Gute nachricht: EuGH legalisiert jegliches striehming in europa

Der europäische gerichtshof hat — meiner auffassung nach, ich bin allerdings kein jurist — das betrachten gestriemter werke legalisiert, auch wenn diese nicht legal vorgehalten wurden. Die nutzung entsprechender webseits (von denen ich jetzt keine einzige verlinke, weil sie allesamt schleudern für irreführende, überrumpelnde reklame von kriminellen vollidjoten sind) ist damit für den nutzer legalisiert worden:

Wenn ein Webnutzer ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf einer Webseite betrachtet, muss er dafür keine gesonderte Lizenz erwerben […] Die Kopien auf dem Bildschirm und im Cache der Festplatte eines Computers, die für das Betrachten einer Webseite erstellt werden, erfüllen nach Ansicht der Richter die Voraussetzungen, um vom Schutz der europäischen Urheberrechtsrichtlinie ausgenommen zu werden. Schließlich seien diese vorübergehend, flüchtig oder begleitend und ein integraler und wesentlicher Teil eines technischen Verfahrens

Tja, nun müssen die rechteverwerter sich in derartig gelagerten fällen an die verursacher halten, die den kram irgendwo ins internetz stellen — und nicht an die konsumenten, wie dies neulich bei den redtube-abmahnungen versucht wurde.

Wie erfreulich! Zusammen mit der gerade erst vom BGH praktisch wirkungslos gemachten mitstörerhaftung ist es eine schwarze woche für die abmahnmafia und rechteverwertungsindustrie… 🙂

Viellecht suchen sich diese leute einfach mal ein seriöses geschäftsmodell… ach, da kann man nicht mit so wenig mühe so viel geld machen, und deshalb lieber nicht… gut, ich verstehe… :mrgreen:

Ach, übrigens: ein rechteverwerter, der allen ernstes vor einem gericht die auffassung vertritt…

Die NLA wiederum meinte, dass Kopien auf dem Computerbildschirm des Nutzers […] erstellt würden

…dass die anzeige auf einem bildschirm eine kopie im sinne des urheberrechtes sei, sollte sich vielleicht mal gedanken um seine wahrnehmung der realität machen. Kleiner tipp von mir: die temporäre abbildung alles gesehenen als erregungsmuster auf der netzhaut wäre dann auch eine kopie, die folge wäre eine eingeforderte „hinguckabgabe“. Leute mit solchen verwest stinkenden fürzen in ihrem gehirn kommen hier zu gesellschaftlichem ansehen, einfluss und reichtum, während ein Gustl Mollath hinter die mauern verklappt wurde, an denen die so genannten „grundrechte“ enden. Gruselig!

Heise des tages

Heise onlein meldet mit viel heißer luft das träcking des tages: Wenn jemand javascript und cookies deaktiviert (zum beispiel mit gängigen brauser-erweiterungen), kann er trotzdem noch geträckt werden, indem sein brauser-käsch durch einbetten statischer bilder „ausgelesen“ wird, weil sich damit eine eindeutige ID als etag verbinden lässt.

Aber ihr da hinten in der karl-wiechert-allee, das ist doch alles nichts neues — benutzt doch mal die eigene suche auf heise onlein und gebt dort „etag“ als suchbegriff ein. Dabei findet ihr auch den artikel aus dem august 2011, aus dem ich damals das erste mal erfahren habe, dass so geträckt werden kann. Oh, das wäre für heute zu viel reschersche gewesen? Ah, ich verstehe, arbeit ist ja auch scheiße. Und weil heute der rescherschefreie tag bei heise onlein ist, wurde auch gleich noch ein toller „test“ mit im artikel verlinkt, der leider eine reine verarschung der besorgten nutzer dieses tests ist, kombiniert mit dem verlinkten angebot einer feierfox-erweiterung, die nicht von den offizjellen mozilla-seiten kommt. Ich habe mal kurz meinen privoxy dazwischengestellt, der solche HTTP-header einfach unterdrücken kann, und siehe da, ich war nach aussage dieses tests immer noch träckbar. Wäre vermutlich auch zu viel reschersche gewesen, mal selbst zu prüfen, was der test eigentlich testet. Da wird dann halt lieber flugs eine presseerklärung ins redakzjonssystem kopiert, und wenn sich ein paar leute eventuell (achtung: reine mutmaßung!) einen trojaner als brauser-erweiterung einfangen, ist das ja auch egal.

Ach!