Und nun zu den wirtschaftsmeldungen…

Wisst ihr noch, als sie euch allmedial aus den verlogenen, korrupten, nach betrug und scheiße stinkenden mietmäulern aller möglichen scheißjornalisten erzählt haben, dass man geld besser nicht auf dem sparbuch oder in etwas halbwegs seriösen anlegt, sondern besser an der börse, weil es da doch viel mehr rendite abzuholen gibt?

Vermögen wächst nur schwach
Börsenkurse machen Sparern zu schaffen

Och! :mrgreen:

Auch weiterhin viel spaß mit den wirtschaftsnachrichten, die sich nur noch um den kasinokapitalismus und die „stimmung“ in seinen menschlich schäbigen, aber dafür hübsch ausgebauten wettbüros drehen! Vielleicht gibt es demnächst ja auch direkte kasinonachrichten. Direkt aus baden-baden, rulett aktuell, immer kurz vor der tagesschau… 😀

S/M des tages

Ein Tweet eines Reality-TV-Sternchens genügte, um den Aktienkurs der Snapchat-Betreiberfirma Snap um bis zu 8 Prozent einbrechen zu lassen

Die akzjen von S/M-klitschen sind voll die robuste geldanlage. Da muss nur mal eben eine nanopromi-hupfdohle aus der dritten reihe mit fluffem haar, prallen möpsen und hohlen köpfchen einen fiepser rauslassen, und schon gibts blendes kursfeuerwerk oder tiefen absturz — mit irgendwelchen „werten“ hat der kurs der börsennotierten unternehmen ohne seriöses geschäftsmodell noch weniger zu tun als es eh schon an der börse üblich ist. 1,7 milljarden dollar als „börsenwert“ für ein tschättprogramm auf dem wischofon sind so giga-gaga, dass sich ein weiterer kommentar eigentlich erübrigt.

So, und jetzt wieder tulpen handeln, denn da kann man geld machen! :mrgreen:

PAAAAANIK!

Habt ihr eigentlich auch schon alle die von jornalisten transportierte panik, weil die von der wirklichen wirtschaft völlig entkoppelten kurse an den börsen — fachjornalisten und vergleichbare analsonden fragen dort immer nach psychologie und gefühl — nicht nur nach oben gehen?

Ach, ihr habt euch von scheißbänkstern beraten lassen, in fonds geriestert und denkt mit sorge an eure rente? Tja, wenn euch doch nur jemand gewarnt hätte! Und auch jetzt könnt ihr noch froh sein, dass ihr nicht in bitcoin „investiert“ habt:mrgreen:

Die „intelligenz“ der börse

Eistee-Hersteller tut „Blockchain“ in den Firmennamen, Aktienkurs verdreifacht sich

Kannste dir gar nicht selbst ausdenken, sowas!

Wer immer noch glaubt, dass die börsenkurse irgendetwas mit „der wirtschaft“ zu haben und nicht reiner, vom wirtschaftlichen geschehen weitgehend entkoppelter kasinokapitalismus sind, der lege sein geld auch weiterhin in tulpen an! Viel spaß beim „riestern“ in investmentfonds!

Spekulazjonsblase des tages

Hype ohne Ende:
Bitcoin knackt 15.000 Dollar

Und wieso? Das ist immerhin ein geld, das wegen seiner entwurfsschwächen kaum für zahlungsvorgänge geeignet ist, wenn die nutzerschaft nur groß genug wird. Der bedarf an energie und netzwerkkapazität für einen einzigen bezahlvorgang steht jenseits jeder verhältnismäßigkeit. Und das wird mit zunehmender nutzerzahl schlimmer.

Ach, darum:

Hintergrund des aktuellen Kursfeuerwerks ist die Aussicht, dass schon in wenigen Tagen der Handel mit sogenannten Bitcoin-Futures möglich sein wird

Das börsencasino um den bitcoin ist eröffnet.

Ich wünsche euch allen noch viel spaß mit euren tulpen. Obwohl der vergleich nicht passt. Denn die tulpen waren ja auch nach einem wertverfall noch ganz hübsch. 😀

Wahnsinn des tages

Nein, eigentlich ist die börse nicht ein wahnsinn des tages, sondern unseres gesamten zeitalters. Mal fällt der kurs eines schwindelzettels¹ ins bodenlose, weil ein unternehmen richtig fett gewinn macht, aber nicht so viel gewinn, wie irgendwelche spezjalexperten erwartet hätten — und ein anderes mal zieht der kurs eines schwindelzettels an, weil ein unternehmen richtig fett verlust macht, aber eben nicht so viel verlust, wie irgendwelche spezjalexperten erwartet haben. Wer noch mehr anzeichen dafür braucht, dass dieser rasende wahn von menschenverachtenden koksnasen — von presseschreibern gern auch „instituzjonelle anleger“ genannt — völlig vom richtigen wirtschaftlichen geschehen emanzipiert ist, wird sie bei aufmerksamen lesen der wirtschaftsmeldungen immer wieder finden, wenn auch nicht immer so obszön offensichtlich wie in diesem fall. Aber aufpassen: damit die menschen schön dulle dumm bleiben, nennt der jornalist, der presseverleger und der fernsehmacher das börsengeschehen „wirtschaft“, damit man es auch verwexele und gleichsetze…

