Expandierende expansjon

Das Universum breitet sich noch schneller aus, als Astrophysiker erwartet haben und eine neue Physik scheint immer nötiger, um diese Diskrepanz zu erklären […] Es gebe bereits mehrere Theorien, um die Diskrepanz zu erklären, aber eine Antwort habe man nicht

In letzter zeit denke ich immer häufiger, dass der ganze kosmos einfach nur vor der kwietschenden dummheit auf der erde flieht und wir deshalb eine ausdehnung wahrnehmen… 😉

(Hej, es ist freitag, und ich wollte meinen vorhersehbaren trollkommentar nicht unter den gefühlt tausend anderen trollkommentaren im heiseforum untergehen lassen. Aber was haltet ihr von diesem etwas ernster gemeinten vorschlag: je tiefer und präziser wir den kosmos erfassen, desto größer wird die benötigte rechenleistung der simulazjon, die dann die entsprechenden einzelheiten liefern muss. Und um diesen effekt bei begrenztem speicher, begrenzter rechenzeit und begrenzter energie in erträglichem rahmen zu halten, ist in der aktuell verwendteten simulazjon eine expansjonsfunkzjon eingebaut, die mit zunehmender menge an simulieren datenpunkten die weniger durch beobachtung determinierten datenpunkte mit größerem abstand im simulierten raum verstreut. Wollen wir mal hoffen, dass der programmierer dieser simulazjon dabei nicht gepatzt hat und die wichtigsten erhaltungssätze zumindest so weit gültig sind, dass uns simulierten menschen der simulierte kosmos demnächst nicht um die simulierten ohren fliegt. Das ist genau so glaubwürdig wie ein kosmos, der vor unserer dummheit flieht – und da kenne ich ernstzunehmende und durchaus intelligente menschen, die so ein gedankenspiel völlig diskutabel fänden. Ich glaube, es liegt daran, dass sie kompjutersimulazjonen kennen…)

Astronomische überraschung des tages

Dass es auf dem planeten mars wasser gegeben hat, überrascht niemanden mehr, denn die von wasser geformten geologischen (besser: areologischen) strukturen waren schon auf hochauflösenden fotos aus einer umlaufbahn sichtbar. Heute ist der mars knochentrocken und recht… ähm… kühl, wie man es bei der größeren entfernung von der sonne und der sehr dünnen atmosfäre auch erwarten könnte. (Die schon in etwas größeren teleskopen von der erde aus sichtbaren polkappen des mars bestehen nicht aus wassereis, sondern aus gefrorenem kohlendioxid.) Aber es ist überraschenderweise viel länger viel mehr flüssiges wasser auf dem mars herumgeflossen und hat dort oberfläche gebildet, als es die marsklimamodellierer bislang erwartet haben.

Gängiger Theorie nach war der Mars schon vor rund drei Milliarden Jahren ein kalter Wüstenplanet. Regen fiel so gut wie gar nicht mehr, weil auch die Atmosphäre längst zu dünn für dicke Regenwolken war. Doch die Flusstäler aus dieser Zeit zeichnen nun ein ganz anderes Bild. Demnach gab es trotz des frostigen Wüstenklimas zwischendurch doch noch Perioden mit starken, kurzen Regenfällen

Die schangse, dass man da irgendwann einmal spuren einer von der erde unabhängigen biologischen evoluzjon (also spuren früheren lebens) findet, ist also gar nicht so schlecht — vorausgesetzt, wir erkennen die überreste völlig fremder lebensformen überhaupt als solche. Und genau daran habe ich so meine zweifel, denn wir kennen ja nur ein einziges mögliches modell (nämlich das irdische) für diese hochkomplexen wexelwirkungen in einem fließgleichgewicht, die wir „leben“ nennen, und alle unsere annahmen gehen dahin, dass es woanders im kosmos sehr ähnlich sein müsse. Zu leicht findet man sich da als landbewohner wieder, der in einer stadt wie berlin vergeblich nach dem dorfgemeinschaftshaus sucht, es nicht findet und daraus schließt, dass dort wohl keine menschen leben…

Sommerloch des tages

See unter dem Südpol
Flüssiges Wasser auf dem Mars entdeckt

Im päjhper der forschergruppe ist zwar nur von „anzeichen für flüssiges wasser“ die rede, aber eine derart zurückhaltende ausdrucksweise macht sich ein jornalist doch nicht zu eigen. Auch dann nicht, wenn er ansonsten von „fäjhkwissenschaft“ spricht, weil päjhpers in nicht ganz stubenreinen zeitschriften veröffentlicht werden. Denn um sich so zurückhaltend ausdrücken zu können, müsste der jornalist ja lesen, was die wissenschaftler schreiben, und das kostet doch viel zu viel zeit im harten kampf an der contentfront.

