„Geistiges eigentum“ des tages

Adobe so zu seinen softwäjhrnutzern: hej, ihr habt kein recht mehr, alte versjonen von fotoschopp oder anderen CC-programmen zu benutzen, hört mal auf damit, oder wir verklagen euch! Habt ihr etwa geglaubt, das zeugs, für das ihr euer geld ausgegeben habt, sei euer eigentum, ihr deppen?!

Tja, leute, wenn euch doch nur jemand vor der scheibchenweise immer schlimmer vorangetriebenen enteignung in der softwäjhr gewarnt hätte!

Der übliche abmahnistanwahn

Hat wirklich jemand geglaubt, dass lizenzierungen der marke „creative commons“ ein gutes mittel gegen die legalisierte wegelagerer-abzockerei unter dem banner des „geistigen eigentumes“ ist? Nun, in der bummsrepublik abmahnistan haben sich stinkende anvergewälte schon gut darauf eingestellt und einen tollen wörkflow zum abzocken entwickelt. Also passt immer auf, dass den lizenzbedingungen entsprochen wird, wenn ihr CC-lizenziertes zeug verwendet. (Ist ja auch nicht so schwierig, aber einfach übernehmen, was man „sowieso für frei“ hält, ist halt einfacher — gar nicht auszudenken, was hier los ist, wenn in der BRD erst „geistiges eigentum“ auf den S/M-seits von abmahnanvergewälten durchgesetzt wird. Da wird das fratzenbuch aber zur unerschöpflichen goldgrube für ansonsten untalentierte juristen mit empatiemangel und asozjaler energie.)

Und wenn ihr etwas gegen den scheißdreck des „geistigen eigentums“ tun wollt, veröffentlicht eure sachen nicht unter CC-lizenzen, außer vielleicht als CC0. Das ist aber mit einer aufgabe sämtlicher rechte verbunden und damit oft auch nicht gewünscht.

Abmahnistan des tages

Wenn man fotograf ist und davon leben will, hat man ja verschiedene möglichkeiten. Man kann zum beispiel die nutzungsrechte an seinen fotos vermarkten. Einige scheinen es aber auch ganz lukrativ zu finden, die fotos einfach unter CC-lizenz zu veröffentlichen, sie zu den „wikimedia commons“ hochzuladen, damit sie auch bekannt werden und bei jedem CC-verstoß in einer anderen verwendung dieser fotos eine abmahnung mit dem angebot einer 4.300 øre teuren nachlizenzierung zu verschicken. Und die CC-verstöße kommen ja ganz von allein; für fast jeden menschen „fühlt es sich so an“, als seien die fotos in der wikipedia gemeinfrei.

Hej, nur fünf abmahnungen im monat — die sich mit der guhgell-suche nach ähnlichen bildern gewiss leicht „generieren“ lassen — erzeugen einen jahresumsatz von fast 260.000 øre. Das muss man mit fotografie erstmal schaffen! Aber niemand glaube, dass sich das auf fünf abmahnungen im monat beschränken wird…

Übrigens: die antwort auf den wahnsinn des geistigen eigentums sind nicht (die oft auch nicht so gut passenden) CC-lizenzen, sondern Freie werke und inhalte. Dafür gibts übrigens eine CC-lizenz, nämlich CC0… 😉

„Geistiges eigentum“ des tages

Der fotograf Dirk Vorderstraße (der link erfordert javascript, da diese seite mit DDOS-attacken von völlig unbekannter seite unsichtbar gemacht werden soll), der seine lichtbildwerke unter CC-lizenzen an prominenten stellen veröffentlicht und rechnungen für lizenzverstöße schreibt, wenn jemand diese fotos irgendwo ohne hinweis auf urheber und lizenz verwendet, hat mal wieder einen prozess gegen leute verloren, die auf seine vorgehensweise in klarer, unmissverständlicher sprache hinweisen, damit es nicht mehr zu derartigen lizenzverstößen kommen kann.

