Zitat des tages

Das ist das Schlimme an dieser Zeit. Sie können die ganzen völlig aus dem Ruder gelaufenen Konventionen, das schiefe Bild einer zerfickten Gesellschaft, diese vielen neuen elenden Worthülsen gar nicht mehr vernünftig persiflieren, weil die Wirklichkeit jede Persiflage in ihrer Absurdität übertrifft. Deswegen nicken sie so zufrieden, wenn jemand so plump und doof die Weisheit der Leitung preist. Eine wirklich irre Zeit ist das. Ironie und Sarkasmus sind keine geeigneten Mittel für Satire. Und jede Übertreibung klingt vernünftiger als jeder Frontbericht aus dem Regierungsviertel

Der Maschinist

Nach den müllbergen wäxt die müllwolke

Die trümmerwolke um die erde, die aus von menschen hochgeschossenen satelliten und weltraummüll aller art in erdumlaufbahnen besteht, ist inzwischen so stark angewaxen, dass sie zu einer nächtlichen aufhellung des firmamentes um rd. zehn prozent führt, welche die astronome behindert.

Aber hey, das macht ja nix. Dafür kommt das internetz, mit dem das horrorskop aufs wischofon kommt, in absehbarer zeit wohl von einem satelliten. Ist ja viel schneller und hipper und besserer, und wenn immer noch jemand wissenschaft betreiben will, kann er ja ein paar milljönchen in die hand nehmen und einen weiteren satelliten hochschießen lassen — und demnächst wohl auch noch hoffen, dass dieser satellit nicht von einem trümmerteil getroffen wird.

Es ist doch immer wieder die gleiche beobachtung, was passiert, wenn menschen mit ihrer müllwirtschaft einen neuen bereich irgendwo im kosmos einnehmen: der müll nimmt dort ganz schnell monströse ausmaße an, und kein vertreter der gattung „homo sapiens“ (weiser mensch) tut etwas, um das zu verhindern oder denkt gar mal vorher über mögliche folgen nach. Nichts ist so menschlich wie die haltung, einfach überall den müll hinzukippen. Vermutlich sind intelligente zivilisazjonen in unserer näheren umgebung froh darüber, dass unsere raumfahrtbestrebungen noch so lokal sind und tun alles, um nicht bemerkt zu werden, um ja keinen anreiz zu liefern, dass sich das mal ändert…

Warum es allerhöchste zeit ist, dass ich sterbe

 Bundestagswahl 2021: Bürger sehen höchste Digitalkompetenz bei CDU und CSU -- Umfragen zufolge sind die Bürger sehr unzufrieden mit der Digitalisierung. Dennoch trauen sie der Union am ehesten eine erfolgreiche Digitalpolitik zu.

Die kwelle ist wegen gewaltsamer leserdrängelung mit javascripterzwingung (vorsicht: umfassender überwachungskohd) für mich nicht länger verlinkbar und eigentlich auch für niemanden sonst zitierbar, weil sie durch gezielte technikverhinderung von scheißjornalisten und scheißwerbern nicht auf einfachem weg archivierbar ist. Ich wünsche der hier nur ausnahmsweise verwendeten kwelle, die nach eigener darstellung „ei-tieh-njuhs für profis“ anzubieten glaubt, noch viel spaß und eine umfassend-kwalvolle röchelerfahrung beim leider viel zu langsamen pressesterben.

Übrigens gehe ich davon aus, dass mindestens siebzig prozent der contentindustriell infantilisierten und jornalistisch verblödeten menschen in der BRD nicht zutreffend erklären können, was das wort „digital“ überhaupt bedeutet. Die meisten werden „so was mit kompjutern und internetz“ sagen. Wahlberechtigt sind sie trotzdem.

Es wird zeit, dass ich sterbe. Das leben ist eh an den lebenden verschwendet.

Nachtrag: Fefe will zwar nicht sterben, aber verspürt eine gewisse übelkeit.

Wo kommen wir sonst auch hin?

Achtung, keine satire:

Jäger sollen von den Ausgangssperren in der Corona-Pandemie nach einem Konsens der zuständigen Bundesministerien weitgehend ausgenommen sein. Darauf hat das Bundeslandwirtschaftsministerium die Jagdbehörden und Forstverwaltungen der Länder nach Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesgesundheits­ministerium hingewiesen. Die Ausnahme gilt demnach für die „Ansitz- oder Pirschjagd als Einzeljagd auf Schalenwild“, also Wildschweine, Rehe oder auch Rot- und Damwild

Irgendwer muss ja die viecher abknallen!

Security des tages

Was alles so passieren kann, wenn man irgendwelche dinge — sagen wir mal: alarmanlagen — an das internetz hängt, sich aber bei seinem angebot nicht um eine zuverlässige struktur für sicherheitsaktualisierungen gekümmert hat, weil die ja jahrelang mühe und kosten macht, ohne etwas einzubringen, das demonstriert uns heute abus:

Erneut wurde eine gefährliche Sicherheitslücke in der vernetzten Alarmanlage Secvest FUAA50000 von Abus entdeckt. Über eine bestimmte URL liefert die Alarmzentrale ohne Authentifizierung ihre Gerätekonfiguration aus – einschließlich der zur Konfiguration nötigen Admin-PIN […] Wer will, kann damit das System deaktivieren […] Entdeckt hat die Lücke der Sicherheitsexperte Niels Teusink von Eye Security. Er kontaktierte Abus nach eigenen Angaben bereits im Oktober vergangenen Jahres, um auf die gefährliche Schwachstelle aufmerksam zu machen. Im November gelang es Abus laut Teusink, das Problem nachzuvollziehen und im Januar des laufenden Jahres erschien schließlich ein Firmware-Update, das die Lücke abdichten soll […] Mit dem Firmware-Update auf Version 3.01.21 konnte Abus das Problem offensichtlich nicht in den Griff bekommen: Laut Teusink ist die abgesicherte Firmware bislang nur auf etwa 10 Prozent der rund 10.000 Secvest-Alarmanlagen in Deutschland angekommen, die aus dem Internet erreichbar sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass derzeit mutmaßlich noch tausende Alarmsysteme kinderleicht über das Internet kompromittierbar sind

„Hängt alles unbedingt und immer an das internetz“, haben sie uns gesagt. „Das ist ditschitäll, hipp, modern und zukunft“, haben sie uns gesagt.

Was hat sich doch das berufsbild des einbrechers gewandelt. Erstmal im fratzenbuch nachschauen, wann niemand zuhause ist, dann über das internetz die alarmanlage abstellen, damit auch kein gejaule stört, wenn man die bude leerräumt.

Das ist doch fortschritt!