Diverses

Könnt ihr euch noch erinnern, als nach vielfachen forderungen aus dem dumpfakademischen milljöh, dass man ein drittes klo brauche, endlich auch das bummsverfasssungsgericht urteilte, dass es dem schutz der geschlechtlichen identität zuwiderlaufe, wenn man sein geschlecht als „männlich“ oder „weiblich“ angeben müsse? Und dass dann ein geschlecht „divers“ eingeführt wurde?

Na, wie oft machen menschen von dieser möglichkeit, eine schwere amtliche diskriminierung abzuschütteln, gebrauch? Zurzeit in der BRD rd. 150 mal. Oder etwas anders ausgedrückt: das gelöste problem (und ebenso: das mit dritten klos gelöste problem) betrifft rd. zwei tausendstel prozent der gesamtbevölkerung, wenn diese zahlen die wirkliche größenordnung widerspiegeln.

Unterdessen werden menschenrechte eines weit größeren anteils der bevölkerung durch dschobbcenter, staatlich geförderte lohndrückerei und massenverarmung in den dreck getreten.

Daran sollte man jetzt immer denken, wenn gendersternchen, genderdoppelpunkte oder vergleichbare schreib- und zungenstrafen in jeder kommunikazjon durchgesetzt werden sollen!

Seltsam, dass sich ausgerechnet diese menschen in gewissen universitäten zu konzentrieren scheinen… :mrgreen:

Und eltern, die ein kind ohne klar erkennbares geschlecht haben…

Eltern me­dizinisch intersexueller Neugeborener, die ihr Kind als „divers“ eintragen ließen, gibt es in den befragten Städten laut Umfrage bislang keine, heißt es weiter

…haben auch nicht das große interesse an dieser großartigen first world problem solution.

(Übrigens finde ich es völlig unsinnig, dass das geschlecht in meldedaten und ausweispapieren überhaupt aufgelistet wird. Es ist eine völlig sinnlose angabe, die durch verpflichtende biometrische fotos auf BRD-personalkarten noch sinnloser geworden ist.)

3 Antworten zu “Diverses

  1. Wie groß muss denn eine (Minderheiten-)Gruppe sein, damit ihre Anliegen Berücksichtigung finden darf? Natürlich ist die Gruppe der Ausgebeuteten viel größer, sie ist sogar die Mehrheit. Aber das ist nicht gegeneinander aufzurechnen. Die Qualität einer Demokratie erkennt man auch daran, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht. Und ja, es ist relativ billig zu habende Schaufensterpolitik, aber für die diversen Menschen sehr wichtig.

    • Man könnte auch einfach damit aufhören, diese minderheit zusätzlich zu marginalisieren, indem man auf überflüssige geschlechtsangaben (zum beispiel in melderegistern oder auf anträgen und ausweispapieren) verzichtet. Es reicht doch, dass menschen menschen sind! Die werden hoffentlich eher durch das geprägt, was sich am oberen ende ihres rumpfes befindet. 😉

      Wobei ich mit geschlecht hier nicht die drei irreführend so bezeichneten kategorien deutscher hauptwörter meine, die für einige medial leider sehr laut gemachte und p’litisch leider viel gut gepämperte mensch*innen zur hauptsache gemacht werden.

      Hier in hannover wurde gerade in der gesamten regjonsverwaltung die so genannte „geschlechtergerechte sprache“ als zwang eingeführt. Wenigstens kommt diese zungenstrafe nach amtshausmacherart ohne sternchen und doppelpunkte daher. Die frage, ob es jetzt integrativ oder exkludierend ist, wenn die eh schon überkomplexe und sehr künstliche verwaltungssprache noch zusätzliche komplexität und künstlichkeit jenseits des gewöhnlichen sprachgebrauches aufgeladen bekommt, mögen die generazjonen nach mir beantworten, wenn sie damit zwanzig jahre erfahrung gesammelt haben. Ich habe aber den verdacht, dass eine solche rückblickende analyse nicht so gut aussähe. Schon heute ist das deschiffrieren von juristen- und verwaltungsdeutsch sehr viel mühsamer, als es sein müsste — was zu handfesten nachteilen für einen sehr großen anteil der bevölkerung führt. (Gebildete menschen halten es hier in der BRD inzwischen für „normal“, dass sie ihre einkommenssteuererklärung nicht mehr selbstständig machen können und müssen geld für eine dienstleistung aufwänden, damit sie an ihre geldwerten rechte kommen.)

      • tatsächlich wäre es wohl das Beste, Geschlechtsangaben abzuschaffen. Das sehe ich aber noch lange nicht. Aber wenn man davon ausgeht, dass Sprache das Bewusstsein bestimmt oder zumindest beeinflusst, kann eine bewusstere Sprache schon mal weiterführen. Das allein löst natürlich kein einziges Problem, aber es kann günstigenfalls zum Denken anregen. Vermutlich wird das Juristen- und Verwaltungsdeutsch noch ein wenig komplizierter, was aber gegenüber der jetzigen Komplexität (die übrigens meiner laienhaften Ansicht nach überwiegend der Rechtssicherheit geschuldet ist) nicht sehr ins Gewicht fällt. Auch die Steuererklärung ist nicht wegen der Sprache, sondern wegen des komplizerten Steuerrechts so schwierig (was natürlich auch zu Kritik einlädt). Das sollten wir nicht vermischen.

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