Da sage niemand, er war nicht gewarnt!

Am 5. september 2017 schrieb ich anlässlich einer reichwerd-spämm die folgenden worte über bitcoin mitten in das von jornalisten höchst reißerisch begleitete, spekulative kursfeuerwerk hinein:

Geld einer staatlichen Zentralbank wurde gegen virtuelles Geld eingetauscht, das lediglich aus Daten besteht. Daten können verloren gehen. Sie gehen oft deutlich leichter und schneller verloren als Geldbörsen

Es war einer der sprüche im spämmblog, für die ich in den kommenden tagen eine menge mäjhl lesen und mir eine menge anhören musste. Mir wurde immer wieder mehr oder minder freundlich gesagt, dass ich bitcoin gar nicht richtig verstanden hätte. In der blocktschäjhn könne ja gar nichts verloren gehen.

Was habe ich darüber gelacht!

Heute schreibt die bürgerliche scheißpresse aus dem springerverlach über die bitcoin-bänker von quadrigaCX [archivversjon]:

Kryptobörse
Als der Chef stirbt, ist das Geld von 115.000 Kunden verschwunden

Der Chef einer kanadischen Börse für Kryptowährungen soll das Passwort für die Geldreserven mit ins Grab genommen haben

Natürlich ist das „geld“ nicht verschwunden. In der blocktschäjhn kann (wenn keine fiesen fehler gemacht wurden) nichts verloren gehen. Man kann nur in die situazjon kommen, dass man nicht mehr an seine bitcoin rankommt. Das „geld“ ist noch da, es ist nur irgendwo vergraben, wo es niemand mit halbwegs vertretbarem aufwand wieder ausbuddeln kann.

Was ist jetzt der unterschied für die betroffenen? Na: keiner. :mrgreen:

Es ist so gut wie weg, das schöne „geld“ aus daten. Daten gehen eben oft deutlich leichter und schneller verloren als geldbörsen. Sagte ich doch.

Will ich mal hoffen, dass nach es nach der auflösung der bitcoin in eine fluffige digitalwolke nicht allzu viele suizide wegen der schönen paarhundert milljonen dollar zentralbankwährung gibt, die auf einmal futschikato weg sind! Wer spekuliert — und etwas anderes ist das „anlegen“ (originalton welt) von geld in bitcoin zurzeit nicht — nimmt dafür ja nur geld, das er auch verlieren kann. Ansonsten lösen die heißen tränchen, die über etliche spekulantenbäckchen kullern, bei mir nur ätzenden spott aus.

Und nein: niemand hat bitcoin gebraucht. Geld ist das, was im internetz am wenigsten fehlt. Geld ist überall nur eine hochtoxische substanz, die alles mies macht, was damit in berührung kommt.

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