Neues von beteigeuze

Ja, die supernova kommt bald… in astronomischen maßstäben:

Das Ende von Beteigeuze in einer gigantischen Supernova könnte demnach noch weitere 100.000 Jahre auf sich warten lassen

Aber hej, wenn die menschheit sich in den nächsten paar hunderttausend jahren nicht einfach selbst ausrottet (sie arbeitet ja jetzt schon sehr zielstrebig daran), dann wirds ein noch tolleres himmelschauspiel als eh schon erwartet, denn beteigeuze ist der erde viel näher als bislang abgeschätzt. Na ja, so kleine schätz- und messfehler um 25 prozent, das ist eben astronomie… 😉

Meinen impuls, über die dürftige sprachliche kwalität des heise-artikels abzujauchen, unterdrücke ich heute mal. Vermutlich ist der englischexperte gerade im coronaurlaub, und der praktikant hat eine compjuterübelsetzung gemacht, und das lektorat wurde bei heise wohl schon in den nuller jahren wegrazjonalisiert…

Nein!

Auch wenn gerade durch die scheißpresse geht, dass der spektroskopische nachweis von phosphin (korrekte bezeichnung: monophosphan) in den oberen schichten der wolken des planeten venus gelungen ist und auch, wenn dieses gas im chemischen ungleichgewicht mit der atmosfäre der venus steht: das ist kein beleg für außerirdisches leben. Nicht einmal ein schwach belastbarer. Generell ist nicht alles ungeklärte und zurzeit unerklärliche ein beleg für das wünschenswerte, sondern vor allem erstmal ungeklärt. Das gilt auch, wenn scheißjornalisten im sinne der reklameplatzvermarktung möglichst reißerische schlachtzeilen schreiben wollen. Die wolken, in denen monophosphan nachgewiesen wurde, bestehen übrigens aus feinen tröpfchen konzentrierter schwefelsäure und enthalten praktisch kein wasser. Man muss schon etwas überoptimistisch sein, wenn man das für eine lebensfreundliche umgebung hält.

Wer mal sehen möchte, wie es auf der venus aussieht: hier gehts lang! In dem artikel bekommt man auch einen leichten eindruck davon, warum es so selten robotermissjonen zur venus gegeben hat:

Die Bedingungen auf der Venus sind extrem: Der Atmosphärendruck an der Oberfläche beträgt rund 90 Bar, soviel wie auf der Erde ein Taucher in 900 m Tiefe ausgesetzt ist. Dabei herrscht eine Temperatur von rund 480°C. Es ist auf der Venus so heiß, das sogar einige Metalle wie Blei schmelzen würden und Gesteine anfangen zu glühen

Und ja, das metan in der marsatmosfäre steht ebenfalls in einem chemischen ungleichgewicht zur zusammensetzung der atmosfäre und muss irgendwie immer wieder neu produziert werden, was ebenfalls zurzeit ungeklärt ist. Wie man nach ausführlicher betrachtung von massenhaft verfügbaren bildern der marsoberfläche erahnen sollte, können das nicht nur kühe. (Es gibt übrigens vulkane auf dem mars.) Allerdings lassen es die bedingungen auf dem mars nicht völlig ausschließen, dass sich dort noch irgendwas selbsterhaltendes und reproduzierendes mit stoffwexel und fließgleichgewicht finden könnte… falls wir das überhaupt als „lebenskandidat“ erkennen, selbst wenn wir es unmittelbar vor unseren augen haben.

Wissenschaft des tages

Was sich nicht alles im universum finden könnte, wenn man mal drüber nachdenkt! Blaneten zum beispiel. Das ist zwar noch sehr spekulativ und durch keine beobachtung belegt, klingt aber für ein paar völlig mögliche sonderfälle durchaus plausibel. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich nicht mehr den nachweis eines blaneten erleben werde. Die möglichen effekte auch eines sehr großen blaneten sind einfach zu klein im vergleich zum benachbarten schwarzen loch und dürften aus der ferne in den unregelmäßigkeiten hochenergetischer prozesse einfach untergehen. Vielleicht sind sie sogar gar nicht nachweisbar, wenn man nicht gerade ein supermassives schwarzes loch in seiner nähe hat. Aber wenn man ein supermassives schwarzes loch ein bisschen zu nahe in seiner nähe hat, ist das wegen der doch etwas heftigen synkrotronstrahlung aus der akkrezjonsscheibe nicht so günstig für die entstehung irgendwelcher lustiger kohlenstoffklumpen mit erkenntnisdrang, die mit fernrohren in den himmel gucken…

Endlich! Erde kann verbraucht und weggeschmissen werden!

