Worauf haben wir denn alle sehnsüchtig gewartet?

Na, ist doch klar: auf die schlechtgeschriebenen kinofilme zu half-life und portal. Erst haben die filmvermarkter damit angefangen, comics zu verfilmen, und jetzt machen sie weiter und verfilmen kompjuterspiele — ist schon scheiße, wenn dem monströsen apparat der industriellen filmprodukzjon nix eigenes mehr einfällt. Am besten eine trilogie aus half-life machen! Und aus portal! So holt man das meiste geld raus! :mrgreen:

Kaum etwas kann den bereits eingetretenen kreativen tod bei den „großen“ kompjuterspielen besser belegen als solche überlegungen. Seltsam: als die technischen möglichkeiten mieser waren, waren die spiele besser.

Meine vorhersage: oskarverdächtig werden die filme nicht.

(Ja, ich habe den doom-film „gesehen“. Es ist ein typischer achtfach-film, also einer, der so langweilig ist, dass man ihn am besten mit achtfachem tempo durchlaufen lässt, um an den paar interessanten stellen auf normaltempo zu gehen. Für etwas, was äktschen sein soll, ist das ziemlich vernichtend.)

Geschäftsmodell der contentindustrie, kurz zusammengefasst

Unterdessen weitet Burda sein Geschäftsmodell aus, mit möglichst billig produzierten Inhalten möglichst große Reichweiten zu erzielen

Ich wünsche euch weiterhin viel spaß mit dem leistungsschutzrechtgeschützten aggregator von focusonlein, einem weiteren garanten für kwalitätsjornalismus, der sich nicht einmal mehr seine fäjhknjuhs selbst ausdenkt oder dschungelkämp-fakten einkauft [ja, echt!], sondern einfach direkt und mutmaßlich mechanisch von der bildzeitung ins CMS übernimmt! Tja, ist schon scheiße, wenn die leute diesen bullschitt genau so teuer bezahlen wollen, wie er es ihnen wert ist und deshalb keine klickergroschen bei der scheißbildzeitung lassen. Lasst eure intelligenz auch weiterhin verachten, damit sich dieses scheißgeschäft der scheißpresse auch weiterhin lohne!

Und freuet euch über den p’litischen bild-dung aus der „vierten gewalt“, die euch täglich eine faustvoll njuhs in die fresse schlägt! In den dunkelkammern des reichstages wird jetzt schon alles dafür vorbereitet, dass die da auch in zukunft ein mit gewalt und zensur durchgesetztes monopol drauf haben.

Kwalitätsjornalisten bei der arbeit

Heute erklärt uns mal spiegelonlein, wie der seriöse, fäjhknjuhs-freie, leistungsschutzrechtgeschützte kwalitätsjornalismus aussieht, der im zeitalter von fratzenbuch und zwitscherchen um werbeplatzvermarktung buhlt:

Heute Vormittag wurde in Karlsruhe das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im NPD-Verbotsverfahren verkündet. Nachrichten dieser Tragweite veröffentlicht SPIEGEL ONLINE als sogenannte Eilmeldungen. -- Wie kam es dazu, dass die Nachricht mit der falschen Schlagzeile (Bundesverfassungsgericht verbietet NPD) veröffentlicht wurde? -- Als der Vorsitzende des Zweiten Senats, Andreas Voßkuhle, zu reden begann, zitierte er zunächst den Antrag auf das NPD-Verbot. Der Antrag wurde von uns versehentlich mit dem - tatsächlich anderslautenden - Urteil verwechselt.

Ich wünsche den medien der contentindustrie auch weiterhin viel erfolg bei der vermarktung von einblendmöglichkeiten für die lüge der reklame!

Nachtrag: zeitonline wollte auch gaaaaanz schnell sein!

Überschrift des tages

Presserats-Rüge
„Die Aktuelle“ ließ Prinz Philip sterben, weil ihr das nicht unplausibel erschien

(So genannte fäjhknjuhs gibts ansonsten nur im internetz. Der link ist bewusst auf eine archivversjon gesetzt, weil „übermedien“ seine inhalte immer wieder gern einmal nachträglich aus dem freien web entfernt und mit dieser haltung eine gewöhnliche verlinkung sinnlos macht.)

Contentindustrie und realsatire des tages

Wie reagiert man als scheißjornalist darauf, wenn unübersehbar wird, wie menschenverachtend, böse und kalt die tätigkeit von scheißjornalisten ist? Richtig, mit der plumpen, an die p’litische realitätsverdrängung der DDR erinnernden behauptung, dass das nichts mit dem richtigen scheißjornalismus zu tun habe, der ja anständig, etisch, respektvoll und von lauterer heiligkeit und wahrheit durchdrungen ist:

Klar ist und klar muss sein: So arbeiten Journalisten in unserem Land nicht! Das verbieten ihnen ihr Informationsauftrag und das ethische Fundament, auf dem Journalistinnen und Journalisten stehen

*prust!*

Ich wusste gar nicht, dass der deutsche scheißjornalistenverband so talentierte satiriker hat.

