Horst des tages

Der Seehofer, der Horst, hat mal wieder tolle ideen, mit denen man auch in der VR china p’litisch aufsteigen könnte:

Demnach soll In- und Auslandsgeheimdienst der „Eingriff in informationstechnische Systeme“ erlaubt werden. Dadurch dürften die Geheimdienste Geräte wie Computer und Smartphones hacken, aber auch andere Geräte im „Internet der Dinge“ – sogar Autos.

Das freut uns doch alle, wenn die gleichen geheimdienste, die neonazi-terrorismus (wie etwa vor noch gar nicht so langer zeit den so genannten NSU) fördern, vor strafverfolgung schützen und mit staatlichem geld finanzieren, jetzt auch noch im rechtsfreien raum legalisiert auf den kompjutern anderer leute rumcybern dürfen.

Fernkontoführung des tages

Die fernkontoführung bei der hippen N26-bank mit hipper äpp und hippem kundendienst über einen tschätt kann einem schon mal einen ganzen monat begrenzter lebenszeit versauen, wenn das geld auf einmal weg ist. Aber immerhin, dafür kann man so hipp tschätten:

Seitz: Wie ist mein Kontostand (…)
Seitz: vorher war er um 80.000 € (…)
N26: Axel, ich muss dringend mit den Kollegen direkt ein paar Sachen klären. Kannst du beim Chat bleiben?
Seitz: Ja
N26: In deinem Konto ist z. Z. nicht mal mehr als 30 EUR übrig, sorry.
Seitz: Wie bitte?
N26: 12,26 EUR. (…)
N26: Melde dich sofort bei der Polizei. Wir tun unser Bestes, dich zu unterstützen auch bei der Klärung dieses Falls.
Seitz: Ich kann es nicht glauben
N26: Bitte habe etwas Geduld.
Seitz: Ich möchte eine Telefonnummer unter der ich jemand persönlich sprechen kann.
N26: Wir bieten leider keinen Telefon-Dienst mehr an, sorry.

Ich denke mal, die näxste verbesserung im „kundendienst“ ist dann, dass der tschätt von einem „künstlich intelligenten“ tschättbot bedient wird. :mrgreen:

Unabhängig von dem langsamen Kundenservice stellt sich die Frage nach Sicherheit. Wie das Geld bei den beiden Fällen abhanden kommen konnte, ist bislang nicht geklärt

Ist es vielleicht doch nicht so eine gute idee, seine fernkontoführung mit einem wischofon zu machen? :mrgreen:

Nachtrag 29. märz, 11:45 uhr: das mit dem tschättbot für den kundendienst habe ich nicht ernstgemeint, aber N26 meint das völlig ernst:

Wir haben vor einigen Monaten einen Chatbot gestartet, der natürlich noch nicht perfekt ist. Der Chatbot wird sich über die Zeit als zusätzliches Tool entwickeln und wir sind zuversichtlich, dass er unseren Kundenservice ergänzen kann. Wir geben Kunden aber natürlich die Möglichkeit, sofort mit einem „echten“ Mitarbeiter zu chatten, wenn sie es wünschen. Dennoch war das Feedback von den Kunden seit der Einführung sehr gut und wir hoffen, dass sich kein Kunde als Versuchskaninchen versteht

Das mit dem „echten mitarbeiter“ wird sich vermutlich irgendwann genau so in luft auflösen wie sich schon längst der telefondienst in luft aufgelöst hat. Aber hej, keine panik, was kann da schon schiefgehen?! Es geht ja nur um geld. Und zwar mit händis übers internetz. Das internetz ist von kriminalität geprägt, wo immer es um geld geht, und die händis sind ein einziger security-albtraum. Werft eure bunten zettel schön in die flammen!

Das muss man schon die profis machen lassen!!1!!!!elf!

Kannstedirgarnichtselbstausdenkensowas:

Verwirrung bei der Abstimmung über die Urheberrechtsreform im EU-Parlament: Einige Abgeordnete wollten am Dienstag für Änderungen stimmen, haben wegen der Masse an Anträgen aber den Überblick verloren

[Archivversjon der tagesschau-meldung gegen das vergessen im internetz]

Zu doof zum wählen! Na ja, die geringfügige aufwandsentschädigung kriegen die volxzertreter ja auch, wenn sie viel zu doof für ihre tätig- und tätlichkeiten sind, und…

Allerdings, so Wölken, sei es im Europaparlament nicht ungewöhnlich, sich bei einer Abstimmung auch mal zu vertun

…wegen unfähigkeit entlassen kann sie auch niemand, nachdem sie sich in ihren scheißparteien hochgedient haben.

Wann kommt endlich der DEXIT?!

Contentindustrie des tages

Auch weiterhin viel spaß mit der ungekennzeichneiten schleichreklame im redakzjonellen teil von FAZ, dem deutschen national geographic, focus onlein und konsorten [archivversjon]. Da freut man sich als genießer der intellgenz- und leserverachtenden scheiße ja gleich doppelt, dass die macher dieser elaborate jetzt gerade erst zu lasten des gesamten internetzes ein neues europäisches standesrecht bekommen haben und kleinste textbestandteile ihres industriell erstellten contentdurchfalls für zwei jahre spezjell und übers urheberrecht hinausgehend geschützt sind!

Immer schön daran denken, den werbeblocker abzuschalten, weil diese kwalitätsjornalisten es mit einer vorschaltseite erzwingen! Immer schön daran denken, javascript zu erlauben, weil diese kwalitätsjornalisten es mit einer vorschaltseite erzwingen! Immer schön die ein bis zwei dutzend träcker aus dem ganzen internetz im webbrauser rumschnüffeln lassen, weil diese kwalitätsjornalisten es mit einer vorschaltseite erzwingen! Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

BRDDR-rundfunk des tages

Nicht nur komische verschwörungsteoretiker und skurille blogger sprechen von der p’litischen manipulazjon durch das BRD-staatsfernsehen, auch die medienwoche aus der schweiz stimmt da mit ein (und nein, die kürzung hier ist nicht sinnentstellend, sondern den aufgedunsenen satz klarstellend):

Was nämlich frei zugänglich bleibt, sind […] die Beiträge der […] öffentlich-rechtlichen Medien […]. Diese Texte werden gefunden und verbreiten sich. Dies führt zu neuen Tälern von Ahnungslosen, die dann den politischen und gesellschaftlichen Diskurs zunehmend bestimmen

Hach, waren das noch schöne zeiten, als die contentindustriellen texte vor der veröffentlichung noch korrektur gelesen wurden! 😀

(Und ja, ich wollte die medienwoche erst in einem kurzen, friedlich formulierten kommentar auf den kleinen lapsus hinweisen, aber kommentare von mir landen dort offenbar unmittelbar in der mülltonne, so dass mir dieser weg verbaut war. Nein, ich habe dort noch nie kommentiert, so dass keine heuristik etwas lernen konnte. Ja, ich habe zu meinem kommentar eine gültige mäjhladresse angegeben, unter der man mich sogar erreichen kann. Das muss diese künstliche intelligenz sein; dieser neue und jedes problem lösende technik-gott, von der sie immer alle schwärmen! Gut, dann eben hier im rotzeblögchen. Sind halt jornalisten. Die brauchen das alles ein bisschen härter. Ist schon bitter, wenn man ein bisschen denkbehindert ist. Stirb, jornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!)

Nachtrag: huj, haben die meinen kleinen hinweis doch noch entlöscht. Alles andere wäre auch sehr peinlich gewesen…