Zwilling
Existenz einer „zweiten Erde“ in unserem Nachbarsystem bestätigt

Auch jüngste Messungen kommen zum Schluss, dass der nur vier Lichtjahre entfernte Planet Proxima b potenziell lebensfreundlich ist

Ich bitte die größten erdverbraucher in ihrer unendlichen gier nach noch mehr, einfach die raketen zu besteigen und für uns alle mutig voranzuschreiten! Eine ganze neue welt zum erobern, vergiften, ausbeuten, konsumieren und wegschmeißen, das muss doch nach eurem herzen sein! Kommt, 4,2 lichtjahre sind doch nix! Das ist nachbarschaft. Einfacher wirds nicht mehr. Hauptsache, ihr seid schnell weg hier! Und zwar ohne rückflugticket. Und bitte: nehmt eure regierungen, die ihr euch gekauft habt, einfach mit!

Astronomie des tages

Das vermutlich erdnächste schwarze loch — „vermutlich“, weil es nicht möglich ist, schwarze löcher direkt zu identifizieren und sehr viele derartiger objekte näher sein können, ohne irgendwie aufzufallen — ist unsichtbarer bestandteil eines mit bloßem auge sichtbaren dreifachsystems [link geht auf einen englischsprachigen text]. Allerdings muss man für einen blick auf das sternbild „teleskop“ auf der südhalbkugel der erde sein, und das system mit dem schwarzen loch hat eine sichtbare helligkeit von nur 5,3 mag, so dass man besser einen klaren himmel fern von künstlicher beleuchtung haben sollte, um das kleine lichtpünktchen zu sehen.

Leider ist dieses dreifachsystem mit rd. 750 lichtjahren immer noch viel zu weit entfernt, als dass es sich lohnen würde, Donald „space force“ Trump zum astronauten zu machen. :mrgreen:

Astronomie des tages

Ich dachte ja immer, die NASA hat bei den apollo-missjonen 12, 14, 15 und 16 ein seimsometer auf dem mond abgestellt und seitdem sei bekannt, dass es zwar einschläge irgendwelcher steine und die durchknetung durch die gezeitenkräfte von der erde gibt, aber keine nennenswerte geologische… ähm… selenologische aktivität. Aber das scheint nicht zu stimmen, es gibt dort zeichen von aktivität, die weniger als fünfzig milljonen jahre alt sind, und die regjonen sind zumindest so aktiv, dass sie durch eine anomale temperatur auffallen. Das erklärt dann vielleicht endlich einmal die LTP, die immer wieder einmal von amatörastronomen (die großen observatorjen kümmern sich kaum ums sonnensystem) beobachtet und dokumentiert wurden und werden. Diese sind ja stark auf wenige regjonen der mondoberfläche konzentriert…

Wissenschaft des tages

Gestern die astronomen noch so: unsere sonne ist ein normaler, durchschnittlicher stern, auf der hauptreihe etwas rechts unterhalb der mitte, nix besonderes.

Heute die astronomen so: ähm, das stimmt nicht ganz, und wir wissen auch noch nicht, warum das so ist und können da nur rumspekulieren.

Sterne, die ansonsten in jeder Hinsicht unserer Sonne ähneln, zeigen im Mittel eine fünfmal höhere Aktivität. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, nachdem es jahrelange Messungen der Weltraumteleskope Kepler und Gaia auswertete. Erklären könne man sich diesen Unterschied bislang nicht, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“. Es sei aber denkbar, dass auch die Sonne künftig Phasen mit erheblich stärkerer Aktivität durchläuft […] „Es ist vorstellbar, dass unsere Sonne sich seit Jahrtausenden in einer ruhigen Phase befindet“, sagt Reinhold, „dann hätten wir eine völlig falsche Vorstellung von ihrer Aktivität.“

Und wieder nicht getroffen!

Heute Mittag wird ein mehrere Kilometer großer Asteroid an der Erde vorbeifliegen – es ist die nächste Annäherung eines solchen Objekts in diesem Jahrhundert. Aber: Mit 3,9 Millionen Kilometern Abstand kommt uns dieser Brocken nicht näher als die 16-fache Mondentfernung

Aber das schräge daran: der brocken ist bestens darauf vorbereitet, so einem seuchenherd wie der erde zu begegnen:

Die Landschaftsformen an einem Ende des Asteroiden ähneln ein wenig einer Gesichtsmaske. „Die Rippen und Senken von 1998 OR2 sind natürlich vor allem aus Sicht der Wissenschaft faszinierend“, sagt Anne Virkki, Leiterin des planetaren Radars in Arecibo. „Aber da wir momentan alle an Covid-19 denken, sehen diese Strukturen für uns so aus, als hätte der Asteroid daran gedacht, sich einen Mundschutz aufzuziehen.“

Nicht mal, wenn man den blick zum weltraum richtet, hat man vor der corona-scheiße ruhe!

Aber bin ich mal froh, dass es nicht wieder ein marsgesicht ist, das unser wahrnehmungsapparat irgendwo hinzaubert und das dann einen miesen amerikanischen scheißfilm nach dem anderen hervorbringt — und natürlich das wirre geschreibsel von Richard „hoaxland“ Hoagland und seiner vielen abschreiberlinge.