überzeugungen gefordert wird.

    Es ist in Deutschland nicht rosig. Nein. Jeder Mensch, der irgendwann scheitert hat große Probleme wieder Fuß zu fassen. Sicher. Trotzdem ist die pathologische Persönlichkeit die Grundlage derer, die auf der Straße herumlungern. Oft durch schlechten Start, durch miese Gene, Märtyrium oder Schicksalsschläge und Verlust des Glaubens an sich Selbst oder Dummheit wie Drogenkonsum dazu gebracht, das aus sich werden zu lassen. Den Absturz nicht mehr bremsen zu können oder wollen, das ist alles sehr schlimm – Es ändert aber nichts, das es genauso schlimm ist, anderen Menschen dieses Elend auf die Nase zu drücken. Wozu anderes als sie zu stören, ihnen Gewalt anzutun? Es gibt keinen Grund und kein Recht darauf.

    Das sehen die Protagonisten dieser Forderungen freilich anders. Nur wer sowas fordert will nicht selbst dafür bezahlen, das gestrandete kaputte destruktive Elemente die öffentliche Räume fluten dürfen soll. Es geht darum, andere dafür bezahlen zu lassen.
    Ladet die Leute in eure Gärten ein, wenn ihr denn welche habt und Mißbraucht solche Gestrandeten nicht als vulgären Ausdruck eurer Verachtung und Werkzeug eures vandalierenden Hasses gegen das ordentliche Leben. Genauso mal als Hinweis mißbraucht ihr diese Leute weil ihr denen gar nicht helfen wollt, sondern sie in ihrem Zustand der Selbstverachtung mit Rechten ausstatten, die sie sich nicht erarbeiten, die diese Leute in ihrer Destruktivität nicht ausfüllen können. Asozial seid ihr selbst, mindestens in dem Maße, wie ihr das der Gesellschaft unterstellt, die eigentlich nur das Recht fordert sich zu nähren, pflegen, hegen und ihren Aufgaben nach zu gehen in einem funktionierendem öffentlichen Raum.

    Einem Arzt, der euch unordentlich nach einem Unfall zusammenflickt würdet ihr was anderes erzählen. Vielleicht hat der ja nur gesoffen am Abend zuvor zuviel Drogen genäselt. Sein Leben ist schwer, na dann leb doch damit, das der dir das Bein amputiert hat, statt den Blindarm zu entfernen. Hach, aber er hatte seinen Rausch am Abend und ja, ihr den Kollateral-Schaden. Wäre natürlich ungerecht, klar. Dochgenau das verlangt man hier.

    Die Gesellschaft soll das aber dulden? Ihr wollt ihr Rezepte zur zwischenmenschlichen Besserung der Gesellschaft als Therapie verschreiben, die nur destruktive Wirkungen haben kann? Die eine destruktive Bombe gerade gegen diejenigen, ist, für die ihr euch in Jeane d Arc Pose werft? Lächerlich!

    Sorry, so nicht. Bis zum letzten Knüppel sollte diese Gesellschaft ihre geordneten Räume verteidigen gegen den aufgezwungen Absturz.

    Lasst eure Gäste doch auf eure Couch scheißen, eure Küchen bepissen oder siffige Penner in eurem Bett schlafen, die so stinken, das man die Wohnung tagelang nicht betreten kann und danach das Bett wegwerfen muss.
    Eben genau das ist das Rezept, das ihr verordnet für die Gesellschaft. Es ist zutiefst anmaßend verachtend respektlos. Nicht nur gegenüber der Gesellschaft sondern auch gegenüber der Menschen, die eigentlich Safe-Spaces und Entwicklungsinseln bräuchten und nicht den kalten Krieg, in den ihr diese Leute schickt, der sie eben mit derselben Verachtung die Ihr der Gesellschaft entgegenbringt, bestrafen wird. Und das werft ihr der Gesellschaft dann vor? Lächerlich! Verlogener Pfaffenstil!

    Ich kann verstehen wenn manche Leute der Penner überdrüssig diese vertreiben wollen. Und das wird zunehmen, desto stärker die Räume besudelt werden von solchen Gestalten. Wenn ich dafür einen Pakt mit ner Straßengang eingehen müsste: Hätte ich ein Geschäft als Lebensgrundlage für meine Familie, dann muss ich das machen um meine Lebensgrundlage zu verteidigen. Genauso wird das der Händler sehen oder Cafebetreiber, vor dessen Einzugsraum sich die Heckenpenner siffend niederlassen. Es ist das Leben der Arbeitenden schaffenden Klasse, das ihr angreift. Seid ihr noch ganz bei Trost?

    Ihr schützt niemanden, sondern poltert herum um mit Selbstermächtigung die moralische Lanze in das Herz der Gesellschaft zu jagen. Könnt ihr machen, aber ihr braucht euch keinesfalls zu wundern, wenn diese dann zu allen Mitteln greift, ihre Grundlagen zu befestigen und jeden Aufspießt, der das Erreichte niederreißen will.

    Mitgefühl äußert sich nicht darin, das man darum kämpft das Andere die Zeche zahlen. Mitgefühl äußert sich auch nicht darin, das man den Leuten erlaubt sich mit Drogen zu Grunde zu richten. Auch nicht das sie damit Realitätsflucht begingen. Mitgefühl äußert sich auch darin, das man denen, die hart arbeiten ihren Lohn nicht kaputt macht, das man hilfsbereit ist und zwar unparteilich und übergeordnet.

    Davon sind besessene Anarcho-Aktionisten ganz weit entfernt. Die wollen wie alle ideologen nur Recht behalten und ihre Sicht der Dinge durchsetzen gegen den Willen und auf Kosten anderer.

    Widerlich.

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