Audacity des tages

Ich habe es doch gesagt, Audacity ist im arsch und nicht mehr benutzbar. Aber weil mein kleines stimmchen keiner hört, sagt es euch jetzt nochmal onkel Eugeny Naidenov ganz deutlich:

Ein Update auf Audacity 3.0.3 behob einige Fehler und brachte kleine Verbesserungen. Kaum war das geschehen, veröffentliche Muse Group am vergangenen Freitag überarbeitete Datenschutzbestimmungen, die mit Datenschutz nun wirklich nichts zu tun haben und mit denen sich Audacity in den Augen der Open-Source-Community endgültig ins Abseits stellt. Es handelt sich dabei um eine gekürzte Version der generellen Datenschutzbestimmungen von Musecore. Niemand, dem seine Daten etwas wert sind, wird Audacity künftig noch mit der Mistgabel anfassen können […] eine Datenschutzerklärung, die das Nach-Hause-Telefonieren legitimiert und der Muse Group völlig unakzeptable Rechte einräumt, die in der Form vermutlich von der DSGVO nicht gedeckt sind […] werden Daten gesammelt, die »notwendig für Strafverfolgung, Rechtsstreitigkeiten und Anfragen von Behörden« sind. Was das für Daten sind, wird nicht verraten […] dass Muse Group die Daten an jeden weitergeben kann, den sie als »Drittpartei«, »Berater« oder »potenzielle Käufer« klassifizieren

Jetzt wird endlich die gesamte freie softwäjhr durchseucht, beginnend mit allem, was gefühlt alternativlos ist. Angefangen hat das übrigens mit dem webbrauser feierfox der mozilla foundation, der in eine distribuzjonsplattform für schadsoftwäjhr umgewidmet wurde. Als ob man im heutigen internetz einen mangel an überwachung hätte. (Der krohm, dieser brauser der größten privatwirtschaftlichen überwachungsklitsche, und die diversen von ihm abgeleiteten produkte spielen sowieso in einer anderen liga, in der menschenrechte keine rolle mehr spielen. Und die menschen finden es geil.)

Übrigens benötigt man gar keinen zugriff auf das internetz, wenn man lokal eine audiodatei bearbeitet. Nichts ist in einem derartigen programm so überflüssig wie kohd, der internetzzugriffe macht.

„Freie softwäjhr kaputtmachen“ des tages

Von der idee, überwachungswanzen in die Freie softwäjhr audacity einzubauen, ist die muse group ja inzwischen wieder abgekommen, vermutlich, weil dann doch zu viele menschen vor dieser beglückungsidee wegrannten.

Und ich wurde mal wieder ein fundamentalist geschimpft, weil ich trotzdem von audacity weggehe. Wer einmal so wie die muse group ins klo gegriffen hat, hat die hand ja noch in der nähe des klos. Und fundamentalist hin oder her, ich scheine recht gehabt zu haben:

Wer in der Vergangenheit zu Audacity beigetragen hat oder künftig beitragen möchte, muss ein Contributor License Agreement (CLA) unterzeichnen, wie aktuell auf GitHub zu lesen ist

Ich würde ja einen deibel tun, wenn ich dazu gedrängt würde! Warum? Na, erstmal wegen der nach scheiße stinkenden scheißlügen, mit denen ich zum unterschreiben bestupst werden soll:

Zudem soll Audacity auf weiteren Plattformen zugänglich gemacht werden, was angeblich ohne CLA nicht möglich ist. Als Beispiel wird Apples App Store genannt, was aber, wie ein Kommentator berichtet, nicht zutrifft, wie das Beispiel Nextcloud belegt

Wer solche lügen nötig hat, hat keine guten absichten. Und, was sind die absichten? Einmal das übliche, möglichst viel klaut und softwäjhr als dienstleistung einbauen, um nutzern mit einer windigen limited das geld aus der tasche zu ziehen:

Die neuen Besitzer planen zudem die Einführung separater Cloud-Dienste, die Audacity-Benutzer nutzen können, wenn sie wollen

Und, wie viel rechte sollen dafür und wegen einiger scheißlügen, aber zum ausgleich ohne jede gegenleistung an den entwickler an die muse group abgegeben werden?

