Schleichwerbung des tages

Der mutmaßlich von yahoo bezahlte und hilflos den verachteten lesern als redakzjoneller inhalt vorgegaukelte artikel, der uns erklärt, dass „yahoo“ jetzt ein tolles, neues und viel bessereres tschättprogramm hat, ist nicht nur reinste reklame ohne jeden geistigen nährwert, sondern „entzückt“ auch mit einer 1.968.734 bytes großen GIF-rumzuckelgrafik, die das lesen des nebenliegenden textes fast unmöglich macht.

Hej, ihr da hinten in der karl-wiechert-allee! Andere jornalistische angebote im contentindustriellen scheißweb kann man sich wenigstens noch mit werbeblockern genießbar machen, aber bei euch gehts bald nur noch, wenn man euch einfach völlig meidet. Artikelkwalität auf lichtlosem unterkellernivoh — ihr hattet da gestern schon so einen total „guten“ artikel für programmierer — kombiniert sich mit aufmerksamkeitsgeheische, wie ich es seit pubertären „myspace“-profilen aus den nuller jahren nicht mehr erleiden musste. Schreibt doch bitte gleich über die in euren händen verrottende webseit, dass ihr keine leser mit einer spur von restintelligenz mehr haben wollt! Aber wundert euch hinterher nicht drüber, dass die zielgruppe der kompjuterbild dann doch lieber das origjnal nimmt.

Bullschitt des tages

Auch das mittlerweile weit verbreitete Geotagging macht ihm zu schaffen. „Techies finden heraus, wo ein Foto aufgenommen wurde“ sagt Ahearn. „Daher muss man das Bild tatsächlich an dem Ort machen, zu dem man eine falsche Fährte legen will.“

Genau! Es ist ja komplett unmöglich und technisch überhaupt ganz und gar nicht machbar, die EXIF-informazjonen und damit auch die hinterlegten koordinaten in einem foto zu ändern… zur not mit einem altmodischen hexeditor, wenn man gerade nix besseres für diesen besonderen zweck rumliegen hat¹. Tja, da wollte heise so schön geld mit der reklame für einen spezjalexerten im redakzjonellen teil verdienen, und dann kommt so eine gekwirlte scheiße dabei raus…

So weitermachen, ihr da in der karl-wiechert-allee. Ihr vertreibt mich noch. 😦

¹Ich kann mich immer noch daran erinnern, dass 1994 mehrere leute die WAD-dateien von „doom“ in hexeditoren geöffnet, analysiert und sogar verändert haben, um etwas über ihren aufbau zu lernen — und es hat auf diesem etwas steinigen weg nur ein paar wochen gedauert, bis der erste, primitive, nur mithilfe eines hexeditors erstellte level die runde durchs USENET machte. Das geht also sogar bei einem undokumentierten dateiformat. JPEG ist vollständig dokumentiert. Die veränderung der koordinaten ist eine kleinigkeit. Was der typ da erzählt, ist schwachfug. Und jeder achtjährige nachwuxhäcker kann das bemerken.

Plonk!

Eben habe ich tarnkappe (punkt) info aus meiner täglichen RSS-kost entfernt. Warum? Na, wegen dieser intelligenz- und leserverachtenden schleichwerbung — neudeutsch „content marketing“ genannt — die als redakzjoneller inhalt getarnt rübergereicht wurde. Ich wünsche den machern der seit weiterhin viel spaß dabei, sich in ihrer pfennigbückerei kombiniert mit leserfürdummverkaufe an harte, kwalitätsjornalistische standards anzupassen! Die außerordentliche plumpheit der schleichwerbung hat diese standards sogar bei weitem übertroffen!

Ausgerechnet den machern dieser seit scheint nicht im erforderlichen maße klar zu sein, dass informazjonen auf vielen wegen durchs internetz zu mir und zu anderen menschen fließen und dass sich deshalb niemand wirklich offene leser- und intelligenzverachtung leisten kann. Mögen sie es daran merken, dass ihnen die leser wegrennen und dass es hinterher noch beschissener aussieht!

Heise-schleichwerbung des tages

Ein artikel bei heise onlein, der nur aus der wiedergabe von IBMs reklame-bullschitt besteht und offenbar gut von IBM bezahlt wird, denn genau die gleiche gekwirlte scheiße habe ich schon vor ein paar monaten gesehen.

Heise hält es nicht mehr für nötig, über bezahlte reklame das wort „anzeige“ zu schreiben und gibt den kram als redakzjonellen content aus. Auch, wenn irgendwelche professjonellen PR-lügner so etwas lieber denglisch als „content marketing“ bezeichnen, es handelt sich um schleichwerbung, und zwar um leserverachtende. Ihr da hinten in der karl-wiechert-allee, ihr habt so etwas gar nicht nötig, aber mit jeder dieser leserverarschungsnummern verspielt ihr ein bisschen von dem, was euch aus dem rest der scheißpresse bislang herausgehoben hat. Macht so weiter, und ich garantiere euch probleme! Die „computerbild“ mit content für vollidjoten gibt es nämlich schon…

pr0n des tages

Bei den „US airways“ weiß man zumindest, was diese inhalte sind, von denen die webversteher sprechen, wenn sie „content marketing“ sagen; mit welchen inhalten man den kunden und interessierten einen echten mehrwert bietet: „[…] eine Frau, die ein Flugzeug-Modell als Sexspielzeug benutzte„. So etwas führt sofort zu großem interesse der mem-drohnen beim zwitscherchen, das mindestens einen tag lang anhält, bis der nächste brikett zum aufheizen der dummen psyche irgendwo über die S/M-kanäle in den inneren ofen gelegt wird.

Ach so, wer den fiepser mal sehen will — ich hab hier ja nach freibilliger selbstkontolle eine alterskennzeichnung „nicht unter 80 jahre“ und gehe deshalb davon aus, dass hier wirklich nur erwaxene mitlesen, die sich auch über ein bisschen pr0n nicht erschrecken — hier gehts lang. Kinder, ängstliche und empörungströten im dauerkreischmodus gehen stattdessen einfach hierlang, zur einer tollen sendung des kinderkanals von ARD und ZDF… 😀