Gruseliger CeBIT-bullschitt des tages

50 Billionen potenziell vernetzbare Gegenstände warten demnach nur darauf, in das sogenannte Internet of Things (IoT) integriert zu werden

Und acht milljarden menschen stehen schlange beim lobotomiedoktor, oder wie stellen sich die idjoten das vor? Obwohl: sie könnten recht haben. Und das ist das gruselige daran.

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Brüller des tages, monats, jahres, vielleicht sogar jahrzehnts…

Nein, das steht nicht im postilljon, das ist die real existierende idiocracy der CeBIT-eröffnung:

Die Maschinen würden nicht mit Öl oder Strom laufen, sondern mit Daten

Los leute, macht mehr daten! Wir brauchen bald kein öl und keine kernkraft mehr! Und die sonne auch nicht!

Und wer nicht beim fratzenbuch ist, gefährdet mit dieser datensparsamkeit die energieversorgung der zukunft! Verräter!

Au mann, es ist unmöglich, beim lesen von derartig hirnfreiem CeBIT-marketing-bullschitt nicht kindisch und unangemessen albern zu werden…

(Mal ganz… *kicher!*… ernsthaft betrachtet: so ein bit ist ja durchaus auch eine energie, es ist ja ein kleines bisschen weniger entropie innerhalb eines bestimmten raumbereiches als ein nicht-bit. Ich bin nur gerade viel zu faul und unwillig, ein paar dinge nachzuschlagen und dann auszurechnen oder abzuschätzen, ab wie vielen bit daten pro sekunde auch nur die abgegebene energie einer von PR-heißluft getragenen bullshit-ansprache zur eröffnung einer ehemaligen fachmesse erreicht wird. Vermutlich bedarfs dafür schon ziemlich hoher speicherkapazitäten, während der betrieb der speichermedien dafür aber leider auch wieder energie kosten wird. Freunde der fysik können das ja gern mal überschlagen und mir bitte auch die begriffliche ungenauigkeit dieses ganz schnell und unter lachanfällen rausgerotzten absatzes verzeihen. Und weil masse und energie äkwivalent sind, könnte man sogar abschätzen, was die gespeicherten daten auf einem datenträger wiegen und das in relazjon zum gewicht des datenspeichers setzen und dergleichen alberne gedanken mehr. Jeder dieser gedanken ist trotz aller seiner verspielten zweck- und sinnlosigkeit hochwertiger als das geschwafel der von geld- und machtträumen besoffenen schlippsies auf der CeBIT, einfach nur, weil es intelligenz voraussetzt, ihn zu denken.)

Wisst ihrs schon, habt ihr schon die reklame gesehen? Isotonische drinks sind gut für die pflanzen, da sind elektrolyte drin! :mrgreen:

CeBIT-PR-reklamekacke des tages

Vodafone hat *tamtamtam!* ende-zu-ende-verschlüsselung von mäjhls erfunden. Nein, die nehmen nicht etwa einen schon fertigen kwasistandard wie PGP oder S/MIME und bauen da eine nutzerschnittstelle drum, nein, die machen ihr eigenes ding, und das zu nutzen, kostet deshalb auch fünf øre im monat. Leider…

Auf dem PC benötigen Anwender dafür ein Outlook-Plug-in, für Smartphones und Tablets sollen sichere Apps unter Android beziehungsweise iOS zum Einsatz kommen. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen Browser zu nutzen

…gibts den schmarrn noch nicht für jedes betrübssystem, aber hey, dafür kann man die jetzt echt und vom CGHQ-komplizen mit heiligem ehrenwort und proprietären kwelltexten versprochen optimalstmöglich sicher verschlüsselten mäjhls überall in einem brauser lesen, weils auch eine implementazjon in javascript gibt. Und wir wissen ja alle, das so ein brauser der inbegriff von kommunikazjonssicherheit ist.

