Wissenschaft des tages

Von wegen „three quarks for mister mark“ (James Joyce, finnegans wake): wenn genug energie im spiel ist, dann gibt es offenbar auch teilchen, die aus vier quarks bestehen. Tja, wenn man grundlagenforschung in der experimentalfysik betreibt, gibt es halt manchmal noch neue entdeckungen, bis hin zu bislang völlig unbeobachteten formen der materje.

2 Antworten zu “Wissenschaft des tages

  1. Neu sind mehr-als-drei-Quarks-Teilchen nicht; hätte man „nur zwei oder drei Quarks“ als Bedingung formuliert, wäre das schon viel früher experimentell widerlegt worden. Stattdessen hat sich die Confinement-Hypothese (Weißbedingung) gehalten, und die lässt sich auch mit mehr als drei Quarks erfüllen. Neu sind hier nur die Anzeichen, dass mehr als zwei Quarks nicht in der leichtesten Kategorie sind. Ja, mit genügend viel Energie sollte so etwas zustande kommen.

    Mich stört ein wenig, dass die Journalistin von vier gleichartigen Teilchen schreibt, was nur dann richtig ist, wenn man „Art“ als „Flavor“ interpretiert, denn es sind (zwangsläufig) zwei Anti-Quarks unter den vieren. Der Original-Artikel spricht (etwas) präziser von „states composed of four charm quarks“.

    Einiges wirkt maschinenübersetzt: Up-, Down-, Top-, Bottom-, Charm- und Strange-Quarks, mit ihren jeweiligen Gegenstücken. Was für Gegenstücke? Ach so, sie meint Antiteilchen. Nach sechs Fachbegriffen in einem Satz ist ihre Toleranz für einen weiteren anscheinend verbraucht gewesen.

    Und der folgende Schnitzer noch: Wenn man eine Sequenz von Begriffspaaren beschreiben will, kann man die transponieren in ein Paar entsprechender Sequenzen, und die Leser nehmen dann im Geiste Pythons zip-Funktion, um das in eine Sequenz von Paaren zurück zu transformieren. Nur sollte man dann die Ordnung innerhalb der Seqenzen beibehalten. Was schreibt sie?

    […]Hadronen aus vier, fünf oder sechs Quarks (Penta-, Tetra- und Hexaquarks)

    Seufz.

    • Wobei der ArXiv-Artikel selber auch Schusselfehler enthält:

      The quark model [1, 2] classifies hadrons into conventional mesons ($q\bar{q}$) and baryons ($qqq$ or $\bar{q}\bar{q}\bar{q}$), and also allows for the existence of exotic hadrons such as tetraquarks ($qq\bar{q}\bar{q}$) and pentaquarks ($qqq\bar{q}\bar{q}$).

      Man kann sich anhand der Weißbedingung leicht überlegen, dass Pentaquarks ein oder vier Anti-Quarks enthalten müssen, aber nicht zwei oder drei. Ist für das Artikelthema glücklicherweise egal.

      In der eigentlichen Sache kann ich den Artikel nicht beurteilen. Beim ersten Überfliegen entsteht bei mir der leichte Verdacht, dass die ihren Signifikanzwert erst nach der Selektion auffälliger Experimente (mit Bumps) bestimmt haben. Vielleicht argwöhne ich aber zuviel.

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