Wissenschaftliche betrügerin des tages

Die Plagiatsexperten der Internetplattform VroniPlag Wiki haben die Prüfung der Dissertation von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey abgeschlossen […] Insgesamt wollen die VroniPlag-Prüfer in Giffeys Doktorarbeit mit dem Titel „Europas Weg zum Bürger“ auf 37 Prozent der gut 200 Seiten wissenschaftliche Regelverstöße gefunden haben. In den kommenden Tagen soll der Abschlussbericht auf der Plattform veröffentlicht werden

[Archivversjon]

Gut, das kennen wir ja alle von den ganzen anderen betrugsdoktoren aus den BRD-parteien, dass sie zitate als eigene ergebnisse ausgeben. Ist ja auch echt schwierig, ein zitat in anführungszeichen zu schreiben oder einzurücken und eine kwellenangabe zu machen und schließlich auch noch darauf zu achten, dass die kwellen am ende im literaturverzeichnis stehen. (Vor allem, wenn man trotz seines hochschulaufenthaltes noch nie von BibTeX gehört hat.)

Aber damit hat sich betrugsdoktorin Franziska Giffey (SPD) noch nicht begnügt. Die hat offenbar festgestellt, dass das literaturverzeichnis ihrer betrugsdissertazjon viel zu leer aussieht, wenn sie so viele zitate als eigene ergebnisse ausgibt, und da hat sie dann zu einer ausgesprochen kreativen abhilfe gegriffen:

Auf der Plattform heißt es, Giffey hätte „in mindestens 72 Fällen“ Quellen angegeben, „die dem Anschein nach willkürlich gewählt sind“, oder mit denen sich die Aussagen der Forschungsarbeit (so) nicht belegen ließen

Einfach irgendwelche kwellen angeben! Das erweckt den eindruck, man hätte jede menge literatur rezipiert und sieht voll belesen aus! So eine blenderei hatte nicht einmal der herr Dr. von und zu Guttenberg (CDU) nötig.

Es muss schon ein schönes gefühl für menschen mit stinkendem, verkommenem karakter sein, wenn sie wegen ihrer sozjalen, p’litischen und familären lebensumstände ganz fest davon ausgehen können, mit so einer nummer durchzukommen, weil es sich eh niemand genau anschaut und das ergebnis in form des akademischen grades schon vorher feststeht.

Ja, selbst, nachdem der wissenschaftliche betrug aufgeflogen ist, stellen sich die entsprechenden seilschaften aus p’litik und leistungsschutzrechtgeschütztem scheißjornalismus hinter die wissenschaftliche betrügerin und versuchen mit der ganzen breite ihrer lügenkunst alles, um den vorgang runterzuspielen:

Frankfurter Allgemeine -- Feuilleton -- Vorwurf gegen Ministerin : Warum der Fall Giffey kein neuer Fall Guttenberg ist -- Von Jochen Zenthöfer -- Aktualisiert am 15.02.2019-11:04 -- Muss Familienministerin Franziska Giffey um ihren Doktorgrad fürchten? Ihre Dissertation ist wohl nur zu neunzig Prozent lupenrein. Das ist nicht unerheblich, aber kein Vergleich zu anderen Fällen

Kwelle des bildschirmfotos: internetz.

(So ähnlich zitiert die abgebildete jornalistische website ja ihrerseits auch internetz-kwellen, und zwar beinahe immer. Manchmal geschieht dies auch in der formulierung „internetz-video“. Die kwelle durch einen link zu belegen, damit leser zugriff auf die kwelle haben und sich vielleicht sogar selbsttätig eine meinung dazu bilden können, ist für jornalisten genau so zuviel verlangt wie die angabe eines DOI zu referenzierten wissenschaftlichen veröffentlichungen, damit man mal eben in die unibibliothek gehen und ohne längere sitzung mit dem rescherschesystem nachlesen kann. Natürlich ist auch die vroniplag-untersuchung zur betrugsdissertazjon der betrugsdoktorin Franziska Giffey in keinem artikel, der darüber berichtet, verlinkt. Wer sich trotzdem dafür interessiert: die zurzeit noch vorläufige liste der befunde steht natürlich offen im web. Alle menschen können sich selbst ein urteil dazu bilden, wenn sie möchten. Das bewahrt davor, von irgendwelchen professjonellen hirnfickern manipuliert zu werden.)

Wenn selbst der von verlagsmilljardären bezahlte schreiber Jochen Zenthöfer im brote einer vorgeblich bürgerlich-wertkonservativen drexzeitung wie der FAZ — wisst schon: dahinter steckt immer ein böser kopf — mal kurz fürs fäuleton jegliches bürgerlich-konservative wertesystem vergisst und sich schützend vor eine überführte wissenschaftliche betrügerin stellt, dann wird leuchtendhell klar, dass diese wissenschaftliche betrügerin bei der durchführung ihres betruges ganz genau wusste, dass ihr schon nix passieren wird. Genau so, wie ich und jeder andere halbwegs wache mensch genau weiß, warum diese ganzen scheißzeitungen und diese ganzen scheißjornalisten weg müssen.