Mein tipp (natürlich rein spekulativ und zurzeit nur in meinem möglicherweise kranken kopf vorhanden): demnächst wird der große lichtbildkünstler und werkschöpfer mit dem EU-recht auf guhgell-vergessen dafür sorgen, dass das von ihm gefundene geschäftsmodell nicht mehr so leicht mit guhgell gefunden werden kann. Das unsichtbarmachen der eigenen machenschaften ist ja gerade schwer populär geworden

Jahuh des tages

Jahuh erklärt euch jetzt mal unter seinem namen „flickr“, warum man, wenn man etwas unter CC-lizenz veröffentlicht, dazu immer die NC-versjon nehmen sollte, die kommerzjelle nutzung ausschließt (obwohl das schon recht restriktiv ist, und obwohl „kommerzjell“ durchaus eine fragwürdige grauzone sein kann): weil sonst solche läden wie jahuh kommen, die guten bilder massenhaft drucken lassen und verkaufen, um sich das geld in die kasse zu stecken. Also nochmal: immer NC! Niemals kommerzjelle nutzung gestatten! Außer, ihr habt nichts dagegen, dass solche vampire an euch nuckeln — aber wozu braucht ihr dann überhaupt einen lizenztext, der mehr restrikzjonen als CC-zero macht?!

„Geistiges eigentum“ des tages

Nur um das für mich mal festzuhalten: Das ZDF hat heute meine CC-lizensierte Yes-We-Scan-Parodie als Dauerhintergrund für die Maybrit Illner-Talkrunde benutzt […] ich möchte mir das gerne festhalten, nur falls aus der Ecke der Öffentlich Rechtlichen jemals wieder irgendein urheberrechtsmaximalistischer Furz kommen sollte

Arschlochfirma des tages: sony

SoNie so: erst einen CC-lizenzierten kurzfilm für die eigene glotzkasten-reklame abgreifen, kostet ja nix, und dann unsere „copyright“-anwaltschaft auf juhtjuhbb loslassen, um den kurzfilm da löschen zu lassen.

Ihr habt ja schon mit euren ruhtkit-trojanern auf audio-CDs bewiesen, dass ihr völlig verrottete arschlöcher seid, und darin zeigt ihr kontinuität. Möge euch der insolvenzverwalter holen!

Geistiges eigentum des tages

Heute mal eine spur heiterer, denn diesmal hat die SPD gezeigt, dass sie das politisch gewünschte urheberrecht nicht kapiert und eine CC-lizenz für eine genehmigung zur völlig freien verwendung hält:

Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. […] Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?

Also habe ich mir einen Anwalt genommen und der hat euch dann Abmahnungen geschickt mit dem ganzen Programm, das euer Urheberrecht vorsieht:

[…]

Nun begann ein Schriftwechsel. Liebe Sozialdemokraten, ich glaube euch ja, dass ihr stets den Willen habt, die Gesetze einzuhalten. Dass ihr diesen Willen aber ausgerechnet in dem Augenblick als Argument vorbringt, in dem ihr beim Gesetzesbruch erwischt wurdet, zeugt dann doch von Chuzpe

Bwahahahaha!

Jamendo und die SACEM

Dieser pohsting ist sozusagen eine „sicherheitskopie“, da ich bei diesem gesamten vorgang erwarte, dass es zu einem akt der zensur durch jamendo kommen könnte. Deshalb lege ich auch einen gewissen wert darauf, dass es außerhalb des rechtsraumes der BRD erscheint. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ich einsehen muss, dass dieses pohsting völlig überflüssig war — aber ich bin ein „ausgelernter optimist“, der schon genug scheiße erlebt hat, um mit dem schlimmsten zu rechnen. Vor allem, wenn geld und die jurakeule der besitzenden im spiele sind.