Hinweis für nachdenkliche und intelligente: ich habe hier natürlich einen tageskurs an der börse mit der (ausgesprochen unerfreulichen und keineswegs erfolgreichen) kwartalsentwicklung des geschäftes eines unternehmens in beziehung gesetzt, was ein billiges retorisch-manipulatives mittel ist, um meine darlegung mit scheinbaren fakten aufzuwerten. Dass die börse wahnhaft und vom wirtschaftlichen geschehen weitgehend emanzipiert ist, stimmt natürlich trotzdem… und wer lust darauf hat, kann ja mal bei anderen (und auch bei mir) darauf achten, wie häufig dieser trick des vergleiches zweier verschiedener kategorien im alltag eingesetzt wird, um andere menschen damit zu beeindrucken. Ich sehe das jedenfalls jeden verdammten tag irgendwo… zum beispiel im weiter oben verlinkten artikel bei heise onlein, um mit „fakten“ zu belegen, dass die unerfreuliche entwicklung äppels doch gar nicht so schlimm ist.

¹Schwindelzettel — so nenne ich eine akzje, die zu einem preis verkauft wird, der dazu führt, dass der „börsenwert“ eines unternehmens wesentlich größer als vier oder fünf jahresumsätze ist. (Bei unternehmen mit großen produkzjonsanlagen und absehbar langfristig robustem geschäftsmodell wie BASF und BMW darf man meinethalben gern zehn jahresumsätze als maßstab nehmen, aber auch nicht viel mehr; bei läden, die wie das fratzenbuch vor allem eine datensammlung haben, sollte hingegen eher etwas weniger angesetzt werden.) Und nein, von gewinnen habe ich dabei noch gar nix gesagt. Nach meinem erachten sind sämtliche DAX-„werte“ zurzeit schwindelzettel, sind angebotene gelegenheiten, zu einem völlig überteuerten mondpreis jenseits jeglicher wirklichkeit anteile an einem unternehmen zu erwerben. Wer das macht: nun ja, es sind alles erwaxene menschen, und man darf natürlich auch sein geld wegwerfen oder gar wegwerfen und einen teil davon zusätzlich noch einem fondsverwalter schenken. Denn was von den gegenwärtigen mondpreisen für die schwindelzettel übrig bleibt, wenns mal eine kleine erschütterung des laufenden börsenschwindels gibt, das sollte sich jeder selbst vorstellen können. Hinterher werden euch die jornalisten erzählen, dass irgendwelche entwicklungen „werte vernichtet“ haben — aber diese „werte“ waren die ganzen jahre lang nix als eine kirre fantasie der modernen zocker und alchimisten.

Auch weiterhin viel spaß beim spenden!

Es ist ja so leicht, mit einer spende etwas gutes zu tun, und die reklame der großen spendenempfänger macht es so leicht, die richtige auswahl zu treffen…

Ein Mitarbeiter in der Greenpeace-Zentrale in Amsterdam verlor bei Währungsgeschäften insgesamt 3,8 Millionen Euro. Das Geld stammte nach SPIEGEL-Informationen aus Spenden, die von finanzstarken Greenpeace-Länderorganisationen wie der deutschen an die Zentrale in Holland überwiesen wurden

Die frage, ob terminwetten im börsenkasino wenigstens einigermaßen klimaneutral sind, beantwortet euch euer lokaler „greenpeace“-propagandist.

Na, wieder vergessen die schwindelzettel zu segnen?

Die „Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des Heiligen Franziskus“ verliert Millionen Euro bei dubiosen Finanzanlagen[…]

Rund 40.000 Anleger sollen betroffen sein. Ihnen waren überdurchschnittliche Provisionen versprochen worden. Weil das Geld nie erwirtschaftet wurde, sollen die vollmundigen Makler nach dem Schneeballsystem verfahren sein: Die einen wurden mit dem Geld der anderen bezahlt.

Hej, der eigentliche begründer der heutigen kristlichen religjon des jesusverkaufs, Judas „küsschen“ Iskariot, war ja auch nicht gerade bescheiden mit seinen dreißig silberlingen. Da sind „hohe renditen“ eben unwiderstehlich, und das dingens da im kopf, diese achthundert gramm nutzlose graue masse, die braucht man eh nicht.