Datenschleuder des tages

Hat hier etwa jemand geglaubt, dass mit empfindlich weit in die privat- und intimsfäre reinragenden medizinischen daten sorgfältiger umgegangen wird? Nun, coronapoint belehrt euch eines besseren:

Normalerweise antwortet ein Server auf so eine Anfrage lediglich mit einer kurzen Erfolgsmeldung: “Yay, Problem verstanden, du bekommst eine Mail”. Der Server von Coronapoint ist hier leider etwas gesprächiger und beschreibt sehr ausführlich, was im Hintergrund passiert. Dabei erzählt er auch fröhlich den Inhalt der verschickten Mail – inklusive dem Passwort […] man benötigt gar keinen Zugriff auf den E-Mail-Account, um das Passwort zu bekommen. Es reicht, die E-Mail-Adresse zu kennen, diese in das Formular einzutragen und dann zuzuschauen, was der Server an den Mail-Account schickt […] Der QR-Code ist eine Bilddatei, die sich unter https://e.coronapoint.de/cwa/qrcodes/{Buchungsnnummer}.png abrufen lässt […] lassen sich solche Zahlen einfach herunterzählen […] nach nur zwei Versuchen landen wir auf dem QR-Code einer anderen Person […] Zugriff auf mehr als 88.000 QR-Codes der letzten 20 Tage […] die QR-Codes können noch mehr Daten enthalten als nur ein Test-Hash. Die CWA unterscheidet zwischen namentlichen und anonymen Tests. Bei namentlichen Tests werden neben dem Hash auch eine Test-ID, Vorname, Nachname und Geburtsdatum im QR-Code hinterlegt […] mehr als 53.000 für namentliche Tests – und enthielten somit persönliche Daten […] dass die Passwörter nur 4 Zeichen lang sind und nur aus den Zeichen 0123456789ABCDEF bestehen. Selbst ein alter Laptop kann die 65.536 möglichen Kombinationen in Sekundenbruchteilen durchprobieren […] wird ein Link zusammengebaut, der wie folgt aussieht: https://e.coronapoint.de/pdfs/results/result_{Buchungsnummer}.pdf […] waren dort mehr als 140.000 Testergebnisse abrufbar […] Geschlecht, Name, Adresse, PLZ, Ort , Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Ausweis-Nr. (falls angegeben), Test-Name, Hersteller, Test-Datum, Uhrzeit, Testende Person (Name), Testergebnis

Meine fresse, da will die hand gar nicht mehr aus dem gesicht raus! 🤦‍♂️️

Ich wünsche allen genießern meiner zeit auch weiterhin viel spaß beim festen glauben an den ganz besonderen sonderschutz der persönlichen und medizinischen daten im gesundheitswesen! Müsst ihr ganz feste dran glauben! An die daten kam man übrigens weiterhin, nachdem coronapoint über die fehler informiert wurde und verlautbarte, dass die fehler beseitigt worden. Warum sollten die das auch selbst testen?

Also: immer schön feste an die sorgfalt irgendwelcher datenverarbeitenden scheißklitschen glauben! Die scheißliste wäxt und wäxt und wäxt.

Ach ja:

Auch die Betroffenen hat Coronapoint bisher nicht informiert, dabei sind ihnen diese Lücken seit über einer Woche bekannt

Mal schauen, wie das bußgeld nach DSGVO aussieht… oh, die DSGVO ist nicht geschrieben worden, um solche datenschleudern zur rechenschaft ziehen zu können, sondern nur, um privaten mitgestaltern des internetzes ein paar weitere juristische unwägbarkeiten aufzubürden? Na, dann kann man wohl nix machen, herr datenschutzvermeidungsbeauftrager.

Eine Antwort zu “Datenschleuder des tages

  1. Wenn schon die Schweizer das nicht auf die Reihe kriegen, wer konnte da noch erwarten, dass es die Deutschen besser machen?

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