Man gut, dass noch niemand zum mars losgeflogen ist!

Unter der Eiskappe des Mars-Südpols gibt es offenbar doch kein flüssiges Wasser oder sogar Seen. Die vermeintlich wasseranzeigenden Radarsignaturen könnten stattdessen von speziellen Tonmineralen, sogenannten Smektiten, stammen, wie nun Studien enthüllen […] Nach Ansicht der Wissenschaftler spricht daher einiges dafür, dass die Freude über Seen am Mars-Südpol verfrüht war. „Die Theorie des flüssigen Wassers erfordert sechs- bis achtmal mehr Wärme als der Mars liefert und mehr Salz, als in dieser Region vorkommt – was sie schon von vornherein wenig plausibel machte“, sagt Smith. „Jetzt zeigt sich, dass die Tonminerale die Beobachtungen erklären können, ohne dass wir dafür besondere Umstände brauchen.“

Hach, und dabei haben sich alle leute mit großem marsfernweh so sehr über die größere wassermenge in oberflächennähe gefreut. Das sah ja fast aus wie die lösung für das zweitgrößte problem kommender siedler. Jetzt müssen sie das wasser doch wieder selbst mitbringen. Zu prohibitiven transportkosten. Und immer wieder aus kacke, luftfeuchtigkeit und pisse rückgewinnen, und zwar mit ganz geringen verlusten. Ad astra!

Was das größte problem ist? Die viel zu dünne, nicht atembare atmosfäre natürlich, die vermutlich schon nach einem mittelgroßen rülpser unseres sönnchens jegliche schutzwirkung verliert und eine sonnenschutzkrehm mit einem schutzfaktor im milljardenbereich erforderlich macht. Man braucht sehr schnell gasdichte (man will die teuer mitgebrachte luft und das teuer mitgebrachte wasser ja nicht verlieren) unterirdische… ähm… untermarsische räume. Ist halt nicht halb so glorreich wie in stardreck aus der glotze, wenn man sein leben als weltraumbesiedler wie ein maulwurf tief im boden verborgen verbringt und das anziehen für einen „spaziergang“ echt aufwändig wird.

Tja, das wird nix mit der irren technokratischen illusjon „wenn wir die erde demnächst endlich verbraucht haben, dann fangen wir einfach damit an, andere planeten zu verbrauchen“. Ich persönlich gehe davon aus, dass eine marsbesiedlung mindestens auf jahrzehnte hin unmöglich sein wird, und danach wäre sie immer noch monströs aufwändig.

3 Antworten zu “Man gut, dass noch niemand zum mars losgeflogen ist!

  1. Ach, was, Wasser! Kostet doch nur 10.000€ einen Liter davon in eine Umlaufbahn um die Erde zu schießen. So viel teurer kann das zum Mars dann auch nicht werden.
    Und wenn die Menschheit schon auf dem besten Weg ist sich selbst auf diesem Planeten zugrunde zu richten, ist es doch irgendwie tröstlich sich mit Weltraumbesiedelungsillusionen über das eigenen Versagen hinwegtäuschen zu können.

  2. Mars hat ohnehin eher Visionscharakter. Solange wir in einer Erdumlaufbahn nicht einmal Wäsche waschen können, kann man von Mond- und Marsbasis.höchstens träumen. Da erscheint mir Arbeit an einer LEO-Herberge mit nennenswertem Recycling-System sinnvoller.

  3. Eismonde wären interessanter. Da gibt es Wasser (in Eisform) im Überfluss. Da könnte man ein größeres Modul mit einem Reaktor absetzen, das sich erst einmal (zwecks Strahlenschutz und thermischer Stabilität) 5m unter die Oberfläche schmilzt. Weiteres Wasser lässt sich ebenfalls über Schmelzen oder Destillieren gewinnen, Sauerstoff über Elektrolyse. Recycling anderer Stoffe ist dann immer noch erforderlich, denn was es an chemischen Elementen nicht vor Ort gibt, muss man wiederverwenden.

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