Vergesst die klaut!

Demnächst soll man nicht mehr in der wolke rechnen, sondern im weltraum. Ich bin mal gespannt auf die mondpreise…

Nein, das wird nicht so „billig“ wie ein niedriger erdorbit. Dafür hat man aber bei jeder datenübertragung eine entfernungsbedingte zusatzlatenz von rd. 2,7 sekunden bis zur antwort. Wenn man fette rechendschobbs (wie etwa beim rendering von animazjonsfilmen) erledigen lässt und am ende die einzelbilder runterlädt, ist das natürlich kein problem, aber wenn man seine datenbank auf dem mond halten will, schon. Die frage, wie man angesichts der ungefilterten sonneneinstrahlung daten- und dienstsicherheit auf dem mond sicherstellt, wenn die sonne mal ein bisschen hüstelt, will ich da gar nicht erst streifen. Ein admin, der sich um den zustand der geräte, der verkabelung und der massenspeicher kümmern könnte, läuft da ja nicht rum. Selten war eine schnapsidee so hirnabgesoffen wie diese. Und die latte ist hochgelegt. So einen bullschitt wie den „hyperloop“ von Elon Musk muss man erstmal mit einer noch dümmeren idee überbieten. Fällt den propagandisten der mondprogramme wirklich kein besseres argument für ihre teuren ambizjonen ein? Oder soll hier einfach nur ein riesenberg dummes geld vom staat und von risikoinvestoren abgegriffen werden?

Übrigens gibt es auch auf der erde die möglichkeit, abwärme zu nutzen und kostenfreien sonnenstrom zu erzeugen. Ja, den strom muss man speichern, weil die sonne eben manchmal die andere seite der erde anleuchtet (man nennt das nacht). Auf der erde für eine erdnacht, also in äkwatornähe für rd. 12 stunden (und natürlich auch reserven wegen des wexelhaften wetters), auf dem mond für eine mondnacht, also für rd. zwei wochen. Dafür ist es aber ungleich einfacher und billiger, ein mittelgroßes solarkraftwerk auf der erde zu bauen und zu unterhalten. Die akkus, die man mit zum mond hochschießen müsste, werden deutlich schwerer als die kompjuter. Und bei alledem muss man an redundanz denken, weil die komponenten durch die harschen bedingungen (strahlung, temperaturdifferenz zwischen tag und nacht, mikrometeoriten) schaden nehmen können. Und nutzlast zum mond zu schießen ist teuer. Sehr teuer. So richtig umweltfreundlich ist das natürlich auch nicht, wenn auch der scheißwerber das genaue gegenteil behauptet. Die ganze idee ist fraktaler bullschitt. Es ist egal, welchen teilaspekt man sich anschaut, sofort schwimmt hirnchen in bullschitt.

Ich habe ja angst, dass sich so ein Elon Musk auf diese idee stürzen könnte und sein ganzer, von heiligenverehrung cerebral gelähmter fännklub mir überall in presse, glotze, internetz und privatleben so erzählt, was das für eine geniale idee ist.

Eine Antwort zu “Vergesst die klaut!

  1. Was kostet es eigentlich 1kg auf den Mond zu schießen. Bis zur ISS sind es „nur“ 10.000 US$. Bis zum Mond muss man noch ein Stück weiter raus aus dem Gravitationstrichter der Erde …

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