Der bezug ist ein vorgang, bei dem sich der französische rechteverwerter SACEM nachträglich die rechte an werken aneignet, die ursprünglich unter freien lizenzen veröffentlicht wurden. In der folge verschwinden diese ursprünglich frei veröffentlichten werke aus dem internetz, und die idee der freien lizenzen wird auf diese weise sabotiert und entwertet. Nachdem ich erleben musste, dass im verlaufe zweier wochen niemand von den mehreren tausend menschen, die das unter einer freien lizenz veröffentliche album heruntergeladen haben und deshalb auf ihrer festplatte haben müssen, so viel mumm hatte, dieses album völlig legal zum daunlohd anzubieten, ist mir ein bisschen der kragen geplatzt. Zum glück hatte ich das album auch, ich fand es auf einer DVD mit bäckapps. Deshalb habe ich es zum freien daunload zur verfügung gestellt und das nachfolgend zitierte posting in der entsprechenden diskussjon auf jamendo von mir gegeben:

Auf einer alten DVD mit Backups habe ich es gefunden! Das originale ZIP-Archiv von Jamendo, MP3, 192 kbit/s mit den originalen Lizenztexten und den Begleitmaterialien. Es handelt sich um ein Werk, das in dieser Form unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurde, ich erachte daher die Weitergabe als legal. Das Archiv ist völlig unverändert. Für mindestens einen Monat wird der folgende Download-Link funktionieren (ich kann mich nicht beliebig auf dem verwendeten Server austoben):

[dryfe — Frederic Ribeiro — MP3, 192kbit/s]

Sollte sich die SACEM entschließen, einen obdachlosen Künstler wie mich, der nicht einmal eine ladefähige Adresse hat, dessen gesamtes Werk von der Idee der Freiheit aller Kulturgüter geprägt ist, zu verklagen, dann werde ich den gesamten Vorgang als freie künstlerische Performance zum Thema der Geldherrschaft und Phobokratie betrachten, verwerten und veröffentlichen. Unter dem Motto: „Kultur kann man nicht einsperren, aber Menschen – die SACEM tobt sich aus“. Das wird meine erste Darbietung in Spontankabarett.

Ich habe fertig!

Nachtrag, Kategorie wichtig: Mann oh mann oh mann, da muss doch noch jemand dieses Album haben! Wenn man angstdoof und hündisch auf jene Rechte verzichtet, die in freien Lizenzmodellen eingeräumt werden, weil ein paar — sorry! — finanzkräftige Kulturschmarotzer der Kopierindustrie mit der Jurakeule winken, denn sind die freien Lizenzmodelle endgültig wertlos geworden. Von daher bitte ich jeden Menschen, dem freie Lizenzen noch etwas bedeuten, um eine legale Weiterveröffentlichung dieses Albums im frei zugänglichen Internet, von Filesharing bis zum HTTP-Download. Sollte ich in den nächsten Tagen feststellen, dass es ausgerechnet hier bei Jamendo niemanden mehr gibt, dem freie Lizenzen so viel bedeuten, dass es zu einer kleinen Geste des Widersprechens gegenüber dem unverschämten Anspruch eines institutionalisierten Rechteverwerters nach rückwirkender Ungültigkeit einmal erteilter Lizenzen kommt, denn sehe ich das als Signal, dass Jamendo für mich gestorben ist. Das gleiche gilt für mich übrigens, wenn dieser Forumsbeitrag, der zu einem völlig legalen Handeln zum Schutz der Bedeutung freier Lizenzen auffordert, in den nächsten Tagen verschwinden sollte — ich habe viel unter freien Lizenzen gegeben, etliche davon noch freier als die CC-Lizenzen, und ich werde niemals zulassen, dass so ein Akt des freien Gebens nachträglich von irgendjemanden entwertet werden kann.

Was von der freiheit übrig bleibt, wenn man nicht bereit ist, dafür auch nur ein kleines wagnis einzugehen, das möchte ich nachfolgende generazjonen gar nicht sehen lassen!