Ein scheinsieg für den datenschutz

Der Europäische Gerichtshof hat Internetseiten-Betreiber mit integriertem „Gefällt mir“-Button für die Erhebung von Daten mit in die Verantwortung genommen

[Archivversjon]

Erstmal ein „kompetenzpunkt“ für die scheißtagesschau: es handelt sich nicht um einen „button“. Einen „button“ macht man in HTML mit <input type="submit">. Damit der daten absendet, muss er aktiv beklickt werden. Beim so genannten „button“ vom fratzenbuch handelt es sich um heimlich verabreichten, in javascript realisierten schnüffel- und überwachungskohd, der zwar ähnlich wie ein klickeknopf aussieht, aber auch völlig unabhängig von benutzerinterakzjonen überwachungsdaten zum fratzenbuch funkt.

Warum das nur ein scheinsieg ist? Weil der ganze andere heimlich verabreichte, in javascript realisierte schnüffel- und überwachungskohd — zum beispiel die rd. zwanzig verschiedenen träcker, die in eine typische pressewebseit eingebettet sind — lustig weiterlaufen wird. Oder, um es anders zu sagen:

Von der Entscheidung dürften neben dem „Gefällt mir“-Knopf von Facebook auch andere ähnlich funktionierende Plug-ins, zum Beispiel von Werbeanbietern, betroffen sein. Auf Website-Nutzer könnte mit der Entscheidung ein weiterer Einwilligungs-Klick zukommen

Erstmal noch ein „kompetenzpunkt“ für die scheißtagesschau: in eine website verbautes javascript ist, auch wenn es aus fremdkwellen kommt, kein „plugin“. Es handelt sich nicht um eine funkzjonserweiterung in einem fräjhmwörk, sondern um maximal hirn- und verantwortungslos verbauten bibliotekskohd, über den ein ziemlich unsichtbarer dritter die vollständige verfügungsgewalt hat, der gegenüber dem nutzer einer webseit gar nicht erst in erscheinung tritt.

Juchu! Noch ein „dialog“ zu wegklicken (was ich übrigens meistens gar nicht kann, weil ich kaum einer webseit die ausführung des dafür erforderlichen javascripts erlaube und im zweifelsfall lieber webseits nutze, die ohne das von mir eingeräumte privileg einer kohdausführung funkzjonieren). Statt die gegenwärtigen scheißmachenschaften von reklameheinis und überwachungsfirmen einfach zu verbieten, gibts „gefühlten datenschutz“ in seiner nervigsten form. Ein „gefühlter datenschutz“, auf den ganz viele menschen gern verzichten werden… danke, EuGH! Die ganze halbseidene und grenzkriminelle contentindustrie und reklamewirtschaft ist euch dankbar! Hej, wer braucht da schon dieses menschenrecht auf informazjonelle selbstbestimmung, wenn so tolle geschäfte weiterhin möglich bleiben…

Und ihr da bei der tagesschau-redakzjon, stellt einfach mal jemanden ein, der sich mit dem kram auskennt, über den er schreibt! 😦

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