„Künstliche intelligenz“ des tages

Selbst die derzeit besten Sprach-KIs lassen sich offenbar in die Irre führen, einfach indem man in einem Satz ein oder zwei Wörter durch gleichbedeutende austauscht. Ein menschlicher Leser würde diese Manipulation nicht bemerken. Der Computer hingegen interpretiert den Satz plötzlich ganz anders als zuvor

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich macht gerade eine studie für IBM und hat da etwas rausgekriegt, womit niemand, keinefrun und nirgendwas in diesem ganzen universum rechnen konnte:

Mangelnde IT-Sicherheit führt zu Rekord-Datenverlusten, berichtet IBM in einer aktuellen Studie

Großartig! Wie könnten wir bloß ohne prof. dr. Offensichtlich leben?! 🎓

Dummfrage des tages

Eben in einer umfrage der TU dresden die folgende frage gelesen:

Wie stark fühlen Sie sich den folgenden Gruppen von Verkehrsteilnehmer*innen zugehörig ?

Ich fühle mich der Gruppe der Radfahrenden zugehörig […]

Nein, ich will hier weder über gender*sternchen noch über die hirn- und zungenstrafe „radfahrende“ abjauchen¹, obwohl das angesichts des überreich dargebotenen, genderbarocken, vorsätzlich verständniserschwerenden universitären neusprechs auch ein bisschen juckt.

Das wahrhaft dumme in dieser frage ist inhaltlicher natur: ich dachte immer, das mit dem radfahren sei eine sache des fahrrades, das man im alltag benutzt und nicht eine sache des gefühles. :mrgreen:

Nur für den fall, dass ihr euch mal fragt, wo einige teilweise völlig abstruse studienergebnisse in studien von BRD-universitäten so herkommen. Die fragen da nach gefühlen und danach, wie man sich fühlt, fühlte und fühlen könnte oder möchte. Das geht auch in den folgenden gefühlt zwanzig, hochgradig repetitiv gestellten fragen so weiter. Müsst ihr mal verständnis für fühlen: das ist die neue wissenschaft, die garantiert kein wissen mehr schafft, aber sich immerhin wissenschaftlich anfühlt. Und schöne diagramme kann man und frud und dingz eben auch als auswertung solcher dummfragen erstellen, und die fühlen sich ja auch so richtig nach daten und fakten an. Manche menschen sollen es mit solcher wissenschaftlicher mimikry sogar zu posten und pfründen im BRD-universitätsbetrieb gebracht haben…

Nicht daten sind der rohstoff der zukunft. Dummheit ists.

¹Für alle, die sprachgefühllos geworden sind: ich bin auch dann noch ein radfahrer, wenn ich gerade mal kein radfahrender bin.

Die tagesschau vor zwanzig jahren so:

Fiepser von @tagesschauvor20@twitter.de vom 11. februar 2020, 10:23 uhr -- [3.2.00] Die Datennetze in Deutschland sollten zügig ausgebaut werden, fordert der Verband der Internetwirtschaft im Hinblick auf den starken Anstieg der Internetnutzer-Zahlen.

Immerhin hat sich seitdem vieles getan: es gibt inzwischen eine bundesfunklochmelde-äpp und in der BRD lebende menschen, die keinen telefonanschluss mehr bekommen können, weil sie von den deutschen telekomikern auf VOIP umgestellt wurden, die internetz-bandbreite aber gar nicht für VOIP ausreicht. Tja, dumm gelaufen, wenn andere dinge wichtiger sind. Wems nicht passt, der kann ja nach drüben gehen: in allen nachbarstaaten der BRD ist internetz eine selbstverständlichkeit, die wesentlich preisgünstiger als in der BRD ist. Aber hej, dafür wird in der korrupten scheiß-BRD unter den landverwesern aus der CSPDUAFDPGRÜNETC die organisiert kriminelle scheißautoindustrie bis zum gehtnichtmehr mit steuergeldern gepämpert, im zweifelsfall sogar wegen des klimas, wisstschon. Man kann ja auch nicht für alles geld ausgeben. Ich warte ja immer noch auf meine sextausend øre prämje dafür, dass ich mir kein auto anschaffe…

Claas Relotius des tages

Ein aufgeblasener jornallje-märchenonkel braucht immer auch eine redakzjon, die solche geschichten abfeiert und publiziert und einen verleger, der sich über die tollen möglichkeiten der reklameplatzvermarktung so sehr freut, dass alles andere egal ist, und so war die bildzei… ähm… der spiegel mit offenem ohr direkt am puls des zeitgeschehens [archivversjon]:

Inzwischen ist dieser Absatz gelöscht. Stattdessen steht eine „Anmerkung der Redaktion“ unter dem Text, die ganz ohne das Wort „Korrektur“ auskommt […] Der „Spiegel“ konnte vermutlich nicht ahnen, dass die Linken-Chefin auf einen Fake-Anruf hereingefallen war. Aber er hat den Eindruck erweckt, dass er genau wusste, was in jener Nacht passiert ist – als wäre er dabei gewesen […] Der „Spiegel“-Mitarbeiter hat formuliert, als wäre er dabei gewesen, als Kemmerich zum Hörer griff; als wüsste er aus erster Hand, wie und warum Kemmerich handelte und was genau seine Absicht war. Er schilderte die Szene im Indikativ und ohne jedes „soll“ oder „offenbar“

Warum sollte ein scheißjornalist auch „korrektur“ schreiben, wenn er sich korrigiert. Der macht vielleicht mal eine kleine ergänzung. Der hält sich doch für vollkommen. (Und führt sich im persönlichen umgang übrigens auch gern so auf, damit man auch bemerke, was für ein arschloch er ist.)

Auch weiterhin viel spaß dabei, euch von kwalitätsjornalisten die p’litische meinung geigen… ähm… bilden zu lassen! Immer schön offen sein für rein emozjonale manipulazjonen! Dürft ihr nicht lügenpresse zu sagen, auch wenns keine wahrheitspresse ist, denn sonst seid ihr pfui und nazi!

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, jornalist, verrecke!