Sommerloch des tages

Wie wirkt die Musik auf reifenden Käse? Diese Frage will ein Schweizer Käsehersteller klären

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Sommerloch des tages

Was wären wir bloß alle diese hingebungsvollen jornalisten, die uns aus twitt… ähm… jetzt mal aus insta-gram vorlesen. Auf einer webseit, versteht sich, also für leute, die selbst dieses moderne internetzdingens haben. :mrgreen:

Ein wahnsinn!

Sommerloch des tages

Und nun ein bisschen sommerloch-wisschenschaft:

Intelligent ist, wer viel liest und sich bildet? Stimmt gar nicht! Stattdessen soll ein großer Po für maximalen IQ sorgen – behauptet zumindest eine US-Studie

Wisst ja: wer eine korrelazjon findet, darf sich eine kausalität ausdenken. Ich würde eher vermuten, dass frauen, die dem gegenwärtigen verhungerten schönheitsideal entsprechen und deshalb attraktiver als sexualpartnerinnen sind, weniger anreiz haben, ihren denkmuskel auszubilden… 😉

Ach du scheiße! Auch das noch!

„Es ist eine kritische Situation“
Brauereien in Nordeuropa warnen vor Bier-Krise

Aber keine angst, liebe vom peinlichen vorrundenaus mehr als genug gebeutelten BRD-bewohner, die ihr jetzt eure winkelemente in die mülltonnen stopft: diese jornalistische sommerlochfüllmasse wurde für euch veröffentlicht, euch droht keinerlei gefahr und eurer sedierungstrunk ist den ganzen sommer über gesichert!

Der Deutsche Brauer-Bund verspricht: „Es ist genug Bier für alle durstigen Kehlen da.“ Das Reinheitsgebot verbiete ohnehin den Zusatz von CO2, das Bier bekomme seinen Sprudel während der Gärung. Und das CO2, das beim Umfüllen in den Tanks gebraucht werde, falle in der Regel dabei auch noch mit ab. Die deutschen Brauereien kauften daher überhaupt nur geringe Mengen zu

Am deutschen wesen wird zwar nicht die welt genesen, aber zumindest die BRD-bewohner können davon noch so richtig besoffen werden. :mrgreen:

Contentindustrie des tages

Na, hat jemand lust, ein ganzes jahr lang kostenlos das locus zu lesen? Toller kwalitätsjornalismus im BRD-standard, bildzeitung mit schlips, tolle reklame. [Archivversjon | via Hadmut Danisch]

Aber keine kleinsten textfragmente aus dem so verramschten drexblatt irgendwo im web benutzen, die fallen demnächst unter das EU-leistungsschutzrecht für scheißpresseverleger. :mrgreen:

Fefe des tages

Damit wäre eine Linksammlung wie dieses Blog natürlich tot. Ich mag euch und mein Blog, aber ich werde nicht irgendwelche Verleger für das Privileg bezahlen, kostenlos für ihre Inhalte Werbung machen zu dürfen. Die haben ja wohl ne Macke!

Ich bin langsam überzeugt, dass die Verlage alle pleite gehen müssen, und zwar so richtig mit Wucht und ganz vielen Arbeitslosen, bis hier wieder was besser werden kann. Also, liebe Verlage. Wenn es euch nichts ausmacht: Beeilt euch ein bisschen

Archivversjon

Nachtrag: Fefe führt mal ein bisschen weiter aus und kwasselt auch ein kleines bisschen vorschnell… aber ich kanns verstehen. Der keks ist gegessen. Das unrechtsgesetz ist so gut wie durch.

Wie begründen wir mal internetzzensur?

Eine sehr kreative begründung für internetzzensur hat sich der ukrainische geheimdienst SBU ausgedacht:

Vorbeugung gegen Gefahren für die Informationsfreiheit

Gut merken. Hier wird man das im p’litischen neusprech auch nicht wesentlich anders nennen, wenn man damit beginnt, chinesisch durchzuzensieren.

Und ja, ich habe gemerkt, dass heise in der begründung einmal „informazjonsfreiheit“ und ein anderes mal „informazjonssicherheit“ zitiert [archivversjon, falls der fehler korrigiert wird]. Vermutlich war die meldung schon bei der DPA so kaputt. Und dass man sie mal liest, bevor man sie automatisiert ins CMS importiert und ein dummes symbolbild dazu stellt, um werbeplätze zu vermarkten, ist vom contentindustriellen jornalisten ja wirklich zu viel verlangt.

Contentindustrie des tages

Wer hätte gedacht, dass die „kostenlose zeitung“, die vergällt mit siebzig prozent reklame in jeden wehrlosen briefkasten geworfen wird, einmal zum sinnbild für die zukunft des printjornalismus werden könnte. Zum beispiel beim bekannten arsch- und tittenblatt „stern“.

Das sind übrigens die gleichen scheißpresseverleger, die auf der anderen seite ihre webseits hinter bezahlmauern verlegen wollen, wenn sich das geschäft mit der reklame nicht mehr lohnt. Die frage, wie viel lack man jeden tag trinken muss, um so denken zu können, kann ich leider auch nicht beantworten…

S/M-kwalitäts-clickbait-jornaismus des tages

Screenshot von einem händi, puschmeldung der bildzeitung: 'Medienbericht: Seehofer kündigt Unionsbündnis mit CDU auf'.

