Diskriminieren, aber richtig!

Augsburg (dpa). Wegen Diskriminierung eines Mietinteressenten muss ein Wohnungseigentümer 1000 Euro Entschädigung an den aus Afrika stammenden Mann zahlen. Das Amtsgericht Augsburg entschied zudem, dass der Vermieter nicht noch einmal ein Inserat mit einer Formulierung aufgeben dürfe, wonach er nur „an Deutsche“ vermiete. Ansonsten droht dem Eigentümer ein hohes Ordnungsgeld. Der Mietinteressent hatte in dem Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefonat von dem Vermieter beendet wurde, als klar war, dass er einen Migrationshintergrund habe.

Sorry, werter presseverleger, aber für abgeschriebene DPA-meldungen gibt es keinen link von mir.

Versteht ihr, werte vermieter mit abneigung gegen ausländer: ihr dürft nicht in eure inserate reinschreiben, dass ihr nur an deutsche vermietet und müsst euch deshalb ein bisschen damit rumschlagen, dass bei euch ein paar leute anrufen, bei denen ihr sofort auflegt. Wenn ihr „nur für deutsche“ ins inserat reinschreibt, ist es diskriminierung, aber wenn ihr es nicht reinschreibt, ist es — nach meinem erachten als nichtjurist — ganz normale vertragsfreiheit nach BGB, ihr müsst ja nicht mit jedem einen vertrag abschließen. Oder noch klarer gesagt: diskriminierung ist keine strafrechtlich verfolgte diskriminierung, wenn sie nur immer schön unsichtbar bleibt und nur im dunkeln wirkt. Sichtbare diskriminierung ist ein tabubruch und teuer. 🤦

Ist die BRD nicht ein schöner, toleranter, menschenfreundlicher staat? 🤦‍♀️🤦🏿‍♂️🤦🏿‍♀️

Ich habe übrigens in münchen erlebt, dass ich mietwohnungen nicht gekriegt habe, weil ich beim reden nicht bairisch klinge (und es wurde mir tatsächlich zwei mal gesagt). Aber in inserate wird das natürlich nicht reingeschrieben.

Eine Antwort zu “Diskriminieren, aber richtig!

  1. Ein tolles Bsp. für ein selbst gedrehtes Hirnfickeigentor mit Nikotinfinger hier :

    NATÜRLICH darf ein Vermieter NUR AN DEUTSCHE sein Objekt vermieten, daß
    ist überhaupt kein Grund die Nazikarte zu spielen !

    Kommt der Mieter z.B. aus China od. der Türkei usw. und hat eben nicht die
    DEUTSCHE STAATSANGEHÖRIGKEIT, so kann und darf der Vermieter dies
    ganz klar aufgrund evtl. zu erwartender und erschwerender Rechtsprobleme
    ablehnen. Außerdem ist/sollte ein Vermieter im allgemeinen an einem längeren
    Mietverhältnis interessiert sein, welches bei tatsächlich ausländischen „Personen“
    ( Bürger nennen geht ja nicht ) durch die Staatenbarriere vorbildlich erschwert wird. Es gibt ja schließlich noch Staaten, da darf man nicht mal so einfach auswandern… nKorea…pfeiff. Ja ja, die chinesischen Mietnomaden sie werden sonst alle kommen 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.