Der reklamewahnsinn krönt sich selbst

Bald würden Tools die Veränderungen erfolgreicher Anzeigen analysieren und Hinweise für andere Kampagnen liefern, glaubt Lars Budde. Eine mögliche Reaktion der Betroffenen sieht so aus: „Ich flute quasi dieses Anzeigenarchiv mit Werbeanzeigen, die mit wenig Budget oder vielleicht auch mit wenigen Impressionen ausgeliefert werden. Ich erstelle Anzeigen, um Wettbewerber hinters Licht zu führen, damit der nicht erkennen kann, welche Anzeigen bei mir die erfolgreichen sind“, sagt Social-Media-Werbeexperte Florian Litterst. Das Nachrichtenportal BusinessInsider, beispielsweise, hat 2300 aktive Anzeigen

Kannstedirnichtselbstausdenkensowas! Scheißwerber machen scheißwerbung nicht für irgendwelche kunden, sondern für andere scheißwerber. Hej, scheißwerber, spar dir doch den umweg über äds, S/M und das offene web, spämm einfach die ganzen anderen scheißwerber mit deiner scheißwerbung zu! Wenn ihr nichts weiter macht, als euch gegenseitig eure beschränkte lebenszeit damit wegzufressen, dass ihr einander zuspämmt, kann ich damit leben, ihr professjonellen scheißlügner- und hirnficker-arschlöcher!

Schlagzeile des tages

Weia, das steht da im moment wirklich so [archivversjon]:

Barmittel:
Apple will 163 Milliarden Dollar loswerden

Hej, äppel,

versteh mich nicht falsch, aber die ganzen 163 milljarden kann ich nicht dir nicht abnehmen. Doch zu einer kleinen, solidarischen hilfe für dich bin ich gern bereit. So drei bis fünf milljonen dollar — da ich kein konto habe, bevorzugt in der form von handlichen banknoten — kannst du mir also ruhig geben, ich werde schon etwas damit anzufangen wissen.

Vorab schon einmal vielen dank für den zaster! 😉

Überschrift des tages

Presserats-Rüge
„Die Aktuelle“ ließ Prinz Philip sterben, weil ihr das nicht unplausibel erschien

(So genannte fäjhknjuhs gibts ansonsten nur im internetz. Der link ist bewusst auf eine archivversjon gesetzt, weil „übermedien“ seine inhalte immer wieder gern einmal nachträglich aus dem freien web entfernt und mit dieser haltung eine gewöhnliche verlinkung sinnlos macht.)

Universität des tages

Nein, das ist nicht der postilljon, das ist der ASTA der leibniz-universität hannover, bei dem offenbar der geist von Kurt Schwitters noch anträge formuliert:

Schachverbot jetzt! — für eine gerechtere Welt!!

Nein, keine sorge, es ist nicht halb so schlimm, wie man beim überfliegen satirischen antrages denken könnte, denn dieser antrag wurde nicht einmal zur entscheidung aufgerufen. Aber dass es sich um eine satire handelt, ist auch nicht so direkt aufgefallen…

Ich wünsche angesichts des bis zur vollständigen satireblindheit mit irgendwelchen fernliegenden „first world problems“ beschäftigten „linken“ p’litischen nachwuxes den nachmirkommenden noch viel spaß in der idiocracy oder in der faschistischen diktatur! Gottseidank neigt sich meine scheißzeit langsam zum ende, und ich gehe im bewusstsein, die letzten augenblicke der amerikanisch-europäischen gesellschaften erlebt zu haben, in denen man noch halbwegs frei sprechen und denken durfte, ohne dafür verknastet oder gar ermordet zu werden. Das licht braucht übrigens nicht mehr vom letzten ausgemacht zu werden, es ist schon lange aus.

Nominiert für den Kurt-Schwitters-preis 2016

Nominiert für den völlig inoffizjellen Kurt-Schwitters-preis 2016 ist die verbraucherzentrale saxen, die in einer dadaistisch anmutenden akzjon pokémon-lockmodule verwendet, um die „generazjon wischofon“ für das tema datenschutz zu begeistern.

Kannste dir gar nicht selbst ausdenken, sowas!

Das wirkt fast so gut wie ein kräuterlikör gegen den alkoholismus! :mrgreen:

via @benediktg@gnusocial.de

S/M-neusprech des tages

Habe ich mich eben verlesen? Nein, das wort steht da wirklich so. Welches wort? Das wort „social selling„.