Und nein, das bringt keineswegs nur die bildzeitung, reuters hat es übernommen und so gelangte es in allerhand kwalitätsjornalistische kwalitätsmedien. Nichts hat einen der diversen kwalitätsjornalisten an der werbeplatzvermarktungsfront nachdenklich gemacht, als ihm so eine schöne clickbait vor der nase baumelte.

Glückwunsch an die titanic, die mal wieder schön deutlich gemacht hat, wie die fäjhknjuhs in die scheißpresse kommen, während das internetz wegen der ganzen fäjhknjuhs nach dem willen unserer scheißp’litiker am besten chinesisch durchzensiert werden sollte…

Stirb, scheißjornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Nachtrag: bei RT freut man sich auch

Kwelle des bildschirmfotos: @janboehm@twitter.com.

Jornalismus des tages

Habt ihr sicherlich auch mitbekommen: dieses NASA-marsauto hat auf der marsoberfläche erstmals komplexere kohlenstoffverbindungen (so genannte organische verbindungen) gefunden, und die NASA hat da auch gleich eine presseerklärung rausgerotzt, eine stunde juhtjuhbb befüllt und ständig und immer wieder davon gelabert, dass es sich um ein indiz handele, dass es einmal leben auf dem mars gegeben haben könnte. Und die scheißjornalisten im sommerloch haben diese vorlage dankbar abgeschrieben, ohne auch nur die spur eigener reschersche oder gar eigener gedanken anzufügen.

Ich wills mal so sagen: auch auf dem mars fallen immer wieder einmal steine vom himmel. Darunter zum beispiel auch kohlige chondriten. Die sind zwar recht selten, aber enthalten dafür ein bisschen komplexere kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen (und sogar ein bisschen zeugs, das älter als unser sonnensystem zu sein scheint). Und über einen zeitraum von rd. vier milljarden jahren läppert sich das ganz ordentlich. Das gesamte heutige wasser der erde scheint zum beispiel auf meteoriten zurückzugehen, weil die erde in ihrer „heißen fase“ das ursprüngliche wasser verloren haben wird, und die erdoberfläche ist ja doch ganz ordentlich mit dem nassen zeugs bedeckt.

Darüber hinaus enthalten kometenkerne eine menge kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen aller art, und zwar so viel, dass die sie so schwarz sind, dass sie kaum licht reflektieren. Und auch davon müssen im laufe der jahrmilljarden mal ein paar auf dem mars geprasselt sein.

Was passiert, wenn kohlenstoff in sauerstoffarmer atmosfäre (also so wie auf dem mars oder auf der frühen erde) verfügbar ist, etwas wasser da ist (also so, wie es auf dem frühen mars reichlich spuren hinterlassen hat) und ein bisschen beinahe beliebige energie dazukommt, kann man zum beispiel am Miller-Urey-experiment sehen: da schwimmen recht schnell ein paar aminosäuren auf den pfützen.

Ganz ohne, dass irgendwelche marsbakterien beteiligt waren. Und nicht durch irgendeinen uns unbekannten vorgang. Die von der NASA nahegelegte deutung ist also mehr als nur ein bisschen bullschittig; und bei den ideen, dass von diesen möglichen marsmikroben aus einer feuchteren vergangenheit sogar noch welche leben könnten, geht es (so sehr ich mir so einen fund wünschen würde) in die haltlose spekulazjon. Ein mensch mit ganz gewöhnlicher allgemeinbildung (biologie und chemie auf abiturniewoh) — also jemand anders als ein jornalist — hätte das nicht nur bemerken können, sondern bemerken müssen.

Ein lob von mir geht allerdings an golem. Dort erfuhren die spektakulären PResseerklärungstexte der NASA eine angemessene und nötige relativierung:

Absichtlich irreführende Formulierungen wie „altes organisches Material“ lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe [sic!] werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden […] Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor

Geht doch! 😉

Ach ja, ist ja auch golem, also ein jornalistisches produkt eher so aus der zweiten reihe ohne den ganz großen presseapparat dahinter. Schon übel, wenn dort sauberer und aufklärerischer gearbeitet wird als von den springers, burdas, bertelsmännern, spiegeln, gruner-und-jahrs, madsäcken und sonstigen contentindustriellen jornalistiksimulazjonen auf der suche nach wirksamer clickbait.

Und nein, die arbeiten bei anderen temen auch nicht sorgfältiger. Immer, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen auskenne — ich bin wahrlich kein experte für chemie, astronomie oder gar exobiologie, sondern habe nur kenntnisse auf elementarem niewoh, die ich für grundbildung halte — stelle ich fest, wie schäbig, schlampig, rescherschefrei, kenntnislos und unreflektiert die scheißpresse arbeitet. Die annahme, dass das besser wäre, wenn ich mich einmal irgendwo einmal nicht auskenne, wäre eine sehr dumme annahme.

