Datenschleuder des tages

Ein USB-Stick mit personenbezogenen Daten der Einwohner von Amagasaki im Westen Japans ist verloren gegangen. Nach Angaben der Stadt hatte der Mitarbeiter eines IT-Dienstleisters die Daten der über 460.000 Einwohner am Dienstag im Informationszentrum der Stadtverwaltung auf den Stick gezogen, um sie an anderer Stelle zu verarbeiten […] Grund für den Verlust des Daten-Sticks war Medienberichten zufolge, dass der Mann nach Feierabend in einem Restaurant eingekehrt war und Alkohol trank – zu viel, denn er sei anschließend auf der Straße eingeschlafen […] Als der Mann erwachte, sei die Tasche mit dem USB-Stick verschwunden gewesen

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß beim festen glauben daran, dass daten bei staat und verwaltung viel besser geschützt sind als bei einer kleinen klitsche, die irgendwelche äpps zusammenstöpselt. Müsst ihr aber ganz feste dran glauben, und dann schön in staaten leben, die euch, ohne dass ihr eine schangse hättet, dieser scheiße zu entkommen, immer datennackter machen, die immer mehr persönliche und teilweise in die intimsfäre hineinragende daten (wie zum beispiel gesundheitsdaten) einsammeln und in riesigen zentralen datenbanken wegspeichern, wisst schon, weil modern, hipp, besser und gut. Die liste wäxt und wäxt und wäxt, und die staatlichen datenlecks sind vermutlich nur deshalb ein bisschen unterrepräsentiert, weil sie öfter mal vertuscht oder gar nicht erst entdeckt werden.

Von leuten, die ein problem mit alkohol haben und einfach mal eben so die meldedaten einer großen stadt durch die gegend tragen, hört man ja erst, wenn die daten dann so richtig weg sind. Hätte da jemand dem besoffen pennenden IT-spezjalexperten den stick aus der tasche genommen, einfach ein imätsch des datenträgers erstellt und dann den stick wieder zurückgelegt, wäre auch hier nicht einmal etwas aufgefallen… außer vielleicht, wenn die daten anschließend unter kriminellen zirkulierten und für verbrechen aller art benutzt würden. Aber dann hätte man auch nur gewusst, dass ein leck vorliegt, aber nicht, wo es ist, ob es vielleicht noch besteht und was man dagegen tun kann.

Übrigens möchte ich ausdrücklich loben, dass der spezjalexperte daran gedacht hat, die daten für den transport zu verschlüsseln. Wenn das jeder täte, wäre schon viel gewonnen. 👍️

Vertraut auf den staatlichen datenschutz, ihr staatsschäflein, der ist allerhöchste sorgfalt und handverlesenes personal! Und vertraut euren führern, ihr staatsschäflein, die sind weisheit und kompetenz! Und jetzt schön datennackig machen, ihr staatsschäflein! Ist doch auch gar nicht so schwierig, einfach immer nur gefügig zu sein… 🐑️

Eine Antwort zu “Datenschleuder des tages

  1. Ja, Verschlüsselung hilft, ein Backup auch.
    Na, dann wollen wir mal hoffen, dass die Daten nicht so „verschlüsselt“ waren. Bei der Verschlüsselung hat der endlose September auch schon länger die Entwicklerebene erreicht.

    Inzwischen haben sie den USB-Stick aber wohl wieder „gefunden“.

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