Abmahnistan des tages

Wenn man ein foto unter CC-lizenz irgendwo kostenlos veröffentlicht (zum beispiel durch hochladen in die wicked pedia), kann man, wie sich durch ein weiteres urteil bestätigt hat, von jemanden, der dieses foto versehentlich (ist ja frei) oder absichtlich (hinweis stört) ohne korrekte kwellen- und lizenzangabe verwendet, nur null euro lizenzschaden verlangen.

Kleines leckerli bei dieser abmahnabzocke: der rechtsanvergewalt, der über diese nummer geld gedruckt hat und nicht gerade ein musterbeispiel der seriosität gewesen ist (bitte den artikel bei Markus Kompa lesen), ist vorsitzender der „wikimedia österreich gesellschaft zur förderung freien wissens“. Ja, genau! Der verein, zu dem die spenden gehen, die demnächst wieder mit der üblichen jahresend-bettelakzjon von österreichischen wikimedia-nutzern eingesammelt werden. Nein, diese spenden fließen nicht in den technischen betrieb der wicked pedia. Weder in österreich, noch in der BRD.

Neues aus abmahnistan

Damals: irgendwelche abmahnanwälte pressen aus privatleuten mit webseit mal eben ein paar tausend øre wegen bullschitt raus und machen daraus ein geschäftsmodell.

Heute: irgendwelche bräunlinge pressen aus jornalisten mal eben ein paar tausend øre mit bullshit raus und betreiben damit p’litische nachzensur:

Für die Journalistin hat die Abmahnwelle auch eine finanzielle Dimension. Ein großer Teil der Abmahnungen erreichte zwar den Verlag, mehrere seien jedoch auch an sie privat adressiert gewesen. „Was mich schockiert: Wie einfach es ist, uns horrende Kosten aufzubürden, auch wenn wir gar keinen Fehler gemacht haben“, sagt sie. „Denn jedes Mal, wenn eine Abmahnung bei mir ankommt, muss ich einen Anwalt beauftragen, der dagegen vorgeht und eine Schutzschrift schreibt. Das kostet jeweils fast 2000 Euro.“ […] Teilweise sei es nicht einmal um die Inhalte selbst gegangen, sondern auch „um reine Formalitäten, wie das Impressum unserer Website zum Buch“

So lange ich webseits mache, werte scheißjornalisten, so lange weiß ich darum, wie webseits mit existenzbedrohend teuren abmahnungen aus dem web gekegelt werden. 🎳

Es war euch immer scheißegal. Die „meinungsfreiheit“ ist euch immer genau so scheißegal wie das erste und bislang einzige partizipative (und damit auch: demokratische) massenmedium gewesen. Es ist euch bis heute scheißegal. Niemals war es für euch ein tema, dass das schlichte betreiben einer privaten webseit in der BRD ein möglicherweise existenzvernichtend teures wagnis voller juristischer unwägbarkeiten ist. Insbesondere das BRD-typische, mit leichtigkeit rechtsmissbräuchlich einzusetzende mittel der abmahnung für korintenkackerei und minderwichtige formale fehler, das einen abgemahnten privatmenschen unabhängig davon, ob er einen fehler gemacht hat oder nicht, leicht ein verdammtes jahresgehalt kosten kann, spielt in diesen rechtsmissbräuchen eine sehr unrühmliche rolle, und zwar bis heute. Wenn man einen text schreibt, kann er noch so gut rescherschiert und noch so wahr und sogar ausgewogen sein, die angst sitzt mit an der tastatur — denn es hat keinerlei folgen für den abmahner, wenn er sich die vorgeschobenen gründe für seine abmahnung einfach aus den fingern saugt und eine kostennote beifügt. Die rechtskosten und die probleme liegen erstmal beim abgemahnten. Es war und ist euch scheißegal. Weil euch die freiheit der meinungsäußerung immer scheißegal war und bis heute ist, so lange es nicht eure eigene ist, werte scheißjornalisten. Das ging bis zu dem von euch mitgetragenen und teilweise hochgejubelten so genannten „leistungsschutzrecht“; ein standesrecht, das belegte reschersche vorsätzlich verhindern soll, indem zitate unmöglich gemacht werden. 🤮