Na, ich wünsche euch weiterhin viel spaß mit euren S/M-dingern. Immer brav das menschliche miteinander vermarkten lassen, immer schön die legale spämm aus den werbeagenturen mitten in das private leben reinholen! So ists gut! Seid brave hunde! Kriegt auch ein däumchenhoch! Der „social sale“ ist dem „social selling“ vorausgegangen. :mrgreen:

Feierfox-addon des tages

Kennt ihr das, wenn ihr ein bildschirmfoto seht [lokal archivierte versjon], und wenn es nach dem ersten draufgucken und überfliegen des textes so fürchterlich im hirnchen kitzelt, dass ihr denkt, ihr müsstet euch verlesen haben, weil das ja gar nicht wahr sein kann, dann ein zweites mal aufmerksamer lest…

Open with Internet Explorer

If you love internet, you will enjoy another classy add-on for firefox. Open with Internet Explorer lets you send any web page from Firefox to Internet Explorer automatically with a quick mouse click.

[INSTALL]

…und feststellt, dass ihr euch gar nicht verlesen habt? Dieses dumpfe gefühl von ins gemüt beißender, völliger aussichtslosigkeit angesichts der dummheit einiger eurer mitmenschen, denen man so etwas andrehen kann? Und kennt ihr das auch, wie ihr euch dann zu trösten versucht, indem ihr so etwas denkt: „Das kann doch niemand ernst meinen, das gibt es nicht, ich werde doch gerade verarscht“? Und dann fangt ihr an, mal kurz zu gucken, ob es das gibt, oder ob es als lustige verarschung ablegen und wieder vergessen könnt?

Und dann stellt ihr fest, dass es das wirklich gibt [dauerhaft archivierte versjon]… und dass es sogar ein paar benutzer hat.

Oh… wo ist mein raumfahrzeug, ich muss weg hier! 😦

via @benediktg@gnusocial.de

Schlagenöl (und Dada) des tages

Das ist technik-dada vom feinsten: das antivirus-schlangenöl ist inzwischen so eine fragwürdige form von softwäjhr geworden, dass das zeugs von „avira“ sogar von den trojanern der kriminellen installiert wird. 😀

Übrigens: ich betrachte „avira free“ als schadsoftware, weil es immer wieder einmal irreführend formulierte reklame auf dem desktop einblendet. Und zwar mit zuweilen vor lauter fragwürdigkeit schon lächerlichen texten. (Die in der verlinkten desktop-spämm… ähm… reklame angepriesene leistung bekommt man übrigens völlig kostenlos mit einem wirksamen adblocker.) Von daher ist es nur passend, dass sich diese schadsoftwäjhr jetzt über botnetze verbreitet; da wäxt endlich zusammen, was schon lange zusammen gehört! 😈

Und es könnte viel schlimmer kommen: über das botnetz könnte das norton-zeuchs verteilt werden! :mrgreen:

Gender des tages

Weil ich gerade einen knalligen text nach dem anderen finde (ist heute eigentlich der welttag des weltknalls oder sowas), möchte ich dieses beispiel wunderschöner, leicht erfassbarer und sichtbar um gender-gerechtigkeit bemühter sprachbenutzung auch nicht unverlinkt lassen: „Statement zum Ausschluss von R.“ — und nur für den unwahrscheinlichen fall, dass dieses beachtenswerte dokument, das mindestens achteinhalb schwitters auf der nach oben offenen dada-skala erreicht, demnächst verschwinden sollte, sei hier zur förderung der p’litischen willens- und unwillensbildung ein linkchen auf eine dauerhaft archivierte versjon gesetzt… 😉

Natürlich habe ich das von fefe, der sicherlich eine enome anzahl_in leserx auf diese sonst eher unbeachtete webseit gelockt haben wird.

Und jetzt bitte gleich beim sexismusbeauftragten weiterlesen… 😀

Das unseriöse geschäftsmodell „reklame“ mal wieder…

Reklameeinnahmen kann man ja auch mit einem trojaner erwirtschaften:

Bei den Videos, mit denen die Gauner ihr Geld verdienen, scheint es sich um Inhalte zu handeln, die von anderen YouTube-Nutzern kopiert wurden. So kommen die Betrüger höchstwahrscheinlich dazu, dass ihre YouTube-Konten für Werbe-Einnahmen freigeschaltet werden. Um möglichst viele Klicks zu generieren, ruft ein infizierter Computer die Videos gleich mehrmals auf. Der Trojaner sorgt dann dafür, dass sich Useragent und Referer des Browsers bei jedem Aufruf unterscheiden, um die Gegenmaßnahmen der YouTube-Server auszutricksen. Dieser merkt dann nicht, dass der selbe Computer ein Video sehr oft aufruft

So eine scheiß-schadsoftware ist auch viel viel williger, sich die automatisch eingeblendete reklamescheiße anzuschauen als ein mensch. In gewisser weise ist das doch eine perfekte lösung: von maschinen anhand einer datensammlung aufgezwungener informazjonsmüll wird von anderen maschinen betrachet, und unterdessen glauben die hirntoten reklameheinis unverdrossen weiter (sind ja gute zahlen, gibt ja viele „impressions“ und klicki klicki), dass sie ganz große kommunikazjonsprofis seien… :mrgreen: