Und nun zum straßenverkehr im autostaat BRD

An jeder stelle, die für andere verkehrsteilnehmer als autofahrer ein bisschen sicherer oder wenigstens weniger tödlich gemacht wurde, klebt das blut mehrerer bei unfällen mit autos verletzter oder — für zügige baumaßnahmen noch besser — verreckter menschen [archivversjon]:

„Wir dürfen an vielen Stellen erst aktiv werden, wenn detailliert nachgewiesen ist, dass an genau dieser Stelle bereits Unfälle passieren oder eine Gefahrenlage besteht“ […] Derzeit ist die Rechtslage in Deutschland so beschaffen, dass die Verwaltung erst tätig werden darf, wenn jemand verletzt oder gar getötet worden ist

Nein, das ist nicht nur ein berliner problem. Und es ist auch kein neues problem. Ich habe so das erste mal als kind mitbekommen, dass an einer wirklich gefährlichen stelle ein gesicherter fußgängerüberweg mit fußgängerampel erst nach dem vierten oder fünften totgefahrenen menschen eingeführt wurde. Obwohl jedem klar war, dass es eine völlig unübersichtliche kreuzung ist, an der aber trotzdem jeden tag ganz viele menschen über die straße gehen, ja, teilweise über die straße gehen müssen, um zur arbeit zu kommen. Obwohl dort jeden tag die bremsen kwietschten oder einer angefahren wurde. Da muss erst verreckt werden in der BRD, bis mal jemand an andere verkehrsteilnehmer als die autofahrer denkt.

Auch weiterhin viel spaß auf den straßen im muskelkraftverachtenden autostaat BRD. Auch viel spaß mit irgendwelchen „verkehrswenden“ von CSPDUAFDPGRÜNETC, die vor allem im aufstellen sinnloser verkehrszeichen oder abkippen roter farbe auf den straßen bestehen, ohne dass die zustände geändert werden. Und in autokaufprämjen, und in autokaufprämjen… wir haben ja noch nicht genug autos auf den straßen.

Eine Antwort zu “Und nun zum straßenverkehr im autostaat BRD

  1. Kann ich in meinem lokalen Umfeld bestätigen. Da wurde sogar an einem Unfallschwerpunkt (Überholspur kurz vor gefährlicher Einmündung) sogar von aufmerksamen Bürgern dem Amt der konstruktive Vorschlag einer Entschärfung durch Umwandlung der Überholspur in eine Beschleunigungsspur in Gegenrichtung gemacht. Reaktion des Amtes: keine bzw. nach dem Motto „da könnte ja jeder kommen“. Erst ein paar Tote später, wurde – oh Wunder – die Beschleunigungsspur eingerichtet. Seitdem keine Verkehrstoten mehr dort. Die Angehörigen der letzten Opfer werden dem Amt sicher auf ewig dankbar sein.

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