Nur, dass es einmal ein internetz geben wird, das menschen zusammenbringt, das hat sie nicht vorhersehen können, die werte frau ministerin… tja, und dann ist die betrügerin doch nicht so einfach mit ihrem wissenschaftlichen betrug durchgekommen. Was für ein jammer! :mrgreen:

3 Antworten zu “Wissenschaftliche betrügerin des tages

  1. „in keinem artikel, der darüber berichtet, verlinkt“
    leider nicht ganz richtig, da wird sich auf den spiegel berufen, dort findet sich ein link auf vroniplag
    https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/franziska-giffey-doktorarbeit-der-familienministerin-unter-plagiatsverdacht-a-1252295.html
    noch eine frage
    wollen wir das bürgerlich-wertkonservativ incl. der unschuldsvermutung bis zur rechtskräftigen verurteilung durchstehen oder die olle kiffei*erin frei nach mörkels *islam gehört zu d-land* mal einfach so *dahinsharia* ? grrrh

    • Huch, habe ich wirklich den link im spiegel übersehen? 😯

      Der peinliche fehler bleibt natürlich zur belustigung der leser so stehen. 😉

      Aber zur unschuldsvermutung.

      Das ist eine sache aus dem strafrecht. Aber: es gibt keine verurteilung. Es gibt kein gerichtsverfahren. Sowohl die nichtgekennzeichneten als auch die bullschittigen zitate sind völlig klar und eindeutig belegbar, und es handelt sich auch nicht nur um ein paar fehlerchen, wie sie wohl in jeder größeren arbeit stecken, sondern um deutlich erkennbare systematische täuschungsabsicht, oder wie ich das lieber sage, um wissenschaftlichen betrug. Es wird in dieser sache eine entscheidung der universität geben, die auch den doktorgrad verliehen hat. Das ist ein ganz normaler verwaltungsakt, ähnlich wie ein hartz-IV-bescheid, wo auch nicht ein richter „im namen des volkers“ unterschreiben muss.

      Gut, die werte frau betrugsdoktorin könnte natürlich gegen die entscheidung vorm verwaltungsgericht klagen, und dann gäbe es doch ein gerichtsverfahren. Aber das ist doch die humbug-universität im reichshauptslum, da glaube ich kaum, dass es irgendeine konsekwenz für die betrugsdokotorin gibt. Die wird weiterhin ihren dr. rer. pol. vorm namen schreiben dürfen. Und damit diese hätschelung einer wissenschaftlichen betrügerin durch den steuerfinanzierten wissenschaftsbetrieb nicht so auffällt, wird sich die universität ganz viel zeit mit ihrer entscheidung lassen, damit währenddessen schon PR gemacht werden kann, falls das nötig wird. Ansonsten: die näxste fußball-WM oder -EM kommt bestimmt, da geht die meldung dann unter. Hier ist BRD, hier schmeckt alles nach lecker banane. Hier gibt es leute, die werden mit ihren privilegien geboren und können gar nix richtig so falsch machen, und es gibt andere, die können sich totarbeiten und werden nix. „Gleichheit“ nennen sie das in ihren sonntagsreden.

      Und wenn frau betrugsdoktorin Giffey hinterher wegen mieser PR-wirkung als ministerin untragbar werden sollte, wird sie schon nach ganz kurzer schamfrist irgendwo ihr großzügiges bedingungsloses grunzeinkommen nebst obszön hoch bemessener altersvorsorge für einen nicht allzu anstrengenden dschobb ganz ohne „kraft mal weg“ in den arsch geschoben kriegen. Der mit wenig arbeit verbundene botschafterposten inkl. anrede »euer eminenz« im vatikanstaat ist aber leider gerade durch eine andere überführte betrugsdoktorin belegt. Aber zum beispiel im rundfunkbetrieb sind noch eine menge gutdotierter pöstchen möglich. Oder in der EU.

      Ach!

      (Nein, die scharia ist keine alternative. Und ich hoffe mal, mich hält jetzt keiner für wertkonservativ.)

      • Bei Gerichts- und Beweisverfahren sollte man auch unterscheiden: nur im expliziten Strafprozess gibt es das in dubio pro reo und dass jemand als unschuldig zu gelten hat bis zum Beweis seiner Schuld nach StGB. Im Zivil- und Verwaltungsprozess gelten ganz andere Maßstäbe. Da wird schon mal nach Anscheinsbeweis geurteilt, sprich was der Richter für glaubwürdiger hält. Das wissen die meisten Laien nicht und fallen aus allen Wolken sich wenn sie vor Gericht als Beklagte einen Prozess verlieren. Hat schon seinen Grund, dass Jura kein Schulfach ist.

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