Gruß aus den siebzigern

Das heutige „wort der wahnhaft wirkenden weisheit“ im paragöttlich portablen programmieren kommt aus der info-dokumentazjon zu GNU autoconf (kapitel 10) und soll dem autor von tests in shellskripten bei der formulierung helfen:

[…] but to prevent trouble, do not take advantage of features that were added after Unix version 7, circa 1977. [sic!]

You should not use shell functions, aliases, negated character classes, or other features that are not found in all [sic!] Bourne-compatible shells; restrict yourself to the lowest common denominator. Even unset is not supported by all shells!

Alles, was die shell-programmierung erträglich macht, geht also nicht. Aua, wie ich dieses ringen um kompatibilität um jeden preis hasse! Als ob die beschränkung auf eine POSIX-shell nicht ausgereicht hätte! Ob wohl dreieinhalb jahrzehnte später wirklich noch irgendwo (außerhalb eines museums) noch ein system im einsatz ist, dass seinen anwender mit einer Bourne-shell im funkzjonsumfang der siebziger jahre bestraft?! Selbst die pösen HP-UX-wörkstäjschens aus den frühen neunzigern, mit denen ich mich vor gar nicht so langer zeit noch rumgeschlagen habe *örks!*, waren da leistungsfähiger — da gab es zwar neben dem schrecklichen ed nur einen nackten original-vi als editor, aber wenigstens eine sh, die funkzjonen und aliase konnte.

(Trotzdem gut, dass ich mir dort einen vim und eine bash kompilieren konnte…)

Realitätsnah mit beifahrer

Verblüffende Realitätsnähe -- Nürburgring/1 versetzt den Fahrer in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch. Täuschend echt wird auf einer abwechslungsreichen Rennstrecke simuliert, was Motorsportfreunde begeistert: 4-Gang-Automatik, ein Motorgeräusch mit allen Klangraffinessen, die Möglichen, Kurven mit Vollgas im Power-Slide zu durchfahren, damit der Wagen nicht ausbricht, das quietschende Geräusch driftender Reifen, ein Lenkverhalten, welches z.B. erlaubt, die Kurven anzuschneiden und in der Ideallinie zu nehmen. -- Perfekte Meßwertanzeige -- Geschwindigkeitsmesser, Kilometerzähler, Zeituhr, Fehlerzähler. Unbestechlich vermerkt die Elektronik jede falsche Reaktion, fordert zum Wettkampf heraus, straft bei Unfällen mit Zeitverlust, belohnt gutes Faren mit einer Freifahrt. Der Zuschauer kann Zwischenzeiten und Kurvenfolgen zurzfen und wird dadurch unversehens zum Beifahrer.

Das früher „alles besser war“, mag ich einfach nicht glauben. Es gibt mindestens eine sache, die früher — hier in einem beispiel aus der mitte der siebziger jahre — genauso hirnamputiert, verlogen und schlecht war wie sie es auch heute noch ist: werbetexte.

Die in den text eingebettete grafik gibt übrigens sehr genau wieder, wie sich die „täuschend echte“ und „abwechslungsreiche rennstrecke“ nebst „perfekter messwertanzeige“ dem spieler auf einem schwarz-weiß-bildschirm präsentierten. Näheres kann jeder durch eine kleine recherche zum arcade-spiel „night driver“ von atari aus dem jahr 1976 herausbekommen.