Und morgen PResseerklärt irgendeine klitsche die erfindung des rades, das leider noch nicht ganz rund ist, und heise macht daraus einen artikel!

(Wieviel kriegt heise eigentlich dafür, seine leser mit solchen PR-dada-meldungen zu verärgern.)

Meikrosoft will aus der gefühlten digitalen depressjon…

Nun, meikrosoft, da kann dir geholfen werden: verwirf einfach dein windohs acht vollkommen und bau was, was den menschen wieder dient! Denn kompjuter sind da, um den menschen zu dienen und nicht umgekehrt.

Aber nee, der Christian P. Illek hat ganz andere hirnfürze:

So habe jeder Privat- und Geschäftsanwender eine nicht delegierbare Verantwortung für seine IT-Sicherheit und Datenschutz, zum Beispiel bei der Nutzung aktueller Virensignaturen oder sicherer Passwörter

Ich ergänze das noch um: und bei der weitgehenden vermeidung der „cloud“-angebote meikrosofts, die jedem windohs-anwender als werksseitig vorgegebene scheißreklame auf die fliesenoberfläche gekackt wurden. Denn nicht mehr zu wissen, wo daten gespeichert sind und wer darauf zugreifen könnte — und genau dieser vergiftete kex wird mit dem reklamewort von der „cloud“ verkauft — ist das genaue gegenteil von IT-sicherheit und datenschutz.

„Cloud“ des tages

Was hat uns allen, denen seit gefühlten zweieinhalb jahrzehnten das papierlose büro versprochen wird, denn noch so richtig gefehlt? Richtig: ein „cloud“-fähiger drucker. Natürlich gibts diese „cloudlösung“ zusammen mit einer Äpp (warum nicht „applösung“), die mit irgendeiner „sicherheitslösung“ kompatibel sein soll, genauer wollte sich der herr sprechepresser beim sprechepressen wohl nicht ausdrücken (oder ausdrucken)… :mrgreen:

Übrigens: die hier mit viel bullschitt-blubberbläschen an ein flachpublikum aus kaufleuten und anderen hirnkastraten verkaufte innovazjon, über ein netzwerk zu drucken, ist mir seit den neunziger jahren geläufiger bestandteil meines alltags. Und es gab und es gibt einen verdammt guten grund, das LAN so weit wie möglich vom WAN zu trennen. Im falle eines netzwerkdruckers sieht der gute grund so aus:

Fuck your ink!

Und dass man auch ansonsten kein interesse daran haben wird, irgendetwas im lokalen netzwerk ohne not im gesamten internetz zur verfügung zu stellen, sollte jedem einleuchten. Aber jetzt ist ja „cloud“, da ists mit der leuchte nicht mehr so weit her.

CeBIT stablisiert sich…

…so lautet die überschrift über die presseerklärung der deutschen messe AG, die natülich wie jedes jahr nur gutes aus diesem jahr zu berichten weiß. Total gut finden sie es, ja, ein zeichen für waxtum und anhaltende goldgräberstimmung, dass im jahre 2012 so viele aussteller wie ende der neunziger jahre und so viele besucher wie ende der achtziger jahre kamen — angesichts der flut der diesjährig verteilten freikarten¹ ein deutliches zeichen.

Und die ganze jornaille schreibt es ab. Unreflektiert. Unhinterfragt. Presse eben, das produkt zum transport von reklame und zur sicheren vernichtung des geistes.

¹Ich bin obdachlos. Ich bin penner. Ich lehne es ab, für geld zu arbeiten. Mir wurde in diesem jahr in hannover fünf mal eine freikarte angeboten.

Tolle neuigkeiten auf der CEBIT

Ich brauche gar nicht so lange nachzudenken, ob ich irgend etwas verpasse, wenn ich nicht zur CEBIT gehe. Es reicht, einmal kurz zu überfliegen, was da an großartigen innovazjonen angepriesen wird.

Das Fraunhofer-institut hat eine berührungsfreie kompjuter-steuerung. Der anwender zeigt einfach mit dem finger irgendwo hin, eine kamera nimmt das auf und eine softwäjr versteht das. Ein toller ersatz für die maus. Nur noch hinzeigen, wie ein kleines kind, dass der sprache nicht mächtig ist. Vielleicht begleitet von unartikulierten lauten wie „da da“. Ich befürchte, der markt dafür wäxt zurzeit — und das liegt nicht daran, dass es mehr schwerbehinderte geben würde.

Das eintippen einer SMS über eine händi-tastatur ist ja wirklich kein vergnügen. Ich hätte in meiner arglosen jugend ja nie gedacht, dass die „ergonomie“ der folien-tastatur des ZX-81 noch einmal unterboten werden würde, aber die „moderne“ technik hat das hinbekommen. Trotzdem simsen die leute, als wäre die SMS das ei des kolumbus, obwohl diese form der datenübertragung selbst bei so genannten „billigen“ tarifen noch teurer ist als die kommunikazjon mit einem objekt im weltraum. Und um diesen idjoten das simsen noch ein bisschen einfacher zu machen, haben sich ein paar andere idjoten bei einer süddeutschen firma namens „dictocom“ die „SSMS“ ausgedacht. Man spricht seine SMS einfach bei denen ein, und die verschicken den text dann als SMS. Großartige idee, mit der man wohl hofft, schnell noch ein bisschen risikokapital abzugreifen — denn mit der zunehmenden selbstverständlichkeit des mobilen internet wird die SMS in relativ kurzer zeit völlig bedeutungslos werden, weil die menschen bessere und billigere technik für ihren austauschbedarf verwenden werden — und diese technik muss ja gar nicht erst entwickelt werden, denn mäjhl und diverse IM-dienste sind schon vorhanden. Ob allerdings in diesem zeitalter der orwellness jemand so blöd sein wird, seine mäjhl über den tollen dienst der firma „dictocom“ zu tippen? Es ist leider nicht auszuschließen.

Microsloth und samsung stellen ihr nohtbuck für kinder vor. Ist natürlich nix wirklich neues, sondern ein ganz normales netbook, und weil microsloth dabei ist, ist da natürlich auch windohs sieben drauf, damit sich schon die kinder an bills bunte bilder gewöhnen. Ganz wichtig: die möglichkeit für die eltern, das sörfen im internetz einzuschränken, eine ideale vorbereitung auf die später erfahrenen einschränkungen durch „vater staat“.

Und wo es so wenig neues zu vermelden gibt, muss doch wenigstens das geschäft mit den verkauf von schlangenöl laufen. ESET hat dermaßen viel sorge um die sicherheit der so genannten „smart phones“, auf denen ihre besitzer allerlei „apps“ instalieren, dass ESET eine sicherheitssoftwäjr für die gar nicht so smarten kwasselfunken verkloppen will. Nähere angaben zur funkzjon dieser sicherheitssoftwäjr sucht man vergebens, und ich gehe davon aus, dass es sich bestenfalls um ein signatur-basiertes verfahren wie in einem virenskänner handelt, dessen signatur-dateien immer zwei bis vier tage hinter den aktuellen angriffen zurückliegen. Aber immerhin: mitmensch ahnungslose dumpfbacke kann sich einreden, etwas für die sicherheit getan zu haben (nämlich ordentlich für ein produkt bezahlt zu haben), und danach kann er weiterhin alles auf seinem kreischkästchen installieren, was sich irgendwo im internetz findet und auf alles rumklicken, was sich nur anklicken lässt. Hokus pokus fidibus.

Und das waren die jornalistisch gemeldeten „highlights“ dieser hannöverschen ansammlung von bullshit und beflissenen verkäufern. Der rest droht, noch öder zu sein. Wer auf die CEBIT geht, hat zu viel lebenszeit und zu viel geld.