Kein wunder, dass menschen lieber so einen scheißdreck wie das fratzenbuch nutzen, wenn sie etwas mitteilen wollen. Es ist sicherer. Und wer das nicht will, schreibt eben mit angst und zensurschere im kopf, oder wandert virtuell ins ausland aus und sieht zu, nicht ganz so leicht identifizierbar zu sein. Es sind die zustände, die auch ihr vor augen habt, werte scheißjornalisten, und gegen die ihr niemals etwas hattet. Ganz im gegenteil.

Und jetzt trifft es mal ein paar jornalisten, und die texte werden lang und der empörte aufschrei wird groß. DIE NAZIS WERFEN UNS KNÜPPEL ZWISCHEN DIE BEINE!!!1!!1!elf! DIE MAHNEN UNS AB!!!111!

Kommt, jornalisten, geht kacken! 🚽

Frau Streisand, bitte übernehmen sie!

Die Überwachungsindustrie schlägt zurück: Staatstrojaner-Firmen um FinFisher üben mit Anwälten Druck aus und versuchen, uns mit rechtlichen Drohungen einen Maulkorb zu verpassen

[Archivversjon, damit dem text auch ja nichts im internetze zustößt.]

Betrug des tages

Es gibt in BRD-abmahnistan mal wieder angebliche abmahnungen in der mäjhl, dass man sich irgendwelche striehms von irgendwelchen filmen angeschaut hat.

Wer solche E-Mails bekommt, immer gleich mal im Internet schauen, ob nicht irgendwer schon über diese Fake-Abmahnungen berichtet hat. Teilweise werden die Namen von vorhandenen Kanzleien von den Cyberkriminellen in den Dreck gezogen, um ihre Abmahnungen echt aussehen zu lassen. Teilweise — wie in diesem Fall — gibt es die Personen oder Kanzleien gar nicht, die die Abmahnungen angeblich ausgesprochen haben sollen. Von daher: erstmal tief durchatmen und sich bei den Suchmaschinen erkundigen, ob das Schreiben wirklich echt ist.

Nicht drauf reinfallen!

Herzlichen glückwunsch!

Ich gratuliere der „taz“ zu ihrer schon außergerichtlich erfolgreichen negativen feststellungsklage gegen einen privatwirtschaftlichen satireunterdrückungs- und zensurabmahnwisch von bayer.

Solche geldgutsherren von abmahnarschlöchern braucht kein mensch. Möge der monsanto-bayer-vorstand zusammen mit allen seinen schergen jeden tag ein vollbad in glyphosat und pestiziden nehmen! Ist ja alles harmlos… 👿

Abmahnfalle des tages

Benutzt hier jemand dieses wattsäpp von der spämmklitsche fratzenbuch?

Abmahngefahr:
WhatsApp-Nutzer müssen Einwilligung der Kontakte einholen

Wer die Weitergabe der Daten von seinen Kontaktpersonen an WhatsApp zulässt, ohne zuvor von seinen Kontaktpersonen aus dem eigenen Telefon-Adressbuch hierfür jeweils eine Erlaubnis eingeholt zu haben, begeht gegenüber diesen Personen eine deliktische Handlung und begibt sich in die Gefahr, von den betroffenen Personen kostenpflichtig abgemahnt zu werden

Dies auch als tipp an alle, deren telefonnummern und namen in den adressbüchern von irgendwelchen wischofon-idjoten stehen, die fröhlich alle möglichen daten anderer menschen zu irgendwelchen klitschen ohne seriöses geschäftsmodell schleudern. Es wäre mir ja auch lieber, wenn sich menschen aus respekt einigermaßen vernünftig verhalten würden, ohne dass es für sie teuer und unangenehm wird, aber wenns internetz im händi ist, ists gehirn nun mal im arsch.

via @benediktg@gnusocial.de

Kleine vergnügung zum wochenende

Die hamburger dunkelkammer einfach mal abmahnen! Die haben eine fehlerhafte und vorsätzlich irreführende datenschutzerklärung. Eine abmahung mit schadenersatzforderung kann denen übrigens — dank urteil des LG hamburg — jeder seitenbesucher schicken, ich empfehle allerdings unbedingt ein einschreiben mit rückschein. Zwanzig kiloøre streitwert erscheinen mir (als nichtjuristen) völlig angemessen, so dass der schadenersatz bei einigen tausend øre angesetzt werden sollte. [Warnung: der link geht zu guhgell doppelplusgut, und da gibts wieder ganz viel träcking und geskripte… für alle, die wert auf ihre privatsfäre legen, gibts hier auch ein bildschirmfoto]

Mal schauen, was eher abgeschaltet ist: das internetz, oder eine justiz, die bullschitt zu recht macht, um das internetz abzuschalten. 😈

Abmahnistan des tages

Wenn man fotograf ist und davon leben will, hat man ja verschiedene möglichkeiten. Man kann zum beispiel die nutzungsrechte an seinen fotos vermarkten. Einige scheinen es aber auch ganz lukrativ zu finden, die fotos einfach unter CC-lizenz zu veröffentlichen, sie zu den „wikimedia commons“ hochzuladen, damit sie auch bekannt werden und bei jedem CC-verstoß in einer anderen verwendung dieser fotos eine abmahnung mit dem angebot einer 4.300 øre teuren nachlizenzierung zu verschicken. Und die CC-verstöße kommen ja ganz von allein; für fast jeden menschen „fühlt es sich so an“, als seien die fotos in der wikipedia gemeinfrei.

Hej, nur fünf abmahnungen im monat — die sich mit der guhgell-suche nach ähnlichen bildern gewiss leicht „generieren“ lassen — erzeugen einen jahresumsatz von fast 260.000 øre. Das muss man mit fotografie erstmal schaffen! Aber niemand glaube, dass sich das auf fünf abmahnungen im monat beschränken wird…

Übrigens: die antwort auf den wahnsinn des geistigen eigentums sind nicht (die oft auch nicht so gut passenden) CC-lizenzen, sondern Freie werke und inhalte. Dafür gibts übrigens eine CC-lizenz, nämlich CC0… 😉

Abmahnistan des tages

Wofür man heute in der bimbesrepublik abmahnistan abgemahnt werden kann? Dafür, dass man anleitungen veröffentlicht, wie man adblocker-blocker blockiert. Warum? Na, wegen des urheberrechts! Irgendwelche gesetze, die mal gemacht wurden, um das knacken eines kopierschutzes zu kriminalisieren, kann man doch flugs umdeuten… und vielleicht lässt sich das sogar auf adblocker im allgemeinen ausbreiten.

Kann bitte mal jemand den axel-springer-verlach anzeigen, weil er essenzjelle softwäjhr zum erhalt der kompjutersicherheit sabotiert und damit ein internetz-umfeld schafft, das der organisierten kriminalität entgegenkommt. (Ich weiß, das ist leider keine straftat. Aber total guter jornalismus ist es, oder?!)

Ach ja, hier etwas justizjables auch von mir: arschlöcher!

Abmahnistan des tages

Geht es jetzt im fratzenbuch los mit den abmahnungen?

  1. Es werden 2000 € Schadensersatz […], 255,85 € Anwaltsgebühren und die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert.
  2. Bei dem streitgegenständlichen Facebook-Profil handelt es sich um ein privates Profil!

Na ja, fordern kann der anvergewalt in seinem bösen brief erstmal viel… wenns sich lohnt und die abgemahnten eingeschüchtert reagieren und zahlen, kommt die welle ganz gewiss.

Ich hoffe, ihr habt im fratzenbuch auch alle schön eure echten namen, geburtsdaten und wohnorte angegeben, damits eine kleinigkeit für abmahnanvergewälte ist, eine ladefähige anschrift zu ermitteln! Das müsst ihr ja, das steht ja so in den nutzungsbedingungsen vom fratzenbuch. Wenns euch nicht gefällt, verdammte scheiße nochmal, dann geht doch einfach woanders hin!

