Kurze und lange vokale

An einem treppenaufgang mit klebehand angeklebtes, handbeschriebenes stück papier 'ihemepassage 10 A'.

Ich wurde doch tatsächlich gefragt, warum ich mir — wenn ich schon eine eigene ortografie benutze — keine einheitliche schreibweise für die schreibung langer vokale in geschlossenen silben ausgedacht habe.

Habe ich.

Und dann habe ich das probiert und fand, dass das lesen erschwert wird. So gut die „rechte gutschreibung“ auch noch lesbar bleibt, wenn man etliche wörter strikt fonetisch schreibt und die absurd komplizierten regeln zur groß- und kleinschreibung auf eine gemäßigte kleinschreibung herunterbricht: die wiedergabe langer vokale in geschlossenen silben durch vokalverdopplung würde texte wegen des stark veränderten schriftbildes viel schwieriger lesbar machen. Und das wollte ich nicht. Also habe ich das barocke nebeneinander diverser schreibungen — verdopplung des vokals wie in „moor“ und „meer“, stummes „e“ wie in „bier“ und „riesling“, stummes „h“ wie in „sehnsucht“ und „mahd“, (sehr seltenes) stummes „c“ wie in „mecklenburg“, verzicht auf jegliche kennzeichnung wie in „bratwurst“ — einfach so belassen, wie es ist. Auch über eine kennzeichnung des stimmritzenverschlusses (wie in „braat’wurst“ und „dort’mund“) habe ich übrigens nachgedacht… eine idee, die ich noch schneller verworfen habe, obwohl sie ansonsten unsichtbare stabreime auf verschiedene vokalanlaute sichtbar machen würde. Kurz: ich habe jede idee beibehalten, die gewisse bildungsbürgerlich beliebte fremdwörter durch fonetische schreibung hässlich macht oder überkomplizierte regeln beseitigt, aber ich habe bei meiner heiteren vorwegnahme der näxsten drei rechtschreibreformen nicht alles unregelmäßige verworfen.

Vorteil dabei: sprachsynteseprogramme haben mit meiner „rechten gutschreibung“ keine probleme, obwohl das schriftbild für viele menschen schon sehr falsch aussieht. Tatsächlich höre ich immer wieder einmal von blinden menschen, dass sie hier ohne probleme „lesen“ können, ganz im gegensatz zu jornalistischen und p’litischen webseits, die voll gender-neusprechs sind. 🤭️

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