Ähm…

…habt ihr schon einmal einen internetzausfall wegen einer eingeschobenen schaltsekunde erlebt? Oder ein vergleichbares technisches problem?

Die Zeitverschiebung verursacht mehr Probleme – wie Internetausfälle – als sie Vorteile bringt, heißt es vonseiten der Techfirmen. Außerdem sei es letztlich sinnlos, sich mit Schaltsekunden zu befassen, da sich die Rotationsgeschwindigkeit der Erde in der Vergangenheit kaum verändert habe

Ich gebe ja zu, dass diese zusatzsekunden — sie entstehen dadurch, dass die erde selbst nicht präzise genug läuft und dass unsere atomuhr-zeitmessung viel präziser ist, vor allem deshalb, weil der mond die rotazjon der erde leicht bremst¹ — alles ein bisschen komplizierter machen, aber ein problem hatte ich deshalb noch nie. Die einzige zeitumstellung, mit der ich regelmäßig probleme habe, ist die bescheuerte, nichtsnutzige und ungesunde uhrenverstellung zur sommerzeit und zur normalzeit zurück, die ist ja auch gleich eine ganze stunde und nicht nur ein sekündchen, aber damit hat ein kompjuter auch keine probleme, sondern nur ein mensch. Und das, obwohl bei der rückstellung auf normalzeit einfach eine ganze stunde gedoppelt wird. Und obwohl dieser bullschitt zweimal in jedem verdammten jahr durchgezogen wird. Aber dafür — und für alle möglichen veränderungen von zeitzonen und p’litische bullschitt-entscheidungen aller art — gibt es eine technische lösung: einfach intern einen sekundenzähler für die sekunden seit 1970-01-01 00:00:00 UTC benutzen und diese fortlaufende zahl über eine datenbank auf die konkrete zeit einer gewünschten (manchmal sehr obskur definierten und immer wieder mal veränderten) zeitzone abbilden. Ja, das ist ein bisschen aufwändig. Es ist auch ein bisschen bescheuert, dass regjonen mit sommerzeit gleich zwei zeitzonen haben und in abhängigkeit vom datum die jeweils passende ausgewählt werden muss. Aber es funkzjoniert schon seit vielen jahrzehnten hervorragend.

Und dann soll es probleme mit einer sekunde geben?

Ich gebe zu, dass es probleme beim test von softwäjhr geben kann. Um irgendwelche grenzfälle mit eingefügten sekunden oder zeitangaben wie 23:59:60 uhr zu simulieren, müsste man in einem testsystem solche bedingungen herstellen. Und schon könnte man sehen, ob die softwäjhr mit so einer zeitangabe mit der 60 in der sekunde klarkommt. Ich kenne übrigens keine testumgebungen, in denen man so etwas (am besten automatisiert) machen kann, aber wenn das so ein häufiges und wichtiges problem ist, muss es derartige umgebungen ja geben. Oder ist es etwa gar kein so häufiges und wichtiges problem? Oder, noch schlimmer: ist es ein häufiges und wichtiges problem, aber die softwäjhrklitschen möchten lieber an der zeitmessung rumfummeln statt eine brauchbare testumgebung für einen etwas komplizierten grenzfall zu erstellen? Und jetzt soll sich die ganze welt einschließlich aller fysiker und eichämter auf dieser welt nach den wünschen von guhgell, meikrosoft und fratzenbuch richten, damit denen ein aufwand erspart bleibt? Weia! Vielleicht sollte man einfach jedesmal vorm einschieben einer schaltsekunde alle netzwerke für ein paar sekunden abschalten, damit die rechner hinterher in einem konsistenten und definierten zustand weitermachen können. Die einzigen, die damit probleme haben werden, sind die hochgeschwindigkeits-spekulanten an den börsen… 😁️

Aber ich bin guter dinge, dass uns die schaltsekunden noch lange erhalten bleiben. Die europäische unjon kriegt es ja noch nicht einmal hin, diese dumme sommerzeitumstellung abzuschaffen, und das, obwohl das angeblich p’litischer wille ist.

¹Nein, man kann nicht problemlos die sekundenlänge ändern. Wenn man die definizjon der sekunde ändert, muss für sehr viele messungen angegeben werden, auf welche sekundenlänge sich der messwert bezieht, und das wird ein kleiner albtraum, vermutlich nicht nur für fysiker…

Security des tages

„Ghost Touch“: Die Ladekabel von Smartphones und Tablets können zum Einfallstor für Hacker werden, wie Wissenschaftler berichten. Ihnen gelang es, über die Ladefunktion Berührungen auf dem jeweiligen Touchscreen zu imitieren und das Gerät so zu steuern. Auch reale Berührungen konnten sie dadurch manipulieren und den Bildschirm sogar komplett für die Nutzung durch den Besitzer sperren. Hacker könnten mit dieser Technik schädliche Bluetooth-Verbindungen aufbauen oder virenhaltige Dateien installieren