Mach S/M, das treibt leser zu deinem blog…

„Mach mehr S/M¹, denn das gibt dir mehr reichweite“, haben sie uns gesagt. „Und es treibt mehr leser zu deinem blog„, haben sie uns gesagt.

Meine Güte, was habe ich alles gelesen! Pinterest-Zugriffe würden angeblich einen Großteil aller Zugriffe auf einen Blog ausmachen. Und dann komme ich um die Ecke und erzähle einen von 0,275% aller Besuche. Mehr kommen nicht von Pinterest

Und wisst ihr noch, als sie uns erzählt haben, dass RSS jetzt mi-ma-mausetot sei, weil guhgell seinen RSS-aggregator einfach eingestellt hat (was übrigens eine scheißidee von guhgell war):

Im Vergleich dazu hatte ich insgesamt über 14000 Besuche im gleichen Zeitraum, jeder 8. Besuch kam dabei aus dem RSS-Feed

Wenn man im internetze schreibt, ist nix so wertvoll wie „die paar“ stammleser, die immer wiederkommen, weil sie sich darüber freuen, dass man schreibt. Für die sollte man schreiben. Und an die sollte man denken. Und an nix anderes. Alles andere ist kwatsch, teures reklamefeuerwerk oder spämm. Das merkt man aber auch schon daran, dass dann nicht mehr von lesern als menschen geschrieben wird, sondern entpersonalisiert vom träffick. Die menschen ausblendende und damit latent unmenschliche reklameheini-denke, die sich in solcher sprache spiegelt, ist unerfreulich und genau derjenige zustand des webs, der überwunden werden muss. Spämm gibt es schon genug. Tatsächlich ist diese denke meiner meinung sogar derjenige zustand der gesamten gegenwärtigen gesellschaft, der am dringendsten überwunden werden muss. Spämm gibt es nämlich auch in p’litik-form, dumm und aufregend, neuerdings auch verstärkt in grün und blau und mit enormen echo im contentindustriellen apparat der njuhs-vermarktung (mit der reklameplätze vermarktet werden).

Und nein, das fratzenbuch hilft da auch nicht:

Das gilt übrigens für weitere soziale Netzwerke. Es sind ja nicht nur die Pinterest-Zugriffe. Selbst Facebook, was mir noch die meisten Zugriffe aus den sozialen Netzwerken liefert, bringt mir nicht viel, da von dort die Zugriffe nur ein Drittel der Zugriffe aus dem RSS-Feed darstellen

Es überrascht mich gar nicht. Ich selbst kenne es zu gut vom zwitscherchen, der einzigen S/M-webseit, die ich gelegentlich nutze. Wenn dort einmal jemand mit richtig vielen folglingen einen link setzt, führt dies niemals zu einer signifikanten zunahme der seitenzugriffe, die aus den normalen täglichen schwankungen herausstechen würde. Kaum etwas ist so überschätzt wie S/M.

¹S/M ist meine abk. für social media. Aus gründen.

Eine Antwort zu “Mach S/M, das treibt leser zu deinem blog…

  1. Nicht dass ich jetzt groß widersprechen wollte, aber es kommt auch drauf an, was und wie der misst, so z.B. ob er Mehrfachzugriffe aus dem Feed, sowie Bot-Zugriffe (wenn man sie überhaupt erkennt, da sehr viele Bots / Crawler falsche oder gar keine Kennung im User-Agenten angeben) erkennt und herausfiltert.

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