Und was fehlt jetzt noch für eine richtige tatütata-sommerlochmeldung? Dass zum mindestens fünften mal anzeichen für flüssiges wasser auf dem mars entdeckt wurden, interessiert doch keinen. Dass auf äußerst indirektem wege unter kilometerdickem eis unter fachwissenschaftlern umstrittene anzeichen für wasser gefunden wurden, welches mutmaßlich durch gelöste salze und enormen druck bei minus siebzig grad celsius flüssig gehalten wird, ist auch eher so eine meldung für generell sehr wissenschaftsinteressierte menschen. Kleine grüne männchen oder doch wenigstens ihre vorstufen werden benötigt… oh…

Die Suche nach flüssigem Wasser ist wichtig, weil das eine wichtige Voraussetzung für Leben ist. Wissenschaftler suchen noch immer Hinweise darauf, ob es früher oder vielleicht sogar noch heute Lebewesen auf dem Mars gibt

Bingo!

Der übliche jornalismus aus der sommerloch-hölle eben, die hundstage der hirnlosen.

Ach so, für genießer: die spektrum der wissenschaft hat natürlich auch einen artikel, und zwar mit deutlich weniger irreführendem titel. Und auch der text bei den seriösen wissenschaftsjornalisten…

Ob es ein richtiger See ist, eine Art Schlamm oder wassergesättigtes Sediment, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht sagen

…klingt gleich viel erträglicher. Aber damit zieht man ja auch nicht ein nessie-äjhlien aus dem sommerloch. 😉

Außerirdisches leben des tages

Unter den planeten unseres sonnensystemes hätte ich ja von einem gashülleumgebenen objekt angenommen, dass dort ganz gewiss kein leben möglich sein wird: von der venus… aber ich habe natürlich nur an leben auf der oberfläche gedacht, nicht an mikroben, die in der atmosfäre schweben.

Und ich denke (wohlgemerkt: als außenstehender, der das original-päjper nur überflogen hat) immer noch, dass diese erkenntnisse eher darauf zurückgehen, dass es besser für die wissenschaftliche karrjere ist, immer schön viel zu publizieren, scheiß auf substanz.

Wissenschaft des tages

Ein paar astronomen haben es mit einem interferometrischen verfahren geschafft, strukturen auf einem 530 lichtjahre entfernten objekt sichtbar zu machen. Das ist eine wirklich beeindruckende beobachtungsleistung! Natürlich ist das ergebnis etwas überraschend… zumindest für menschen wie mich, die „nur“ wissen, wie die granulazjon auf der sonne aussieht und nicht so viel von den ganzen teoretischen modellen der astronomen mitkriegen. (Ich hatte vor einigen jahren mal das vergnügen, mir die sonnenoberfläche in der volxsternwarte hannover mit einem größeren refraktor und einem Hα-filter anschauen zu können — eine gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ.)

Mist! Schon wieder daneben…

Ein erst am Wochenende entdeckter Asteroid soll schon am morgigen Freitag relativ nah an der Erde vorbeifliegen. Der Himmelskörper namens „2018 CB“ solle um 23.30 Uhr MEZ in einer Entfernung von rund 64.000 Kilometern unseren Planeten passieren, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit

Na, vielleicht beim näxsten mal… wenn die dinger erst so kurzfristig entdeckt werden, kann man praktisch nix tun, um sie abzuwehren, selbst dann nicht, wenn dafür ernsthaft teure infrastruktur aufgebaut würde. Letzteres macht man aber nicht. Es ist ja wichtiger, autos in den weltraum zu schießen oder mal wieder ein paar US-amerikaner auf dem mond rumhüpfen zu lassen, um die größe der vereinigten staaten eines teils von nordamerika und ihres gegenwärtigen knallkopfes mit knallknopf zu demonstrieren.

Und übrigens, ihr heise-schmalspurjornalisten an der clickbaitfront:

Der 500 Meter bis einen Kilometer große Himmelskörper namens „2002 AJ129“ rauschte in einem Abstand von 4,2 Millionen Kilometern an der Erde vorbei

Im weltraum rauscht nix. Außer in miesen spielfilmen und drexserjen aus den USA, da rauscht und zischt und brummt es ständig im vakuum.

Knapp daneben ist auch vorbei…

Aus der beliebten kategorie: beruhigendes aus der wissenschaft:

Einige Astronomen beobachten den Himmel auf der Suche nach Asteroiden, die der Erde gefährlich nahe kommen. Jetzt haben sie einen entdeckt, der sehr knapp an der Erde vorbeigeflogen ist – allerdings erst drei Tage danach

Vielleicht klappts ja beim nächsten mal mit dem treffer… dann gibts die entdeckung auch nicht erst hinterher.

Wissenschaft des tages

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir alle schon einmal materje in der hand gehalten haben, die aus einer anderen galaxie stammt… aber achtung, dieses steile postulat ist das ergebnis von kompjutersimulazjonen, und zurzeit ist meiner meinung nach viel zu wenig über den kosmos bekannt, als dass man derart weitreichende aussagen machen könnte. Zum beispiel weiß zurzeit niemand, was die expansjon des universums beschleunigt und ob diese beschleunigung zeitlich und räumlich konstant ist. In die kompjutersimulazjon gingen natürlich viele annahmen ein, und schließlich musste das so entstandene modell noch „ein bisschen“ vereinfacht werden, um überhaupt mit einer rechenmaschine behandelbar zu sein, die ein bisschen kleiner als die simulierten galaxien ist. Langfristige effekte in komplexen systemen — wie etwa die entwicklung eines intergalaktischen materjeaustausches — sind zurzeit für menschen nicht einmal in leidlich seriösen näherungen erfassbar (was niemanden vom simulieren abhalten sollte). Es ist ja nicht einmal möglich, auf grundlage einer berechnung eine halbwegs zuverlässige vorhersage zu machen, wie das irdische wetter in fünf tagen sein wird, obwohl die vorgänge in der erdatmosfäre deutlich besser verstanden werden als die vorgänge im universum…

(Die annahme, dass supernovae materje so stark beschleunigen können, dass die fluchtgeschwindigkeit einer galaxie erreicht wird, halte ich übrigens für zutreffend.)

Ach, es ist ja sommerloch und die jornalisten brauchen köder, um leser zur reklame zu locken, ich vergaß es völlig… 😀

Wissenschaft des tages

Die beobachtete „dunkle energie“, die dazu zu führen scheint, dass sich das universum aus zurzeit unbekannten gründen beschleunigt ausbreitet, könnte ein artefakt der gegenwärtigen hypotesenbildung und beobachtungstechnik sein und folglich gar nicht existieren. Die kosmologie geht davon aus, dass die materje im universum auf hinreichend großem maßstab gleichverteilt ist, in wirklichkeit ist es jedoch (aus gründen, die auch noch nicht bekannt sind, sich aber durch eine fase der kosmischen inflatzjon unmittelbar nach dem urknall zumindest erklären lassen) eine großräumig klumpige anordnung mit riesigen leerräumen. Eine kleine kompjutersimulazjon hat gezeigt, dass es in einem derartigen universum je nach dichte des raumes zu stark unterschiedlichen ausdehnungsgeschwindigkeiten kommt, während der durchschnitt dem teoretisch erwarteten wert entspricht.

Carl Sagan hat ja mal gesagt, dass sich der teppich in jedem astronomischen institut wellen müsste, wegen der vielen ungereimtheiten, die man darunter gekehrt hat… 😀

Astronomie des tages

Die astronomen haben mal wieder schmerzen mit ihrem gegenwärtigen planetenbegriff und versuchen, diesen schmerzen mit besseren definizjonen abzuhelfen (hervorhebung von mir):

Ein Planet ist ein Objekt von sub-stellarer Masse, in dem nie Kernfusion gezündet hat und das genug eigene Gravitation hat, um eine ellipsoide Form anzunehmen, die hinreichend als dreiachsiger Ellipsoid beschrieben werden kann – unabhängig von den Orbitalparametern

Gefällt mir, denn damit ist die erde kein planet mehr. Seit ivy mike gezündet wurde, gab es hier auch eine kernfusjon. :mrgreen:

„Künstliche intelligenz“ des tages

Hat jemand lust, nach transneptunischen planeten und braunen zwergen in sonnennähe zu suchen? (Nein, nicht die braunen zwerge aus der AFD…)

Während jeder scheißjornalist die tollen meldungen von der „künstlichen intelligenz“ abschreibt, ist die gesamte bei der NASA herumstehende rechenleistung offenbar nicht dafür hinreichend, bewegte objekte in stark verrauschten und mit obskuren fehlern überzogenen messdaten¹ zu finden. So ein gehirnchen und ein auge sind da immer noch deutlich leistungsfähiger, und deshalb wird es jetzt eben mit gehirnchen und augen versucht. Da geht immer noch nichts über die natürliche intelligenz; ich konnte bei beinahe jeder bildsekwenz sofort und ohne bewusste anstrengung entscheiden, dass sich da nix im rauschen bewegt. 😉

Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß beim festen glauben an den modernen mytos von der „künstlichen intelligenz“.

¹Da möchte ich auch nicht mit einer FFT drin suchen müssen…

Es gibt eine zweite! Die erste kann weg!

Wissenschaftliche Sensation:
Mögliche zweite Erde in unserer Nachbarschaft entdeckt

Na los, vier lichtjährchen! Und ein paar zerkwetschte! Nix wie hin! Hej, das dumpfig rote sönnchen hat zwar nur rd. ein hundertstel der sonnenleuchtkraft und ist ein bisschen variabel in seiner energieabstrahlung mit sporadischen ausbrüchen von schöner, harter röntgenstrahlung — nicht so hell, aber dafür deutlich hautunfreundlicher als licht — aber trotzdem kann der kwalitätsjornalist mal vermelden…

[…] dass auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser vorkommen könnte – was als wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben gilt

Und das ist doch der stoff, aus dem die träume sind. Damit füllt man ein sommerloch. Damit holt man klicki klicki klicks. Und das ist für den jornalisten an der reklamevermarktungsfront der contentindustrie viel viel wichtiger als sachliches melden.

(Wenn sich die messungen bestätigen, wäre die entdeckung dennoch eine beachtliche leistung. Vermutlich werden jetzt schon etliche astronomen, so sie etwas beobachtungszeit dafür entbehren können, mit großen guckrohren einen blick auf proxima centauri werfen, um das gerücht — mehr ist es vor der veröffentlichung in einem richtigen jornal nicht — zu überprüfen.)

Nachtrag: Florian Freistetter konnte seinen gallefluss auch nicht zügeln und hat ein paar worte gebloggt. Wer mir nicht glaubt: der ist astronom.

Dumme schlagzeile des tages

Überschrift n-tv, Ressort 'Wissen': 'Sternschnuppenregen geht nieder: Drei Planeten leuchten besonders hell'.

Leute, die in bester S/M-haltung nur noch die überschriften überfliegen, müssen nach genuss dieses kwalitätsjornalistischen und völlig falschen meisterwerkes von überschrift glauben, dass ein meteor (atmosfärische leuchterscheinung, irdisches geschehen) ein planet (großer körper mit umlaufbahn um die sonne¹, der das sonnenlicht reflektiert, kein geschehen auf der erde) ist.

Weia! Ich glaube, bei überschriften zu fußballmeldungen würden den volxverblödungsarbeitern der contentindustrie niemals dermaßen schwere fehler passieren.

¹Für pedanten: klar, es kann auch planeten um andere sonnen geben. Aber die werden niemals besonders hell am irdischen nachthimmel leuchten.

Juhtjuhbb des tages

Oh, juhtjuhbb bietet mir jetzt auch astronomie an. — Was ist das denn? — Das ist das juhtjuhbb-wort für die mischung aus NASA-videos und verschwörungsteorien von ufologie-gläubigen.

Auch weiterhin viel spaß mit der mechanischen verblödung durch algoritmische filter von klitschen, die von der reklamevermarktung leben, während alles von „künstlicher intelligenz“ faselt, weil endlich eine rechenmaschine auf meisterlichem nivoh beim go gewinnen kann.