Contentindustrieller leserverkäufer des tages

Das fischblatt „die zeit“ so: lass mich weiter im schlamm baden! Die anderen sind doch auch nicht sauber.

Der Online-Auftritt der „Zeit“ bekommt einen Big Brother Award für die Nutzung von Werbetrackern und Facebook Pixel. Dazu kommt die Speicherung sensibler politischer Daten auf amerikanischen Google-Servern beim Projekt „Deutschland spricht“. Außerdem wird das Nachfolgeprojekt „My Country Talks“ von Google mitfinanziert, was laut Laudatio die journalistische Unabhängigkeit beschädigt […] Die Nutzung von Werbetrackern sei im branchenüblichen Rahmen, das machen „alle journalistischen Angebote mit hoher Reichweite“

Übrigens: letzteres stimmt vermutlich. Und es ist auch der grund, weshalb man niemals, niemals, niemals eine contentindustrielle webseite ohne wirksamen adblocker aufrufen sollte. Seiner privat- und intimsfäre und der kompjutersicherheit zuliebe.

Ausgezeichnet

Faszinierend, wie viele jornalisten in ihrer hirnfickenden contentindustriellen scheißsprache einen „big brother award“ als einen „oscar“ bezeichnen. Und nicht als einen „razzie„. So machen sie in ihrer scheinbaren berichterstattung über die kritik an der verantwortungslosen datensammel- und datenschleuderei aus der kritik noch sprachlich und damit psychologisch wirkmächtig eine auszeichnung für etwas großartiges. Nach sex monaten des läppenden stroms von immer neuen neuigkeiten hat sich schließlich im kopfsieb der völlig unkundigen (und wahlberechtigten) verfangen, dass der verfassungsschutz einen „oscar“ für seinen datenschutz bekommen hat, dass es also gar nicht so schlimm sein kann.

Einmal ganz davon abgesehen, dass der „oscar“ in wirklichkeit „academy award“ heißt… 😀