Gender-antiinklusjon des tages

Wenigstens in der schweiz kommuniziert die jornallje mal, dass der bei p’litikern und bullschittstudienabgängern so beliebte und von der verwaltung immer häufiger in irgendwelchen kontexten verordnete und damit erzwungene gender-neusprech ein paar klitzekleine nebenwirkungen hat, die alles andere als inklusiv sind:

Der Universität Wien reicht die Gendergerechtigkeit nicht mehr, „genderinklusiv“ muss die Sprache jetzt sein. Denn bloss Männer und Frauen anzusprechen, offenbart binäres Denken und schliesst das grosse weite Feld der trans-, inter-, a-sexuellen bzw. genderunspezifischen Menschen aus […] Eine „Taskforce Genderinklusion“ hat jetzt das *-Sternchen als Lösung angeordnet, anzuwenden in allen Formulierungen, auch Anreden. „Herr“ oder „Frau“ sind nicht mehr zulässig, denn „dadurch besteht die Gefahr, Menschen einem Geschlecht falsch zuzuordnen“. Das Sternchen sorgt dafür, dass alle gemeint sind bzw. niemand. Auch akustisch, so die Taskforce, kein Problem: Man deutet das Sternchen mit einem Stimmritzenverschlusslaut an, dem sogenannten „glottal stop“. Also: „Liebe – knack – r Benutzer – knack – in“ […] Das Paradies ist also greifbar nah. Nur nicht für die Sehbehinderten, immerhin eine durchaus inklusionsbedürftige Gruppe. Diese ist auf Sprachcomputer angewiesen, die die sprachgereinigten Formulierungen vorlesen. Screen-Reader, so ein Warnhinweis im sprachlichen Leitfaden, läsen den Genderstern aber leider mal als Pause, mal wörtlich als „Stern“, „Sternchen, Asterisk“, manchmal auch gar nicht, wodurch fälschlich der Eindruck der weiblichen Form entstünde

So einen hinweis habe ich in einem blatt aus der BRD noch nie gesehen. Ich bin ja schon mal als „nazi“ beschimpft worden, als ich angemerkt habe, wie blinde menschen den text dann lesen müssen. Ja, ich habe eine zeitlang viel mit blinden menschen zu tun gehabt, das macht ein bisschen sensibel dafür. (Und ja, meine hier gepflegte rechte gutschreibung mag für den einen oder anderen menschen echt scheußlich aussehen, ist aber strikt fonetisch und macht keine derartigen probleme.)

Vielleicht sollten wir einfach erstmal gesellschaftliche gerechtigkeit herstellen und schauen, ob die sprache von allein folgt. Aber die gröbsten gesellschaftlichen ungerechtigkeiten verlaufen eben nicht entlang von geschlechtergrenzen, und deshalb dieser zungenstrafende neusprech-dummfug anstelle konkreter programmatik.

Gender ist opium für die linke. Nicht der linken, sondern für die linke. (Wer Marx und Lenin gelesen hat, versteht die anspielung.)

2 Antworten zu “Gender-antiinklusjon des tages

  1. Also wenn Aliens hier landen sollten,werden die auch mit dem „glottal stop“ eingemeindet?
    Nicht das die darauf wie in „Mars attacks“wie auf die Taube reagieren!

    • Wenn die außerirdischen auf seltsame laute mit kopfexplosjonen oder kleinen massenmorden reagieren, dann müssen wir die einfach nur nach dänemark schicken. Dieser für außerdänische zivilisazjonen unreproduzierbare stød und der… ähm… außerordentliche vokalreichtum der dänischen sprache kombiniert mit einem erschreckenden kwasseltempo sind schon für menschen etwas heftig, vor allem, wenn man das auch noch verstehen will. Und um es noch schöner zu machen, ist die ortografie eine strafe für jemanden, der vater und mutter erschlagen hat – so nach zwei, drei jahren, in denen man keine andere wahl hat, errät man vielleicht manchmal zutreffend, wie ein geschriebenes wort ausgesprochen wird. Ach, ich gebe mal weiter zu juhtjuhbb. Vom lustigen zahlensystem, das irgendwoher die basis zwanzig erhalten hat und etwa 52 in worten als so etwas ähnliches wie ein völlig verschliffenes zwei-und-halb-drei-zwanzig ausdrückt, will ich gar nicht erst anfangen. Das verdrahtet auch das höchstentwickelte gehirnchen neu. (Ja, ich weiß, dass die franzosen da auch etwas eigen sind.)

      Auch innerhalb des skandinavischen sprach- und dialektkontinuums und ja, sogar innerhalb dänemarks haben menschen probleme, dänen zu verstehen. Aber auch dafür gebe ich mal wieder zu juhtjuhbb.

      In zweihundert jahren fragen sich die menschen wohl, wieso auf einmal so ausgeprägte stimmritzenverschlusslaute an den komischsten stellen ins deutsche reinkamen und wieso die sprache immer komischer wurde… wenn das so weitergeht. Zum glück sind noch bei den meisten menschen keine gendereien in die umgangssprache geflutscht. Klar, es gibt ein paar bildungsbürger und ein paar blogger, die diese zungenstrafen zu schreiben und vermutlich auch zu sprechen versuchen, aber das ist ungefähr so wirkmächtig wie meine rechte gutschreibung, die keine besonders gute rechtschreibung sein will, sondern einfach nur die näxsten drei rechtschreibreformen vorwegnimmt. Aber noch ein paar auf genderdeutsch umstellende verwaltungen, und schon haben wir es im duden. Und dann lernen es die schüler als offizjelle deutsche rechtschreibung. Von lehrern, die verpflichtet sind, das selbst zu sprechen und zu schreiben, es den schülern beizubringen müssen und die jede abweichung als fehler behandeln müssen. Und das ist dann die „hochsprache“, die voraussetzung ist, um zum beispiel an einen guten dschobb zu kommen. Dänisch hat übrigens auch vor ein paar jahrhunderten eher wie isländisch geklungen.

      Was ich aber bei den genderleuten nie verstehen werde: warum sie nicht einfach eine andere sprache benutzen. Englisch zum beispiel hat viele der „probleme“ des deutschen gar nicht, und die letzten möglichen geschlechtsmarkierungen lassen sich vermeiden, ohne dass dabei eine absurd anmutende kunstsprache entsteht – und außerdem wird es internazjonal verstanden.

Schreibe eine Antwort zu 124c41 Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.