(Jornalismus ist reklameplatzvermarktung und genau so „anständig“ wie die lüge, überrumpelung und psychische manipulazjon der reklame. Wer schreiben will, nennt sich autor und schreibt; wer sich jornalist nennt, will nicht schreiben, sondern davon leben, dass mit seiner meist miesen produkzjon literarisch ungenießbarer wegwerftexte reklameplätze vermarktet werden. Jornalisten sind feinde, genau wie reklameheinis feinde sind. Stirb, scheißjornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke! Und zieht die scheißreklameheinis mit ins grab! Euch vermisst keiner.)

Sportlich, sportlich

Ein aufruf der webseit der bildzeitung setzt 180 cookies [!] und führt zu 278 anfragen an irgendwelche drittseits von insgesamt 104 drittanbietern [!] (ich nehme mal an, dass das je nach verwendeter werbung ein bisschen variieren kann). Das rauschen, was ihr da hört, ist eure privatsfäre, die im klo runtergespült wird, wenn ihr die webseit der bildzeitung besucht.

Ich habe keine webseit gefunden, die dem auch nur nahekommt. Und ich habe einige monstren ausprobiert, zum beispiel die sueddeutsche punkt de oder die nytimes punkt com.

Hej, bildzeitung! Ihr seid wahrscheinlich weltmeister! Beim im-klo-runterspülen der privatsfäre eurer leser… :mrgreen:

Wie nennt der jornalist „massenentlassungen“ heute?

Mopo-Geschäftsführerin Susan Molzow will die Zahl nicht bestätigen, unterstreicht aber, dass die Boulevardzeitung künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen muss. Betroffen hiervon ist unter anderem das Layout. „Wir befinden uns mitten im Prozess der ‚agilen Redaktion‘. Es werden viele Prozesse in der Redaktion unter die Lupe genommen. Beispielsweise werden wir künftig im Layout Seitenproduktionen standardisieren und hier werden wir uns personell schlanker aufstellen. Gleichzeitig verstärken wir uns im Digitalen“, erklärt Molzow

„Der prozess der agilen redakzjon“ klingt ja auch viel schöner als „wir entlassen die hälfte der leute und lassen die andere hälfte der leute dafür bei gleicher (oder zusätzlich gesenkter) entlohnung die doppelte arbeit machen“. Tja, was so eine pressearschlöchin ist, das kann das mit dem neusprech; so eine arschlöchin mit hartz-IV-SPD-hintergrund hats ja von der pike auf gelernt und jeden tag fleißig angewendet.

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Arbeit 4.0 des tages

Wie arbeitet eigentlich so ein fratzenbuch-löscho in der BR, der sich den ganzen gemeldeten dreck anschauen muss? Und wieviel geld kriegt der dafür?

Das Gehalt liegt nur knapp über Mindestlohn

Warum auch anständig bezahlen? Im p’litisch geforderten und geförderten hartz-IV-staat mit seinem niedriglohnbordell für ausbeuterarschlöcher findet sich ja immer neues verschleißmaterial für den löschprozess…

Übrigens: der bildzeitungsmäßige reißerstil, mit dem die süddeutsche bildzeitung da ihre „exklusive“ geschichte bringt, sorgt für einwürfe. Contentindustrie eben! Widerliches pack!

Brüller des tages

Na, das habt ihr doch bestimmt alle gelesen, dass Donald Trump durch big-däjta-analysen und gezielte S/M-manipulazjon von einem hansel zum US-präsidenten gemacht wurde und dass der „brexit“ mit der gleichen metodik herbeimanipuliert wurde. Wenn nicht, das hier meine ich. Ich habe das ohne eine einzige reschersche auf der stelle für bullschitt gehalten und deshalb nix weiter dazu geschrieben. Wenn dermaßen plumpe metodik zur massenmanipulazjon nämlich funkzjonieren würde, dann wäre ihre erste systematische anwendung dort, wo es geld zu holen gibt, also in der produktreklame, nicht in der wahlreklame. Aber das hat meine werten mitmenschen nicht davon abgehalten, mich da mehrfach reinzustubsen… und wie ich gehört habe, wurde darüber auch massenhaft geschrieben, die fragwürdige geschichte wurde massenhaft in S/M geteilt und auch der eine oder andere scheißjornalist — das sind diese von milljardären schlecht bezahlen leute, die immer über vieles schreiben, von dem sie wenig ahnung haben und sich dabei stets die temen und meldungen raussuchen, die ihre meinung unterstützen — fand die geschichte so interessant und wichtelig, dass er etwas dazu tintenklexen musste, was dann zum niederschlag auf minderseriösen pressewebseits von bild onlein bis spiegel onlein führte. Und damit zur weiteren verstärkung des bullschitts. Aber dass der scheißjornalist seine scheißangst vor „big data“ pflegt, bedeutet noch lange nicht, dass er einfach damit aufhörte, für presseverlagsarschlöcher zu schreiben, die seine texte in einen ozean aus träckingskripten von reklamefirmen einbetten. Das wäre ja unjornalistisch, das wäre ja eine persönliche konsekwenz… :mrgreen:

Hej, leute! Kommt runter und lest mal bei Thomas Knüwer weiter!