Auch weiterhin viel spaß mit dem abmahnwesen der BRD und irgendwelchen S/M-seits, die von euch verlangen, völlig identifizierbar aufzutreten.

Gruß auch an fotografen mit unwiderstehlichem pawlowschen speichelfluss, wenn sie lesen, dass leute ihre bilder (nicht fotografien) mit völlig rechtssicherer lizenz für die freie benutzung in der schlangengrube des BRD-internet veröffentlichen. Ihr seid ganz große! Ihr könnt fotografieren! Ich erkenne das an! Bwahahahaha!

„Geistiges eigentum“ des tages

Der fotograf Dirk Vorderstraße (der link erfordert javascript, da diese seite mit DDOS-attacken von völlig unbekannter seite unsichtbar gemacht werden soll), der seine lichtbildwerke unter CC-lizenzen an prominenten stellen veröffentlicht und rechnungen für lizenzverstöße schreibt, wenn jemand diese fotos irgendwo ohne hinweis auf urheber und lizenz verwendet, hat mal wieder einen prozess gegen leute verloren, die auf seine vorgehensweise in klarer, unmissverständlicher sprache hinweisen, damit es nicht mehr zu derartigen lizenzverstößen kommen kann.

Mein tipp (natürlich rein spekulativ und zurzeit nur in meinem möglicherweise kranken kopf vorhanden): demnächst wird der große lichtbildkünstler und werkschöpfer mit dem EU-recht auf guhgell-vergessen dafür sorgen, dass das von ihm gefundene geschäftsmodell nicht mehr so leicht mit guhgell gefunden werden kann. Das unsichtbarmachen der eigenen machenschaften ist ja gerade schwer populär geworden

Abmahnistan des tages

Ich gratuliere den betrüg… ähm… verantwortlichen für den esoterik-sender „astro tv“ dazu, dass sie die werbung für ihr tolles angebot einer gewissen frau Streisand überlassen wollen. Möge dieser schritt von großem erfolg gekrönt werden!

(Hej, „astro tv“, ich hätte gar nichts zu euch geschrieben ohne eure abmahnung. Kennt ihr den schon: wenn man ein ei auf dem kopf eines „astro-tv“-sprechpüppchens zerschlägt, geht das intelligentere kaputt.)

Abmahnistan des tages

Wenn man einen webschopp betreibt und einem neu registrierten kunden eine mäjhl schickt, mit der man die eröffnung des kundenkontos bestätigt, dann handelt es sich um unerwünschte werbung, die abmahnfähig ist. Das einzige, was gegen diese abmahnmöglichkeit hilft, ist die überprüfung der registrierung durch eine völlig werbefreie mäjhl an die registrierte adresse, in der ein bestätigungslink geklickt werden muss. (Erstaunlich, dass das nicht eh schon jeder so macht, wenn doch jede dahergelaufene forensoftwäjhr so vorgeht.)

Wenn eine abmahnung im briefkasten steckt…

…heißt das noch lange nicht, dass man hüpfen muss, weil einem jemand unhaltbare, aus der luft gegriffene vorwürfe macht:

Es gibt […] keine juristische Antwortpflicht des zu unrecht Abgemahnten, auch wenn die Abmahnung nach den Ermittlungen des Abmahners scheinbar begründet ist — dies ist mehrfach bereits gerichtlich — auch vom BGH – entschieden worden

Anschließende brieflein von irgendwelchen dubiosen anvergewälten der marke „zahlen sie mir bitte grundlos und unverzüglich ein paar hundert euro, weil ich ihnen ohne grund eine abmahnung zugesendet habe und sie mich nicht darauf hingewiesen haben, dass die grundlos war“ können also entweder ins tönnchen geworfen werden oder — wenn man nett ist — mit einer kurzen, heiteren antwort zurückgewiesen werden. Nur bei einem gerichtlichen mahnbescheid muss innerhalb der frist widerspruch eingelegt werden.