Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der forsche forscher an allen fronten der erkenntnis, hat mal wieder einen dschobb als investigativer jornalist für die tagesschau-redakzjon gemacht und dabei rausgekriegt, dass kompjuterprogramme auf die hardwäjhr des kompjuters zugreifen können, auf dem sie laufen [archivversjon]:

Das zeigen Recherchen und technische Versuche des Bayerischen Rundfunks. Die datenjournalistischen Teams BR Data und BR AI und Automation Lab konnten zusammen mit PULS Reportage belegen, dass Notebook-Programme die Kamera und das Mikrofon jederzeit aktivieren können, um Videos und Gespräche aufzuzeichnen

Außerdem können Computer-Apps jederzeit sämtliche Bildschirminhalte abfotografieren oder aufzeichnen. Das birgt das Risiko umfangreicher Spionage-Angriffe, bei denen Apps verdeckt auf interne Dokumente, Bilder und Videos zugreifen könnten – im Prinzip auf alles, was sich auf dem Computer-Bildschirm abspielt

Ob so überwältigend großer jornalistischer erkenntnisse aus der tagesschau-redakzjon muss der ganze kosmos erstmal kurz luft holen. Wo kommen wir denn da hin, wenn ein kompjuterprogramm auf die hardwäjhr des kompjuters zugreifen kann. Am ende kann das programm sogar noch tastatureingaben lesen und ausgaben auf dem bildschirm machen!!1! Oder gar den getippten brief ausdrucken!!1!

Die assistentin von prof. dr. Offensichtlich, die prof. und cyber-spezjalexpertin Miriam Föller-Nord, hat angesichts dieser schrillen alarmmeldung auch noch einen wichtigen hinweis für die geneigte leserschaft:

Miriam Föller-Nord, Professorin für Cybersecurity der Hochschule Mannheim, fordert angesichts dieser Testergebnisse, dass die Hersteller der Betriebssysteme „möglichst alles für Cybersicherheit tun sollten“. Allerdings: „Die totale Sicherheit gibt es nicht, solange man mit dem Internet verbunden ist.“

Für menschen, die wirklich besorgt sind, habe ich auch einen tipp, der funkzjoniert, ohne dass jemand anders etwas tut: einfach die kamera vom kompjuter abziehen. Es hat schon einen grund, dass ich keine kamera am kompjuter habe und ein mikrofon nur in den wenigen situazjonen einstecke, in denen ich es auch brauche. Aber ich bin ja auch kein cyberprofessor. Da ist mein leben sicherlich viel unsicherer. 🤦‍♂️️

Und nein, ich benutze kein windohs und kein mäckOS. Aber ich weiß, dass kompjuterprogramme (über eine betrübssystemschicht) auf die hardwäjhr des kompjuters zugreifen können. Das macht kompjuterprogramme überhaupt erst nützlich. Man kann das absichern, etwa so, wie es ändräut mit einem zugegebenermaßen recht ausgefeilten rechtesystem tut. Das hilft aber nicht, wenn die leute jeden dialog schnell und ungelesen wegfingern. Wenn das internetz im händi ist, ists gehirn nun mal im arsch. Aber in historisch gewaxenen betrübssystemen ist es sehr schwierig, so etwas nachträglich einzubauen, ohne dass einige der vielen progrämmchen probleme machten, für die sich leute überhaupt erst einen kompjuter hinstellen.

Eigentlich wäre das ja informazjonstechnisches grundwissen, das hier jeder normal intelligente und gebildete mensch haben sollte… aber doch nicht für jornalisten, die kennen sich eigentlich nie mit den temen aus, über die sie schreiben. (Ich bemerke das jedes mal, wenn ich mich mal zufällig mit einem tema auskenne, und ich habe keinen grund zur annahme, dass der scheißjornalismus gründlicher sein sollte, wenn es um temen geht, mit denen ich mich zufällig nicht so gut auskenne. Umwelt zum beispiel. Oder gesundheit. Oder klima.) Und so werden alle dumm gemacht. Dumm durch jornalismus. Und jeden tag noch ein bisschen dümmer durch jornalismus.

Und was darf nach der verdummung durch scheißjornalismus nicht fehlen?

Doch nicht nur Ausschalten hilft: Bei MacOS und Windows sollte man Apps immer so wenig wie möglich erlauben und Software aus bekannten Quellen installieren, wie beispielsweise aus dem Windows- oder dem Apple-Store

Richtig, der hinweis auf schlangenöl! Der muss! In diesem fall der hinweis darauf, dass äppel und meikrosoft angeblich die softwäjhr gründlich überprüfen, die sie in ihrem entrechtungs-, spitzel- und datensammel-äppstohr anbieten. Hier mal ein zwei einfache websuchen, zu denen die aufdringlich mit schlangenöl für gefühlte sicherheit winkende spezjalexpertin cyber-prof. Miriam Föller-Nord aus dem rundfunkabgabenfinanzierten BRD-parteienstaatsfunk leider nicht imstande war: eine für äppel und eine für meikrosoft.

So viel zu den kompjutersicherheitstipps von experten, die euch von jornalisten hingestellt werden. Und so viel zu allen anderen hinweisen der jornalisten, die sie auf grundlage irgendwelcher expertenworte geben, sei es zur ernährung, sei es zum klima, sei es zur umwelt, sei es zur politik, sei es zur wirtschaft, sei es zur infekzjologie, sei es zur wissenschaft.

(Experte ist für mich bis jetzt das unwort des jahrhunderts. Und mit solchen leuchtturmgestalten für lichtallergiker wie dem ZDF-adelsexperten habe ich da noch gar nicht angefangen…)

Eine Antwort zu “Prof. dr. Offensichtlich

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