Tatsächlich ist es bei temen mit etwas unklarer oder schwer zugänglicher faktenlage — also politik, wirtschaft, medizin und wissenschaft — vermutlich sehr oft eine ganz gute annahme, dass die wirklichkeit genau andersrum als in der scheißpresse beschrieben ist, denn so ist es immer, wenn ich es selbst bemerken kann. Aber bitte nicht von einer lügenpresse sprechen, denn das ist pfui und nazi… :mrgreen:

Datenschutz des tages

Die Bundesregierung hat deutlich gemacht, dass sie die Einbußen für die Werbewirtschaft möglichst gering halten will […] Das heißt, der Ministerrat solle im Artikel 8 genau das Gegenteil von dem beschließen, was das Parlament verlangt […] Beim Datenschutz dürfe man „das Funktionieren der digitalen Wirtschaft nicht aus dem Auge verlieren“

Müsst ihr verstehen, der gerade erst durch EU-recht verschärfte datenschutz soll euch vor eurem kleingartenverein, eurem arzt, eurem sportverein, den von euch benutzten webforen, den von euch gelesenen blogs, privat betriebenen webseits und dergleichen schützen, aber nicht vor dem stalking durch stinkende pressewebseits und hirnverschissen-herzvergammelten professjonellen scheißlügnern, also werbern. Fühlt euch von eurer scheißregierung auch weiterhin schön datengeschützt. Und jetzt noch einen DSGVO-zettel unterschreiben.

Auch in zukunft viel spaß beim wählen! Vielleicht ändert sich ja etwas… 😦

Sommerloch des tages

Oh, guckt mal, da ist ein von außerirdischen angelegter kornkreis! Holt mal rasch den kornkreisexperten, und dann schreibt einen tollen artikel! Oh, der war ja doch nicht von außerirdischen… rasch mal die überschrift ändern.

Gar nicht auszudenken, wie viel vernünftiger und razjonaler die menschen sein könnten, wenn die scheißjornallje nicht selbst dann noch content produzieren müsste, wenn es gar nix zu vermelden gibt. Denn nur wegen des eigentlichen daseinszwecks der contentindustrie, nur wegen der scheißreklame, kommt doch kein einziger leser. Ganz im gegenteil. Den fischen schmeckt ja nicht der haken, sondern der köder.

Sommerloch des tages

Monsterjagd in Loch Ness:
Forscher wollen endlich das Rätsel um Nessie lösen

Liebe forscher, ich helfe euch gern beim rätsellösen. Nessie gibt es nicht. (Man muss nicht sehr lange nachdenken, um das einzusehen, es reicht die überlegung, dass es von den viechern genug populazjon für den arterhalt geben müsste.) So, und jetzt wendet euch bitte vernünftigen temen zu. Selbst die kryptozoologie hat sinnvollere forschung im angebot… 😀

Heise-kwalitätsjornalismus des tages

Bundesnetzagentur beendet Abzocke mit weißrussischen Ping-Anrufen

Beenden ist ja ein schönes verb. Und, was hat die bundesnetzagentur jetzt gemacht, damit die abzocke beendet ist?

Die Bundesnetzagentur hat mehrere Dutzend weißrussische Rufnummern abgeschaltet, die für Ping-Anrufe missbraucht worden sind

Jaou, das wirds bringen, aber nachhaltigst!!1! :mrgreen:

Unterdessen könnte man irgendwo in bjelorussland das folgende gespräch hören:

„Hej, Boris, wir können jetzt nich mehr in den puff gehen.“
„Wieso, Pjotr, hat der puff zugemacht?“
„Nee, Boris, die haben in deutschland einfach unsere telefonnummer für unsere betrügerische abzocke abgeschaltet. Wo sollen wir denn jetzt das ganze geld für den puff hernehmen?“
„Ach, Pjotr, das ist doch kein problem, ich bestelle einfach neue telefonnummern, und dann machen wir mit denen weiter“
„Hej, Boris, du bist einfach genial!“

Aber hauptsache, der DPA-jubeljornalismus meldet einen von „beendet“ und „hat ein ende“, mit tiefem staatsreligjösen dank an die bundesnetzagentur, und solche ehemalgen fachverlage wie heise schreiben diesen bullschitt auch noch unreflektiert und ohne jede eigene ergänzung ab.

Contentindustrie/scheißjornalismus des tages

Nur ein linkchen — telepolis: „Journalismus im Pfingsturlaub“

Auch weiterhin viel spaß mit dem kwalitätsjornalismus und der darin verabreichten p’litischen bildung! Müsst ihr verstehen, fäjhknjuhs gibts nur beim fratzenbuch, beim zwitscherchen und in irgendwelchen blogs! Lest lieber zeitungswebseits! :mrgreen:

Ach ja, hübsche kommentärchen gibt es auch.

Und ja, übermedien zum tema habe ich auch gesehen, aber ich verlinke nun einmal lieber kwellen, die nicht von betonköpfigen jornalisten gemacht werden und deshalb nach einiger zeit hinter einer bezahlmauer verschwinden, so dass sie ihre nutzbarkeit als zitierfähige kwelle verlieren. Deshalb hier auch nur ein dauerhafter archivlink.