SETI des tages

Eine natürliche Erklärung ist unwahrscheinlich, Außerirdische sind noch unwahrscheinlicher

Keine sorge, leute, proxima centauri hat zwar ein paar planeten (vermutlich ein paar mehr, als wir von der erde aus sicher ermitteln können — das ist ein sicherer und ein unsicherer, aber alles unter drei erdmassen ist auf die entfernung schwierig), ist aber eine sehr sonne mit starken aktivitätsausbrüchen in einem rund 400tägigen zyklus. Diese aktivitätsausbrüche verdoppeln die helligkeit der sonne. Es ist also klar, dass da eine menge energie freigesetzt wird. Ansonsten ist es ein winziges sönnchen, das nicht viel energie abstrahlt, so dass flüssiges wasser nur auf planetenumlaufbahnen ganz nahe an der sonne möglich wäre. Für die entstehung von so etwas sensiblen wie biologischem leben sind das eher ungünstige bedingungen — wenn ich als kohlenstoff- und wasserschohwinist mal davon ausgehe, dass es auf wasser als lösungsmittel basiert. Dass dort sogar etwas entstehen könnte, was funk entwickelt hat, ist noch viel unwahrscheinlicher. Ich würde mich ja auch freuen, wenn das erste klare signal einer außerirdischen zivilisazjon gefunden wird, allein schon, um die frage zu klären, ob es technische intelligenz jenseits der zum untergang im dummheit verurteilten menschheit gibt, aber das ist es vorerst noch nicht und wird es wohl auch nicht mehr werden.

Ich tippe da eher auf einen noch nicht richtig verstandenen effekt mit der hohen aktivität in einem solaren magnetfeld eines kleinen sönnchens. Zumal da einfach nur gefunkt wird…

Erstens weist das Signal keine Spur von Modulation auf

…ohne dass dabei informazjonen übermittelt werden. (Für eine kontaktaufnahme zu möglichen technischen zivilisazjonen würde ich ja einfach primzahlen in einer einfachen kohdierung funken, denn ich kann mir keinen einfachen natürlichen prozess vorstellen, der primzahlen generiert, gehe aber davon aus, dass jede technische zivilisazjon eine art von matematik entwickelt hat und die primzahlen als solche erkennen kann. Eine technik ohne matematikentwicklung ist wohl unmöglich.)

Jornalismus und wirklichkeit

Scinexx so:

Himmelsschauspiel: In der Nacht zum Montag erreicht der Meteorschauer der Geminiden seinen Höhepunkt. Mit rund 150 Sternschnuppen pro Stunde und vielen besonders hellen und langsamen Meteoren sind die Geminiden der ergiebigste Sternschnuppenregen des Jahres. In diesem Jahr sind die Beobachtungsbedingungen dank Neumond besonders günstig: Am dunklen Nachthimmel stechen die hellen Sternschnuppen deutlich hervor

Die wirklichkeit so:

Wettervorhersage für das kommende wochenende. In der nacht von sonntag auf montag ist es durchgehend bewölkt, am montagmorgen beginnt der regen. Erst ab montag nachmittag klart es etwas auf

Wolkenbeobachtung kann man an jedem tag im jahr machen, da braucht man es nicht, dass die erdbahn durch eine kleine staubwolke geht… 😉

Neues von beteigeuze

Ja, die supernova kommt bald… in astronomischen maßstäben:

Das Ende von Beteigeuze in einer gigantischen Supernova könnte demnach noch weitere 100.000 Jahre auf sich warten lassen

Aber hej, wenn die menschheit sich in den nächsten paar hunderttausend jahren nicht einfach selbst ausrottet (sie arbeitet ja jetzt schon sehr zielstrebig daran), dann wirds ein noch tolleres himmelschauspiel als eh schon erwartet, denn beteigeuze ist der erde viel näher als bislang abgeschätzt. Na ja, so kleine schätz- und messfehler um 25 prozent, das ist eben astronomie… 😉

Meinen impuls, über die dürftige sprachliche kwalität des heise-artikels abzujauchen, unterdrücke ich heute mal. Vermutlich ist der englischexperte gerade im coronaurlaub, und der praktikant hat eine compjuterübelsetzung gemacht, und das lektorat wurde bei heise wohl schon in den nuller jahren wegrazjonalisiert…

Nein!

Auch wenn gerade durch die scheißpresse geht, dass der spektroskopische nachweis von phosphin (korrekte bezeichnung: monophosphan) in den oberen schichten der wolken des planeten venus gelungen ist und auch, wenn dieses gas im chemischen ungleichgewicht mit der atmosfäre der venus steht: das ist kein beleg für außerirdisches leben. Nicht einmal ein schwach belastbarer. Generell ist nicht alles ungeklärte und zurzeit unerklärliche ein beleg für das wünschenswerte, sondern vor allem erstmal ungeklärt. Das gilt auch, wenn scheißjornalisten im sinne der reklameplatzvermarktung möglichst reißerische schlachtzeilen schreiben wollen. Die wolken, in denen monophosphan nachgewiesen wurde, bestehen übrigens aus feinen tröpfchen konzentrierter schwefelsäure und enthalten praktisch kein wasser. Man muss schon etwas überoptimistisch sein, wenn man das für eine lebensfreundliche umgebung hält.

