Motorisierter henker des tages

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 48 Jahre alte Wedemärker mit seinem Pkw auf der Straße An den Hägewiesen in Richtung Engelbosteler Straße unterwegs. An der Kreuzung angekommen, wollte er diese in Richtung der Straße Altes Dorf überqueren. Aus bislang unbekannter Ursache bemerkte der Autofahrer offenbar den von rechts kommenden, vorfahrtberechtigten Radfahrer zu spät, sodass es zur Kollision kam. Der 56-jährige Isernhagener verletzte sich bei dem Zusammenstoß schwer und musste mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden

Dass radfahrer so etwas wie vorfahrt haben, ist ein mytos, der sich bei naiven menschen nach oberflächlicher lektüre der straßenverkehrsordnung bildet. In der wirklichkeit des motorisierten straßenverkehrs gilt eine andere regel: das „recht“ des stärkeren. Und dieses faustrecht wird seit jahren immer schlimmer, mörderischer und barbarischer. Für die bislang unbekannte ursache, aus der heraus an einer kreuzung ein radfahrer von rechts nicht bemerkt wird, habe ich aus meiner täglichen fahrraderfahrung folgende drei hypotesen anzubieten:

  1. Er hat ganz einfach nicht hingeguckt. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. „Gucken wird überbewertet“ sollte man auf so manchem grabstein meißeln. (Und ja, auch radfahrer sind immer wieder so suizidal doof, dass sie nicht gucken.)
  2. Er hat hingeguckt und es war ihm scheißegal, ob er mit seinem gaspedal einen radfahrer fordistisch ins grab schubst, wenn der PS-schwächling auf seine vorfahrt besteht, also hat er gas gegeben. Das erlebe ich zum glück nicht so oft, aber es kommt oft genug vor.
  3. Er war mit seinem beschissenen scheißhändi beschäftigt, statt auf den verkehr zu achten, ist deshalb praktisch blind gefahren und war gefährlicher als so mancher besoffene. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. Einmal ist mir sogar ein durch den stadtverkehr hannovers fahrender omnibusfahrer entgegengekommen, mit händi in der hand und den blick fest auf die skrollenden trivialitäten gerichtet — und ich war leider nicht geistesgegenwärtig genug, mir das kennzeichen zu merken und sofort die polizei anzurufen, um diesen blutdurstigen henker so aus dem verkehr zu ziehen, dass er hoffentlich nie wieder einen bus fährt. Aber beim näxsten mal ist so ein arschloch weg. Versprochen.

Und nein, ein helm hilft da gar nicht. Freundlicherweise hat die polizei auch nicht den radfahreranklagenden, schuldumkehrenden, früher niemals fehlenden hinweis geschrieben, dass der radfahrer keinen helm trug, als er seinen motorhenker fand. Dafür zumindest ein leises danke von mir.

4 Antworten zu “Motorisierter henker des tages

  1. Auf die Gefahr hin, daß es dem Blogbetreiber nicht gefällt:

    Dass auch radfahrer so etwas wie vorfahrt zu beachten haben, ist ein mytos, der sich bei naiven menschen nach oberflächlicher lektüre der straßenverkehrsordnung bildet.

    Rote Ampeln gelten z.B. NUR für „Motorhenker“; gleichrangige Straßen sind auch so ein Mythos, für den ich hier regelmäßig unflätig beschimpft werde.
    Für die bislang unbekannte ursache, aus der heraus an einer kreuzung ein autofahrer von rechts nicht bemerkt wird, habe ich aus meiner täglichen Kraftfahrererfahrung folgende vier hypotesen anzubieten:

    1. Er hat ganz einfach nicht hingeguckt. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. „Gucken wird überbewertet“ sollte man auf so manchem grabstein meißeln. Und ja, berliner radfahrer sind i.d.R so suizidal doof, dass sie nicht gucken.
    2. Er hat hingeguckt und es war ihm scheißegal, da sein Rad grade so schön rollte und das Auto hat ja auch viel stärkere Bremsen hat und da bei einem Unfall der Autofahrer ja immer mit schuld ist, wird der schon aufpassen.
    3. Er war mit seinem beschissenen scheißhändi beschäftigt, statt auf den verkehr zu achten, ist deshalb praktisch blind gefahren und war gefährlicher als so mancher besoffene. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach.
    4. Er war wahlweise besoffen/zugedröhnt oder beides.

    Ich weiß, das die Anzahl der Vollenthirnten hinter Lenkrädern täglich größer wird. Bei Rad-, Roller-, oder eScooterfahrern ist es genauso!

    • […]Ich weiß, das die Anzahl der Vollenthirnten hinter Lenkrädern täglich größer wird. Bei Rad-, Roller-, oder eScooterfahrern ist es genauso!

      Das sehe ich auch so. Und. Bei uns in der Stadt werden die Fahrradfahrer immer mehr, was ja nichts schlimmes wäre, wenn sie sich auch an die Verkehrsregeln halten würden, aber viele fahren einfach kreuz und quer, wie es ihnen passt. Man muss heutzutage als Autofahrer höllisch aufpassen, nicht nur wegen solchen Fahrradfahrern, auch wegen allen andere Verkehrsteilnehmern, also auch die enthirnten Autofahrer. Unlängst hätte ich nur an einem einzigen Tag gleich 3 mal innerhalb weniger Stunden einen Unfall gehabt, weil mir andere die „rechts vor links“ Vorfahrt nahmen, wenn ich es drauf anlegen hätte wollen, was ich aber nicht tue und lieber jeden Unfall vermeide.

      Aber hey, Du musst das verstehen. Dem Elias sein Autohass ist schon fasst legendär. Das bekommst Du bei dem nicht mehr weg, im Gegenteil, das wird eher noch schlimmer 😉

      • Ach so. Oft hat der Elias, unabhängig davon ob er Autos nun mag oder nicht auch recht. Viele Städte wurden sein dem WWII dermaßen autogerecht gestaltet, dass man die Fahrradfahrer weitgehend aus den Augen verlor. Der Trend geht heute in die andere Richtung, nur wird der Platz für alle dabei halt auch nicht mehr – zwangsläufig kommen sich dabei nun die Autos und die Fahrräder vermehrt gegenseitig in die Quere, das macht es für alle nicht gerade leichter.

      • […] das wird eher noch schlimmer

        Ich arbeite dran, versprochen. Und genau so wird es eher noch schlimmer, dass ich kommentare, die mir widersprechen einfach stehenlasse und begrüße. 😉

        […] berliner radfahrer sind i.d.R so suizidal doof, dass sie nicht gucken

        Ach, die ganzen vollidjoten sind aus berlin nach hannover gekommen. :mrgreen:

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