#allesdichtmachen

Kontext [archivversjon]…

Dieser verdacht, dass etliche leute, die neulich noch wegen des fehlens spürbaren widerstandes ganz offen und mutig je suis charlie und satirefreiheit vertreten haben, jetzt angesichts einer fiesen satirischen darbietung ein nazischimpfwort nach dem anderen von sich geben…

Die angewandten stilmittel der satire in den kurzen videospotts sind jedenfalls offensichtlich und werden beim bloßen zuhören und betrachten völlig klar — hier nur ein beispiel von vielen:

Ich will wieder mehr angst haben. Denn ohne angst habe ich angst. Deshalb appelliere ich an unsere regierung: macht uns mehr angst! Die menschen im land brauchen diese angst jetzt. Liebe regierung, lasst uns in dieser lage nicht allein. Es ist jetzt so wichtig, dass wir alle genug angst haben. Bleiben Sie gesund!

Volker Bruch

Nein, ich bin auch nicht begeistert. Deshalb erspare ich mir auch einen link dorthin, zumal die webseit der vom öffentlich-korrupten schundfunkbetrieb sicherlich gut mit kwasiwohnungssteuer gepämperten schauspieler gerade abgeschossen ist. Vielleicht hätten die einfach einen zweiten sörver mieten sollen. Aber wer die freiheit der satire nur dann gut findet, wenn die satire schön seine gegner und nicht den eigenen hirnriss verspottet, wird, sobald er die erste gelegenheit dazu hat, die freiheit der satire erwürgen. Und solche leute sollte man sich gut einprägen. Damit man ihnen niemals die möglichkeit gewährt, ihre beglückungsideen voranzutreiben.

Alles, aber auch wirklich ALLES, was sich selbst ernst nimmt und von seinen vorantreibern mit einem geradezu neurotisch-heiligem ernst vertreten wird, um die doppelmoral dahinter besser zu verstecken, MUSS mit spott und ätzender ironie übergossen werden! Auch, wenn es nicht mehr lustig ist. Sonst ist es keine satire, sondern nur notdürftig kultivierterer häjhtspietsch mit ein paar witzen.

Ich bin übrigens mal gespannt, wie viele der beteiligten schauspieler — also menschen, deren beruf es ist, jemanden anders als sich selbst darzustellen — nach dieser nummer in unserem ach so freien land mit seiner freiheit von… ähm… der kunst und der meinungsäußerung nie wieder in den öffentlich-korrupten parteistaatsfunkmedien sichtbar werden. Ich habe da ja einen verdacht, wie es kommen wird…

Garantiert nicht satirisch war allerdings vor ein paar wochen die BRD-schlagersängerin und frühere neue-deutsche-welle-erwürgerin „nena“, die nach völlig unbestätigten gerüchten aus für gewöhnlich völlig uninformierten kreisen demnächst einen ihrer auch internazjonal erfolgreichen schlager mit völlig neuem text vortragen wird:

Hast du etwas zeit für mich?
Dann falte ich nen hut für dich
aus neunundneuzig alurollen —
weil wir nix kapieren wollen.

Ach ja, der postilljon hat noch einen:

Klinikpersonal würde Schauspielern gerne für ihren Mut applaudieren, hat aber leider VERFICKT NOCHMAL ZU VIEL ZU TUN!!!!!

So, und jetzt viel spaß mit der fortsetzung der „marktkonformen seuchenbekämpfung“! Und natürlich mit den nächtlichen ausgangssperren. Müsst ihr alle ganz fest dran glauben: Nicht die schulen und arbeitsplätze sind treiber des infekzjonsgeschehens, die dunkelheit und die frische luft sind es!

Dem scheißvirus sind „die märkte“ übrigens scheißegal.

6 Antworten zu “#allesdichtmachen

  1. Ich wette es war eine Fake-Aktion. Eben weil es alles Schauspieler (bis auf einen) waren. Welcher Schauspieler ist schon so blöd in diesen unsicheren Zeiten seine Karriere zu riskieren? Und auch der sehr späte Zeitpunkt, wo die klassischen Mittel der Volksverhetzung gegen CM-Gegner abgenutzt sind. Die „Auflösung“ wird die nächsten Tage kommen.

    • P.S. bezeichnend, dass die tagess(ch)au mit ihrem volksverhetzenden, diffamierenden Wording zum verlinkten Leitmedium für dieses Blog geworden ist.

      • Das liegt zum teil daran, dass andere kwellen entweder nicht in deutscher sprache sind oder von PResseverlegern betrieben werden, die dann nachträglich ihre artikel hinter berliner bezahlmauern verstecken. Und ja, ich lese den fiehd von RT (allein schon wegen der anderen seite der täglichen propaganda), zitiere ihn aber aus ziemlich vielen gründen noch weniger gern als die tagespropaganda unseres parteienstaatsfunks. Die aktuelle kamera der ARD ist schon ziemlich geeignet. (ZDF heute ertrage ich intellektuell nicht, das ist ja wie RTL njuhs mit schlips.) Eine zeitlang habe ich über die „deutsche welle“ und den „deutschlandfunk“ (besser als BRD-welle und BRD-funk bezeichnet) als standardkwelle nachgedacht. Auch nicht besser, oder? Bei englischsprachigen kwellen versuche ich immer, wenigstens den anriss zu übelsetzen, was oft schon bei kürzsttexten erstaunlich viel zeit kostet, weil ich hier ja eine besondere oder auch absonderliche form des schreibens pflege. Nein, kompjuterübelsetzungen kommen mir nicht in die tüte. Die sind besser geworden, aber die machen immer noch hirnaua beim lesen.

        Tja, und dann wäre da noch die NZZ. Die hat aber auch — bei deutlich weniger intelligenzverachtender sprache als BRD-medien — eine ausrichtung. Davon abgesehen, dass sie ein bisschen staubigschwarz ist, halte ich die NZZ für das zurzeit beste deutschsprachige jornalistische produkt.

        Der im folgekommentar referenzierte postilljon ist eine satire-website. Oder anders gesagt: unterhaltung (oder untenhaltung). Die meisten geschmacklosigkeiten dort sind beabsichtigt, und die nachäffung der typischen jornalisten- und PR-töne ist gelungen. Leider kranken die meisten postilljon-satiren an einer gewissen harmlosigkeit, die auch aus beißhemmungen in bestimmte richtungen kommt. 😉

        Ich habe es ja nicht so mit dem jornalismus-nachäffen.

  2. Pingback: Jornalisten fragen | Schwerdtfegr (beta)

  3. Pingback: Gründlich gescheitert: Volker Bruch | Schwerdtfegr (beta)

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