Bitcoin des tages

Bitcoin-Mining:
Gratis-Whirlpool auf Kosten der Umwelt

Im US-Bundesstaat New York beschweren sich Anwohner des Seneca Lake über extreme Wassertemperaturen. Schuld ist eine Bitcoin-Farm am Ufer.

Irgendwann werden die menschen doch noch eine Dyson-sfäre um die sonne bauen — einfach nur, um den strombedarf für den scheißbitcoin zu decken, auf den alle so heiß sind. Im moment macht man das ja noch mit ölverbrennung, gasverbrennung, müllverbrennung und kernenergie.

Hoffentlich werden diese tulpen des internetzzeitalters bald wieder so wertlos wie andere bezugslose zahlen.

6 Antworten zu “Bitcoin des tages

    • Rechnen wir mal:

      Seneca Lake (New York):
      Natürlicher Zufluss: 1240 Kubikmeter pro Minute.
      Dichte (Süßwasser) ca. 1000 kg pro Kubikmeter.
      Macht einen Massenfluss von1.24e6 kg/min = 20.7e3 kg/s.

      Spezifische Wärmekapazität von Wasser: 4,2 kJ/(kg K)

      Angewendet auf den natürlichen Zufluss: 87 MW/K .

      Angestrebte Kraftwerksleistung: 500MW (elektrisch). Der hineingesteckte Wärmetransport muss größer sein. Vom Überschuss dürfte der größte Teil als Abwärme ins Kühlwasser gehen. Vermuten wir mal auch 87 MW. (Hier habe ich keine Detailkenntnisse; ich versuche einfach nur, die Größenordnung zu schätzen.)

      Ergibt eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur um 1 K. An der Einleitungsstelle natürlich um wesentlich mehr, also um mehrere Kelvin.

      Dies unter den Annahmen, dass (1) der gesamte Wasserfluss am Kraftwerk vorbei führt und damit zur Kühlung beiträgt, und (2) dass der See hauptsächlich über Wasseraustausch kühlt (was Verdunstung einschließt, aber nicht den stofflosen Wärmeübergang zur Luft an der Oberfläche). Ich weiß nicht, wie realistisch diese Annahmen sind. Fehler wirken sich da in verschiedene Richtungen aus. Aber es geht mir hier nur um eine Vorstellung von der Größenordnung.

      Mehrere Kelvin Differenz an der Einleitungsstelle fördern tatsächlich Algenbildung.
      Und ergeben weniger gelöste Luft, und tote Fische.

      So ein Kraftwerk sollte an einem stärkeren Strom stehen.

      • Hmm, da ist eine fehlerhafte Annahme drin. Die Abwärme des Kraftwerks mag nur ein Bruchteil der elektrischen Leistung sein, aber die elektrische Leistung wird dann von der BitCoin-Farm direkt in Abwärme umgesetzt. Es geht also nicht um 87MW, sondern eher um 587 MW. Also eher 6 K durchschnittliche Erwärmung, und zweistellige Kelvin-Werte an der Einleitungsstelle. Eindeutig zuviel.

  1. Und passend dazu:

    Bitcoin-Millionär als grüner Gönner

    Demnach konnten die Grünen bei Großspenden im Vergleich zu 2017 am meisten zulegen. Ihr Anteil am Gesamtvolumen stieg demnach auf gut 29 Prozent von nur gut drei Prozent vor vier Jahren. Darin enthalten ist die Spende von einer Million Euro des Bitcoin-Millionärs Moritz Schmidt.

    Flugreisen und Gewinne aus energieintensiver Spekulation lassen sich die Grünen doch nicht entgehen.

  2. Ich dachte Golem sei hier jetzt ein Nogo-Lemma.
    Naja, egal. Vor der Dyson-Sphäre wird die Menschheit wohl noch drei Todessterne bauen, wenn nicht vorher noch einen Todesplaneten.

  3. Die Tagesschau dazu. Irgendwie scheinen tote Fische, Algenbildung und eine geplante sechsfache Abwärmebelastung gegenüber dem früheren Kraftwerk nicht als genügend ernste Argumente eingestuft zu werden. Da müssen dann abstrakte CO2-Ziele herhalten. Das könnte schief gehen, wenn Jury oder Richter meinen, dass CO2 doch gut für Pflanzen sei und das Umkippen des Sees nicht erkennen.

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