So genau wollte ich es gar nicht wissen…

Mir reicht ja, wenn ich π mal brauche und keinen rechner zur hand habe, 3,14. Manchmal, wenn man eh schon mit brüchen zu tun hat, ist 22/7 auch ganz praktisch, und wenn man irre ist oder es genauer braucht, ist 355/113 eigentlich immer ausreichend. Man kann aber auch einen großen kompjuter 108 tage und neun stunden durchlaufen lassen, damit er 62,8 billjonen dezimalstellen von π ausgibt.

Was der verlinkte artikel nicht streift, ist die frage, warum man das macht. Es gibt ja keine auch nur denkbare anwendung, in der man π mit einer so großen genauigkeit braucht. Es gibt zwei gründe, warum man so etwas macht:

  1. Um PResseerklärungen rausgeben zu können, in denen der name des institutes steht… vor allem natürlich im sommerloch, wo die presseverlegerbrut ja irgendwas zwischen die reklame packen muss.
  2. Um die ziffernfolge zu untersuchen und indizjen dafür zu bekommen, dass π eine normale zahl ist, das heißt, dass alle ziffern in der ziffernfolge mit gleicher häufigkeit vorkommen und statistisch nicht von einer zufälligen ziffernfolge zu unterscheiden sind.

Natürlich geht seit jahrzehnten auch der skeptischste zahlenteoretiker davon aus, dass π eine normale zahl ist (im gegensatz etwa zur ebenfalls transzendenten Liouville-konstanten), aber es gibt natürlich keinen beweis dafür und nicht einmal eine spur einer beweisidee. Bislang hat die berechnung vieler stellen von π auch keinen hinweis darauf gegeben, dass π keine normale zahl wäre…

Aber die PResseerklärung, die hat immer einen nutzen! 😉️

2 Antworten zu “So genau wollte ich es gar nicht wissen…

  1. Die haben noch nicht einmal den Algorithmus erwähnt. Also wird da auch nichts Neues sein. Was für ein [Ausdruck, den mein TextRewriter gerne ersetzt, wenn ich den aktiviere].

  2. Viiiiiiiiiiiiiiiiiiel interessanter: Es gibt regelmäßig neu entdeckte Fermat-Primfaktoren. Die derzeitige Zusammenfassung „359 prime factors known“ ist nicht ganz richtig; es müsste proper prime factors heißen, ansonsten kämen noch die fünf bekannten Fermat-Primzahlen hinzu.

    Demnach haben wir derzeit $2^364 – 1$ Möglichkeiten, Zahlen $N$ mit vollständig bekannter Faktorisierung zu erzeugen, bei denen die multiplikative Ordnung von $2\pmod{N}$ eine Zweierpotenz ist.

    Ob ich noch die vollständige Faktorisierung von F12 erleben werde? Derzeit ist da noch ein C1133 übrig.

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