Beitragende, die die CLA für Audacity unterschreiben, treten damit „eine unbefristete, nicht-exklusive, weltweite, voll bezahlte, gebührenfreie, unwiderrufliche Urheberrechtslizenz zur Vervielfältigung, Erstellung abgeleiteter Werke, öffentlicher Darstellung, öffentlicher Aufführung, Unterlizenzierung und Verteilung des Beitrags und solcher abgeleiteter Werke“ an das Unternehmen MUSECY SM LTD ab

Ich will es mal so sagen: audacity ist eine, zumindest für mich, weil ich es zum musikmachen und für andere zwecke regelmäßig benutze, sehr nützliche softwäjhr, aber bei weitem nicht vollkommen. Die benutzerschnittstelle ist nicht konfigurierbar und verbreitet immer noch ein gefühl der neunziger jahre, etliche wichtige funkzjonen sind gut versteckt und nur über untermenüs erreichbar, es ist ferner nicht möglich, für häufige arbeitsschritte (wie etwa das exportieren der aktuellen auswahl) eine tastaturabkürzung zu definieren (wie es etwa in gimp geht), was viele dinge unnötig umständlich macht. Aber ein funkzjonsmerkmal habe ich wirklich noch nie vermisst: klaut-funkzjonen, um meine dinge maximal intransparent auf den kompjutern anderer menschen zu speichern und meinem leben eine ausbeutbare abhängigkeit von dieser dienstleistung hinzuzufügen. Tatsächlich bin ich im bedarfsfall immer noch imstande, ein FTP-programm zu starten und zu nutzen.

Leute, glaubt es mir bitte: audacity ist im arsch. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig und vollkommen. Das kommt auch nicht wieder, solange diese muse group da ihre gruselfinger mit drin hat. Diese muse group wäxt als ein krebsgeschwür auf der leistung anderer menschen, um möglichst viel zeug für den eigenen stoffwexel daraus zu saugen. Solche parasiten haben alle ächtung verdient.

Benutzt keine softwäjhr der muse group! Nutzt einen verdammten fork! Freiheit ist mehr als freibier.

Ein glück! Na ja, für mich nicht mehr…

Die geplante vergällung von audacity mit überwachungswanzen von guhgell und yandex war wohl doch keine so eine gute idee. Offenbar sind genug leute vor audacity weggerannt, dass man jetzt erstmal auf die nutzerüberwachung durch telemetriewanzen von guhgell und yandex verzichtet. Natürlich wird das etwas schwurbeliger ausgedrückt:

Die Reaktion auf PR #835 habe bei Muse zu der Erkenntnis geführt, dass die Bequemlichkeit der Nutzung von Yandex und Google im Widerspruch zu der öffentlichen Wahrnehmung von Vertrauenswürdigkeit steht

<loriot>Ach!</loriot>

Trotzdem bin ich weg, denn ich muss angesichts dieses zunächst gescheiterten planes befürchten, dass derartige überwachungsfunkzjonen durch die kohdwanzen großer privatwirtschaftlicher überwachungsunternehmen demnächst von selbstherrlichen projektobermotzen scheibchenweise und mit allerlei scheinbeteiligung der nutzer eingeführt werden. In der langsamkeit dann leider viel „erfolgreicher“. Nein danke, ich verzichte! Es reicht mir schon, gesehen zu haben, wie aus einem einst guten webbrauser wie dem feierfox unter einem freidrehenden, von den nutzern emanzpierten projektmänätschment ein schwerfälliges monster voller niemals vermisster funkzjonen und ständiger gängeleien wurde, das schließlich sogar von der mozilla foundation für eine handvoll geld vom burdaverlag in ein vehikel zur auslieferung von schadsoftwäjhr umgebaut wurde. So etwas macht aufmerksam bei der kleinsten regung von irgendwelchen organisazjons-obermotzen mit ihren banknoten und ihren beglückungsideen. Ich profezeihe audacity eine sehr ähnliche zukunft wie dem scheißfeierfox und empfehle, die entstandenen forks weiterzupflegen.

Die muse group soll sterben gehen!

Tschüss, audacity

Es waren sehr viele jahre mit einer alles in allem ganz brauchbaren softwäjhr, aber überwachungswanzen von guhgell und yandex im kohd gehen gar nicht, nicht mal, wenn ich auf eine checkbox klicken kann, um das abzustellen. Sagt mal, audacity-entwickler, hackt es bei euch?

Muss ich mich eben nach einem anderen programm umschauen…

Übrigens, Dmitry, geh sterben!