Wer mal sehen möchte, wie es auf der venus aussieht: hier gehts lang! In dem artikel bekommt man auch einen leichten eindruck davon, warum es so selten robotermissjonen zur venus gegeben hat:

Die Bedingungen auf der Venus sind extrem: Der Atmosphärendruck an der Oberfläche beträgt rund 90 Bar, soviel wie auf der Erde ein Taucher in 900 m Tiefe ausgesetzt ist. Dabei herrscht eine Temperatur von rund 480°C. Es ist auf der Venus so heiß, das sogar einige Metalle wie Blei schmelzen würden und Gesteine anfangen zu glühen

Und ja, das metan in der marsatmosfäre steht ebenfalls in einem chemischen ungleichgewicht zur zusammensetzung der atmosfäre und muss irgendwie immer wieder neu produziert werden, was ebenfalls zurzeit ungeklärt ist. Wie man nach ausführlicher betrachtung von massenhaft verfügbaren bildern der marsoberfläche erahnen sollte, können das nicht nur kühe. (Es gibt übrigens vulkane auf dem mars.) Allerdings lassen es die bedingungen auf dem mars nicht völlig ausschließen, dass sich dort noch irgendwas selbsterhaltendes und reproduzierendes mit stoffwexel und fließgleichgewicht finden könnte… falls wir das überhaupt als „lebenskandidat“ erkennen, selbst wenn wir es unmittelbar vor unseren augen haben.

Wissenschaft des tages

Was sich nicht alles im universum finden könnte, wenn man mal drüber nachdenkt! Blaneten zum beispiel. Das ist zwar noch sehr spekulativ und durch keine beobachtung belegt, klingt aber für ein paar völlig mögliche sonderfälle durchaus plausibel. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich nicht mehr den nachweis eines blaneten erleben werde. Die möglichen effekte auch eines sehr großen blaneten sind einfach zu klein im vergleich zum benachbarten schwarzen loch und dürften aus der ferne in den unregelmäßigkeiten hochenergetischer prozesse einfach untergehen. Vielleicht sind sie sogar gar nicht nachweisbar, wenn man nicht gerade ein supermassives schwarzes loch in seiner nähe hat. Aber wenn man ein supermassives schwarzes loch ein bisschen zu nahe in seiner nähe hat, ist das wegen der doch etwas heftigen synkrotronstrahlung aus der akkrezjonsscheibe nicht so günstig für die entstehung irgendwelcher lustiger kohlenstoffklumpen mit erkenntnisdrang, die mit fernrohren in den himmel gucken…

Endlich! Erde kann verbraucht und weggeschmissen werden!

Zwilling
Existenz einer „zweiten Erde“ in unserem Nachbarsystem bestätigt

Auch jüngste Messungen kommen zum Schluss, dass der nur vier Lichtjahre entfernte Planet Proxima b potenziell lebensfreundlich ist

Ich bitte die größten erdverbraucher in ihrer unendlichen gier nach noch mehr, einfach die raketen zu besteigen und für uns alle mutig voranzuschreiten! Eine ganze neue welt zum erobern, vergiften, ausbeuten, konsumieren und wegschmeißen, das muss doch nach eurem herzen sein! Kommt, 4,2 lichtjahre sind doch nix! Das ist nachbarschaft. Einfacher wirds nicht mehr. Hauptsache, ihr seid schnell weg hier! Und zwar ohne rückflugticket. Und bitte: nehmt eure regierungen, die ihr euch gekauft habt, einfach mit!

Astronomie des tages

Das vermutlich erdnächste schwarze loch — „vermutlich“, weil es nicht möglich ist, schwarze löcher direkt zu identifizieren und sehr viele derartiger objekte näher sein können, ohne irgendwie aufzufallen — ist unsichtbarer bestandteil eines mit bloßem auge sichtbaren dreifachsystems [link geht auf einen englischsprachigen text]. Allerdings muss man für einen blick auf das sternbild „teleskop“ auf der südhalbkugel der erde sein, und das system mit dem schwarzen loch hat eine sichtbare helligkeit von nur 5,3 mag, so dass man besser einen klaren himmel fern von künstlicher beleuchtung haben sollte, um das kleine lichtpünktchen zu sehen.

Leider ist dieses dreifachsystem mit rd. 750 lichtjahren immer noch viel zu weit entfernt, als dass es sich lohnen würde, Donald „space force“ Trump zum astronauten zu machen. :mrgreen: