Hadmut Danisch des tages

Warum schreiben sie mir dann nicht gleich per E-Mail, was sie mir per Whatsapp sagen wollten, anstatt mich zu bitten, Whatsapp zum laufen zu bringen?

Och, herr Danisch, was meinen sie, was ich schon gehört habe. Mein favorit war immer noch dieser gesprächsfetzen, der erst so sex, sieben jahre her ist.

Mitmensch: Und wo finde ich dich im fratzenbuch?

Ich: Es gibt mich nicht im fratzenbuch.

Mitmensch: Du bist also gar nicht im internetz.

Mir haben schon leute ihre alten wischofone schenken wollen, damit ich für sie „erreichbarer“ bin. Obwohl sie eine mäjhladresse von mir haben, und obwohl ich es eigentlich immer schaffe, meine mäjhl binnen eines tages zu lesen, wenn eine mäjhl nicht gerade als spämm raussortiert wurde. Einige haben sogar eine telefonnummer von mir. Ich bin zwar genervt, wenn man mich anruft — es hätte beinahe immer in eine weniger invasive mäjhl gepasst — aber ich gehe dran, wenn ich den anrufer kenne. Und eine menge leute wissen sogar, wie man mich über XMPP erreicht und sehen sogar am statuspiktogramm, ob ich gerade beschäftigt oder zu einem tschätt aufgelegt bin. Da gibt es sogar händiäpps für. Sogar welche mit OMEMO-verschlüsselung. Aber ich bin nicht für sie „erreichbar“. Weil sie mich nicht über ihr beschissenes scheiß-wanzäpp erreichen. Herr! Himmel! Hirn! Und wenn einer dieses beschissene scheiß-wanzäpp hat — ich kenne da so einige menschen, die diesen fettgefressenen datenmüll der spämm- und trojanerklitsche fratzenbuch benutzen — und ich sitze mit so jemanden zusammen, dann macht sich sein beschisses wischofon alle paar minuten klingeling dahinpiepsend bemerkbar und irgendein gelangweilter zeitgenosse teilt irgendwelche nichtigkeiten aus der hirnhölle mit. Muss man aber immer sofort behandeln und antworten, ist wichtiger als jedes unmittelbare gespräch… damit man auch ja keinen klaren gedanken mehr fassen kann. Da hätte ich aber so richtig bock drauf! 🤮️

Und nein, herr Danisch, es sind nicht nur weiber. Es sind nicht einmal überwiegend weiber. Zumindest bei mir nicht.

Wenns internetz im händi ist, ists gehirn im arsch.

Eine Antwort zu “Hadmut Danisch des tages

  1. Musste gerade gestern auch wieder jemandem dem man eine Smartwanze geschenkt hatte, den ganzen $©ħ€ı$$ von Google und Facebook ausreden.
    Irgendwie glauben selbst Leute, die Null Computer-Erfahrung haben, dass sie mit einer Smartwanze glücklich werden m(
    Das Argument „Überwachung“ hatte dann zumindest temporär Erfolg.

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