Ausrede des tages

Was sagt man denn mal, wenn man ein paar jährchen später dabei erwischt wurde, dass man als EU-p’litbüromitglied entgegen der transparenzpflichten verschweigt, dass man direktor eines unternehmens ist?

Die antwort gibt Neelie Kroes, frühere EU-kommissarin für wettbewerb und digiales (das ist diese intelligenzverachtende hirnfickerin, die vor ein paar jahren den leuten vorgelogen hat, dass durch „cloud“ 2,5 milljonen zusätzliche arbeitsplätze entstünden):

Sie sei während ihrer Zeit als EU-Kommissarin de facto gar nicht Direktorin der Bahamas-Briefkastenfirma gewesen, sondern versehentlich als Direktorin geführt worden, ließ Kroes durch ihren Anwalt erklären. Kroes sei davon ausgegangen, dass die Briefkastenfirma auf den Bahamas bereits zwei Jahre vor ihrem Amtsantritt bei der EU-Kommission aufgelöst worden sei, berichtet der britische „Guardian“

Tja, woher soll so eine unternehmensdirektorin denn auch wissen, ob das mutmaßlich für kriminelle zwecke gegründete unternehmen noch besteht.

Hauptsache, die gefängnisse sind voller schwarzfahrer!

BND des tages

Der BND habe „etwa 130 Dokumente (…) aufgrund eines Versehens dem Untersuchungsausschuss bislang nicht übermittelt“

Deshalb heißt das ja auch „geheimdienst“, das soll geheim bleiben, was die machen.

Wenn sich der Zeuge nicht „verplappert“ hätte, so Renner weiter, hätte man nie von der Existenz der Dokumente erfahren

Sag ich doch.

Wäre ja auch so richtig scheiße für den „rechtsfreien raum“ eines geheimdienstes, wenn der sich an irgendin gesetz halten würde. Das beste daran: mit der tollen ausrede „ähm, das war nur ein versehen“ werden die verantwortlichen beim horch- und morddienst der BRD völlig konsekwenzenlos durchkommen. Und damit, dass sie — schreiß auf das in den grund getrampelte gesetz mit seinen grunzrechten — massenhaft anlasslos leute belauschen und mit kriminellen, kriegstreiberischen schurkenstaaten wie den vereinigten staaten eines teils von nordamerika zusammenarbeiten, auch.

Ausrede des tages

Man kann doch nicht so einfach die geheimdienstakten zu einem mordanschlag aus dem jahr 1980 an den bundestag oder an die bundesanwaltschaft geben:

Die V-Leute, die damals für die Geheimdienste die rechte Szene ausleuchten sollten, müssen geschützt werden

Nicht, dass da am ende noch rauskommt, dass es ohne BRD-geheimdienste ein paar tote weniger gegeben hätte, weil es ohne die hilfe der horch- und morddienste niemals zu einem ausreichenden organisazjonsgrad der neonazis gekommen wäre…

Ach, ich höre schon wieder das gras waxen!

Ausrede des tages

Auf Nachfrage von Breyer schreibt das ZDF, die Sendung zu bearbeiten und die inkriminierten Szenen herauszunehmen wäre mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden

So so, herausforderung videoschnitt — klar, dass man mit solchem neumodischen kram bei einem fernsehsender nicht klarkommt. Falls hier jemand vom ZDF mitliest: ich gebe euch gern eine kurze, einführende schulung in avidemux und ffmpeg, und zwar deutlich billiger, als euch auch nur das honorar für eine sendung mit einer eurer inkompetenten fernsehfrontfressen, nachrichtenableser, bullschittexperten und talkschoukönig(innen) kostet.