Und zur presse? Nun, eine wahrheitspresse ist es nicht.

Zitat des tages

Nun wird mit großem Donner ein Football Leaks angekündigt, auf deutscher Seite ausgerechnet vom Spiegel, der es in Windeseile ins Inquisitorenlager geschafft hat. Und bereits die ersten Überschriften zeigen, in welche Richtung die Enthüllungsreise geht. Natürlich ist Christiano Ronaldo dabei, den die Deutschen angeblich sowieso nicht mögen und der Türke aus dem Ruhrgebiet, Mesut Özil, der unter den in der Nationalmannschaft fein Integrierten immer der war, der nicht so recht dazu passte. Man muss kein Prophet sein, um zu der Einsicht zu kommen, dass bestimmte deutsche Vereine, deren Führungspersonal gewaltig mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, nicht auf den Prangerlisten auftauchen werden. Dafür aber alle, gegen die sich Ressentiments mobilisieren lassen

Gerhard Mersmann

Verschwörungsteorie des tages

Der aktuelle edeka-fernsehwerbespot zu scheißweihnachten soll kryptische anspielungen aus der neonazi-szene enthalten:

Die Zahl 84 steht für „Heil Deutschland“. Sie ist umrahmt von den Zahlen 3 und 9. Die 39 steht für „Christliche Identität“ oder „Christian Identity“. Dies bedeutet in rechten Kreisen im Umkehrschluss Antisemitismus. Damit ist die Aussage klar

Nein, so etwas steht nicht in einem obskuren verschwörungsblog, sondern in der webseit des manätscher-magazins, also in so einem richtigen kwalitätsjornalistischen produkt, das für die p’litische meinungsbildung fast so wichtig wie ein kleines steak ist. Also immer schön aufpassen, weder eine 18, noch eine 88, noch eine 420, noch eine 84 andrehen lassen, und schon gar nicht die judenfeindliche 39! Wer suchet, der findet! In diesem sinne wünsche ich allen genießern eine weiße weihnacht! 👿

Kwalitätsjornalismus des tages

Gerücht: fachpublikazjonen zahlen viel besser als die tageszeitungen, die ihre „freien“ autoren regelmäßig mit hungerhonoraren abspeisen.

Wirklichkeit:

Tweet von Richard Gutjahr @gutjahr: Eben Anfrage eines Fachmagazins: 25.000 Zeichen zum Niedergang des Qualitätsjournalismus. Nachfrage: 'Honorar?' Antwort: '150 €'

Wers nicht so schnell überschlagen kann: das sind etwas weniger als elf øre pro seite text. Und natürlich will so ein text auch rescherschiert werden und ist mit gedanklicher arbeit verbunden…

Zu schade, dass das „fachmagazin“ nicht benannt wurde.

Und morgen erzählt euch das verlegerpack wieder, wie schröcklich dieses ganze internetzdingens ist, dass sie unbedingt ein weltweites „leistungsschutzrecht“ brauchen, um jedes kleinstzitat (wie die nennung einer überschrift oder eines kurzen anrisses) teuer zur kasse bitten zu können und dass der kwalitätsjornalismus doch etwas wert sein muss. Drexpack!

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Medienkompetenzhirnfick des tages

Die übergroße Mehrheit junger Schüler in den Vereinigten Staaten kann nicht zwischen einem als „sponsored“ getarnten Werbetext im Nachrichtenformat und einem richtigen Nachrichtentext unterscheiden

Und mit ihrem kaum von reklame unterscheidbarem PResseerklärungs-abgeschreibsel tut die contentindustrie alles dafür, dass das auch so bleibt.

Ach so, diese forschen forscher meinen mit nachrichtentexten…

Demnach bewerteten viele Schüler etwa die Glaubwürdigkeit eines nachrichtlichen Tweets anhand der Menge der enthaltenen Details und daran, ob ein großes Foto dazugehört – nicht aber anhand der Quelle

…die S/M-textstummel beim zwitscherchen. Und sie gehen für ihre forsche „Forschung“ davon aus, dass der textstummel dadurch zum nachrichtentext wird, dass da der name irgendeines contentindustrie-mediums dransteht. Also in deutschen verhältnissen: dass er von der bunten, vom focus, von der bildzeitung oder der huffington pest kommt, schön mit verifiziert-haken im zwitscherchen-konto. Das unterscheidet eine reklame von einem nachrichtentext. Alles klar, ich habe verstanden, was diese leute mit „medienkompetenz“ meinen und welche betrachtungsweise sie den menschen schon in möglichst jungem alter implementieren wollen…

Und immer dran denken: jede andere betrachtungsweise ist im zweifelsfall postfaktisch!