Was hatten wir denn lange nicht mehr?

Achtung, öffentlich-rechtlicher schleichwerbealarm mit WDR-geschmack, weiß der geier, wie viel geld dafür illegal geflossen ist:

Openbook will die datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook werden: ohne Werbung, ohne Nutzerdaten zu sammeln

[Dauerhafte archivversjon des tagesschau-artikels gegen die von scheißpresseverlegern und ihren speichelleckern aus der p’litschen klasse in den dunkelkammern des reichstages lobbyistisch zum gesetz gemachte pflicht des BRD-parteienstaatsfunks, gebührenfinanzierte und damit bereits bezahlte inhalte im web löschen zu müssen]

Leute, diese „datenschutzfreundliche alternative“ zum fratzenbuch gibt es schon. Da muss auch keiner mehr geld für eine völlig neue programmierung einsammeln. Da hat auch niemand irgendwelche windigen geschäftsmodelle mit virtuellem geld. (Aber eine gelegentliche spende für pod-betreiber ist nett.) Diese alternative ist seit jahren verfügbar.

Und wenn irgendwann mal wieder eine empörende und vom scheißjornalismus im schrillsten alarmton breitgetretene datensauerei beim fratzenbuch passiert — das ist ja so alle paar monate mal fällig, und seit jahren mit steigender grenzkriminalität und unverschämtheit — dann kommen einmal mehr scharweis die ganzen fratzenbuchies wie eine kopfentkernte zombieapokalypse zu uns ins fediverse rüber; schauen sich ungefähr drei tage lang um; stellen fest, dass es dort viel zu wenig unterhaltung, videos, selfies und gewinnspiele gibt; dass es dort keinen leicht konsumierbaren trost gibt, der für ein paar minuten über ihr entgangenes leben hinwegtrösten kann; bemerken, dass kein tschätt in die webseit integriert ist und man sich bei bedarf über XMPP behilft, kommen aber wegen ihrer doofheit nicht damit klar, sich eine XMPP-softwäjhr wie pidgin zu installieren (die sich natürlich genau so leicht installiert wie jede andere softwäjhr auch); stellen fest, dass man dort andere leute nicht unbedingt findet, indem man ihren namen sucht, was ja bei datenschutzambizjonen auch nicht weiter verwundert, wenn man mal kurz darüber nachdenkt; jammern einmal jämmerlich in die zeitleiste, dass ja gar nix los sei (machen aber auch selbst nix los) und dass niemand da sei und gehen dann für immer im fediverse verstummend zum fratzenbuch zurück, wo sie ihrer eigenen, von mir völlig unwidersprochenen meinung nach hingehören. Schön weiter scheiße fressen, lecker lecker scheiße! Und weil der scheißjornalist im betrieb der contentindustrie ja njuhs machen muss, nicht „olds“, ist schon nach einer woche, höchstens nach drei wochen, in denen das gehirn des verbrauchensollenden „verbrauchers“ im nach scheiße stinkenden scheißjornalismus mit seinem stinkenden, jeden tieferen gedanken hinfortreißenden strom ständig neuer neuigkeiten gebadet wurde, die datensauerei beim fratzenbuch wieder vergessen und der lobotomierte lemming geht alzheimersch-unbeschwert zum fratzenbuch zurück. Ein rest von ungutem gefühl löst sich beim ersten selfie oder katzenfoto in warmem entzücken auf.

Da könnt ihr euch den umweg über irgendwelche alternativen sparen, ihr konsumisten mit eurem verkümmerten denkmuskel! Bleibt gleich beim fratzenbuch! Lasst euch in reklameoptimierten zeitleisten schön ins gehirnchen ficken und auf jede nur denkbare art manipulieren! Lasst eure daten an den meistbietenden verkaufen! Freut euch, dass das fratzenbuch jetzt noch besser gegen fäjhknjuhs (außer denen der bildzeitung) vorgeht und euch noch mehr kontrollillusjon über eure daten gibt (warnung, der link geht zur fratzenbuch-webseit)! Zensur ist gut, wenn der scheißjornalist und der scheißp’litiker zensur gut finden, sie also nicht in russland, china oder der türkei, sondern in der BRD stattfindet! Die menschenrechte waren an euch eh genau so verschwendet wie das großhirn. Viel spaß noch im kommenden faschismus, diesmal nicht erdfarben und kackbraun, sondern lichteleicht himmelblau! Die farben wexeln, die verachtung und verneinung des individuums bleibt, und die auf ihre individualität und menschenwürde freiwillig verzichtenden mitmarschierer finden sich immer. Die uninformierten sind uniformierten der jetztzeit.

Das wäre fast ein nachtrag gewordenScience Files hat auch etwas dazu geschrieben. Aber ich habe vorher meinen fiehdrieder überflogen, und deshalb wirds ein am ende des rants nachgereichter link.

„Crowdfunding“ des tages

Dem Hersteller ist das Geld ausgegangen, frisches Kapital nicht in Sicht. Die Investoren sind wütend, weil keine Kopfhörer ausgeliefert werden

Tja, so ist das eben mit hochriskanten geldanlagen… :mrgreen:

Übrigens: wenn man nicht weiß, dass riskantes investieren riskant ist, dann kann das auch schon mal daran liegen, dass man sich bei jornalisten informiert, die nicht mal wissen, wie man „crowdfunding“ schreibt und es auch nicht nachschlagen:mrgreen:

Jornalismus des tages

Was hatten wir denn mal so richtig lange nicht? Ach, sammeln wir doch einfach „crowdfunding“-gelder ein und gründen damit so was für jornalismus, für zukunftsweisenden, versteht sich. Man darf denen sogar vorher sagen, was für einen jornalismus man gern hätte. Langsam geht mir die echt ein bisschen die ätzende ironie aus. Ist aber auch nicht mehr nötig, denn dank der krautreporter haben jetzt ja „crowdfunder“, die immer noch auf die olle jornalismus-lüge reinfallen, ihre erfahrung des abgezogenwerdens gerade erst ganz frisch gemacht. Mit extratoller präsentazjon für dasjenige medium, das man zu bedienen vorgibt. Die sind bestimmt ganz besonders gewillt, gleich wieder ein paar bunte läppchen der EZB hinterherzuwerfen…

Übrigens: eines „senders“ bedarfs nicht. Jedenfalls nicht, wenn der irgendeinen jornalismus betreibt, also die imitazjon der pseudoinformativen scheiße aus der contentindustrie als geschäftsmodell. Wer anstand hätte, würde schon dieses wort als beleidigung empfinden.

Auch weiterhin viel spaß mit „painpal“… ähm… „paypal“…

[…] soll ein hochrangiger Paypal-Mitarbeiter bei einem Telefongespräch in Frage gestellt haben, ob der geplante Dienst überhaupt legal sei und ob man eine Erlaubnis der US-Regierung für das Verschlüsseln von E-Mails habe

Übrigens, liebe „crowdfunder“, ende-zu-ende-verschlüsselte mäjhl gibt es schon, und zwar in mehr als hinreichend sicher und standardisiert. Seit den neunziger jahren. Inzwischen sogar mit halbwegs brauchbarer benutzerschnittstelle. Es gibt also keinen grund, nicht den aufwand der späh- und morddienste dieser welt so groß wie möglich zu machen, wenn man etwas gegen die umwandlung der erde in einen überwachungsplaneten hat. (Siehe auch hier.) Da muss man nicht noch irgendwelchen leuten geld für die entwicklung irgendwelcher softwäjhr geben, die ein bereits gelöstes problem noch einmal lösen soll, da muss man einfach nur damit anfangen, zu nutzen, was schon fertig herumliegt.