Ich glaube, das hilft nicht

Xavier Naidoo hat mal ein bisschen nachgedacht und sich eigentlich recht klar öffentlich zu dem geäußert, was er jahrelang vertreten hat, wenn er auch ein bisschen die einzelheiten weggelassen hat. Was immer seine motivazjon war, das wird ihm nicht leicht gefallen sein.

Ich muss mal ein bisschen ausholen.

Sollte er beim nachdenken einfach nur festgestellt haben, dass er seine musik schon seit jahren nicht mehr verkaufen kann, wird ihm seine öffentliche bußübung leider nicht helfen.

Unvergessen, wie die BRD-syntipopbänd wolfsheim mal die worte „wo ist der führer, der mich führt… ich warte immer noch“ in deutscher sprache in eines ihrer stücke verbaute, die nur eine übertragung des darin ebenfalls gesungenen, englischen „where’s the leader who leads me… i’m still waiting“ sind. Diese kleine anwendung der kunstfreiheit, dieses verstörende verdeutlichen, wie die gleiche aussage im gleichen kontext in verschiedenen sprachen verschieden klingen kann, hat gereicht: eine der besten syntipopbänds aus der BRD, vermutlich sogar die beste¹, wurde niemals in den großen fernsehformate präsentiert, so gut wie gar nicht im radio gespielt und blieb — von einer relativ kleinen szene abgesehen — ziemlich unbekannt. Die ganzen neunziger jahre lang. Und bis in die nuller jahre hinein, bis 2003. Wegen einer einzigen zeile text in einem stück, die für pawlowsche hunde ein bisschen bräunlich klang und unter umgehung höherer geistesfunkzjonen gebieterischen speichelfluss auslöste. Was habe ich wolfsheim den großen hit gegönnt! Und was bin ich froh, dass die musik heute nicht mehr ausschließlich über die gängel- und zensurbuden des rundfunks vermarktet wird.

Ich sehe gerade, dass es sogar ein wicked-pedia-lemma dafür gibt. Das erwähnt allerdings unter „rezepzjon“ das fast anderthalb jahrzehnte andauernde verschweigen durch die gesamte contentindustrie nicht, um dann etwas überraschend darauf hinzuweisen, dass ein in den neunziger jahren kaum verkauftes stück heute erstaunlicherweise auf jedem sämpler für diese zeit zu finden ist. Man muss keine tiefen risse im hirn haben, um bei der wicked pedia mitzumachen, aber es ist sehr hilfreich.

Diese ganze geschichte nur so als hintergrund, für wie wahrscheinlich ich es halte, dass Xavier Naidoo noch einmal etwas im musikgeschäft wird. Ich weiß nicht, ob er das selbst weiß und ich habe in den letzten jahren leider oft zweifel an seiner intellektuellen leistungsfähigkeit gehabt. Wenn er es selbst weiß: respekt für seine äußerungen und für seine distanzierung von dingen, die er als falsch erkannt hat! Wenn es aber nur ein marketing-versuch ist: tja, das wird wohl nichts.

¹Man hat so vieles nicht mitbekommen damals… deshalb nur eine vermutung.

Künstliche intelligenz des tages

Dieses päjhper zeigt, dass man in angelernten neuronale netzwerke eine hintertür verstecken kann. Hier mal die sehr salpppe übelsetzung der ersten zwei absätze aus dem äbsträkt als appetitanreger:

Wenn sie sich anschauen, welche rechenkosten und wie viel technisches fachwissen für das träjhnieren von modellen im maschinellen lernens erforderlich sind, könnten die anwender die aufgabe des anlernens an einen dienstleister delegieren. Eine solche delegazjon des anlernens hat klare vorteile, wirft aber auch ernsthafte vertrauensbedenken auf. Diese arbeit untersucht den möglichen machtmissbrauch durch nicht vertrauenswürdige anlerner.

Wir zeigen auf, wie ein böswilliger anlerner eine unentdeckbare hintertür in einen klassifikator einbauen kann. Bei oberflächlicher betrachtung verhält sich ein solcher klassifikator normal, aber in wirklichkeit verfügt der anlerner über einen mechanismus, mit dem er die klassifizierung einer beliebigen eingabe mit nur einer kleinen verfälschung verändern kann.

Wichtig dabei ist, dass dieser mechanismus ohne den passenden „hintertürschlüssel“ unsichtbar ist und von keinem beobachter mit begrenzter rechenkraft entdeckt werden kann. Wir demonstrieren zwei rahmenkonzepte für das einschleusen von nicht nachweisbaren hintertüren.

Nur für den fall, dass jemand gedacht hat: Bei der „künstlichen intelligenz, da gibts ja gar keine programmierung mehr, also kann es auch keine trojaner mit versteckten funkzjonen geben“. Doch, kann es. Und sie können nicht entdeckt werden, wenn man nicht gerade den unendlich leistungsfähigen kompjuter g’ttes benutzt, falls der irgendwo rumsteht… damit ist auch kein schutz davor möglich. Klar, die angelernten netzwerke entziehen sich ja schon der analyse.

Und nun zum spocht

Zero Master hat mal wieder doom gespielt und den bisherigen weltrekord in UV speed für die vierte episode nicht um ein sekunde oder fette zwei sekunden unterboten, sondern um unglaubliche fünf sekunden¹. Dabei war da außer einer neuen abkürzung in E4M4 (dieser exakte sprung, der vielleicht etwas unter einer drittel sekunde gegenüber dem teleporter gebracht hat, weil man seine geschwindigkeit nicht verliert) nichts dabei, was ich nicht schon gesehen hätte. Nichts außer übermenschlichem skill, einem bei ihm immer kinderleicht aussehenden SR50 und etwas glück mit gegnern, die nicht im wege stehen. Und das mit dem glück war gar nicht so ausgeprägt, zumindest nicht in E4M1.

Und was schreibt er selbst dazu? Er schreibt dazu, dass er das jetzt lange zurückgehalten hat, weil er mit seiner zeit unzufrieden war… so muss man auch erstmal draufkommen, dass man mit einem neuen weltrekord unzufrieden ist, weil man merkt, dass da noch mehr geht. 😲️

¹Bei so einem alten spiel sind die speedruns so technisch und so durchoptimiert, das jede sekunde verbesserung schwierig ist.