Datenschleuder des tages (mit ficki-ficki-affären)

„Das Leben ist kurz. Gönn‘ Dir eine Affäre.“ — mit diesem Slogan wirbt das Seitensprung-Portal Ashley Madison, das angeblich über 37 Millionen Nutzer hat. Für diese könnte es jetzt unangenehm werden, nachdem Hacker die Kundendaten kopiert haben wollen

Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß beim festen glauben an den datenschutz und daran, dass die oft weit in die privatsfäre reinragenden daten bei irgendwelchen unternehmen halbwegs sicher liegen, obwohl es keinerlei haftungspflichten gibt, wenn das mal nicht der fall ist. Die kleine, unerfreuliche liste wird zuverlässig immer länger. Eine bitte um datenlöschung — die in der BRD übrigens ein recht ist, das auch kostenlos gewährt werden muss — ist da auch nicht so hilfreich:

Das Versprechen, dass für 19 Dollar ein Mitglieder-Profil bei Ashley Madison komplett gelöscht werde, sei eine Lüge. Zahlungsdaten blieben nämlich weiterhin gespeichert

Die naheliegende frage, warum die daten der buchhaltung übers internetz zugänglich sein mussten, lässt sich einfach beantworten: weils für so eine internetzklitsche keinerlei konsekwenzen hat, wenn sie auf jede form des vorbeugenden datenschutzes scheißt. Es kostet nichts, wenn man nicht an datenschutz denkt und nichts dafür tut, und es kostet geld, wenn man dran denkt und was dafür tut — und diese kosten für den datenschutz gehen nicht mit einer erhöhung des umsatzes einher, sind also ein verlust. Stattdessen wird datenschutz einfach nur versprochen, das reicht ja auch, schön unverbindlich und garantiert jetzt total echt und wirklich hundertprozentig und voll seriös, mit JPEG-bildern von hand und siegel drauf, ganz dickes, großes ehrenwort von menschenverachtenden krämerseelen ohne ehre, die für ein paar handvoll bunter läppchen sogar ihre mütter anschaffen gehen schickten. Ja, bei diesem laden „avid life media“, konnte man sogar rd. zwanzig dollar explizit für versprochenen, aber dennoch unterlassenen datenschutz latzen, das war bestimmt ein ordentliches nebengeschäft. Der dumme, blinde glaube anderer menschen war schon immer ein gutes geschäft… :mrgreen:

Und hej, das mit den „seitensprüngen“ ist besonders „lustig“, wenn die daten demnächst fluktuieren und es dann erpressungsversuche der marke „ist ja eine hübsche ehe/beziehung, die du da hast, wäre doch schade, wenn die jetzt aufhört, weil dein partner von deinem bummsfidelen rumgeficke erfährt“ gibt. Dafür eventuell benötigte weitere daten werden sich in vielen fällen mit ausgesprochen einfachen suchen im fratzenbuch, bei spammedin, bei guhgell doppelplusgut oder anderen als S/M-angeboten getarnten dateneinsammelprogrammen auffinden lassen…

Das traurigste daran: bei einigen leuten muss es vermutlich wirklich erst so weh tun, damit ihr gehirn mal anfängt, ein kleines bisschen zu arbeiten. Es gibt nur einen wirksamen datenschutz, und der besteht in äußerster zurückhaltung bei datenpreisgaben. Dies gilt insbesondere bei unternehmungen, deren datensammlungen auch attraktive ziele für kriminelle sind. Dass euch das weder von den scheißjornalisten der scheißpresse, die von (und damit vor allem auch für) scheißreklameschaltungen lebt, noch von der verlogenen scheißreklame irgendwelcher scheißunternehmen gesagt wird, sollte euch nicht weiter überraschen. Wer sich von dieser ganzen scheiße sein gehirn zuscheißen lässt, kann allerdings scheißschnell eine scheißüberraschung erleben.

So, ich gehe jetzt kacken…

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich macht mal wieder einen dschobb als total investigativer jornalist — diesmal bei der springerpresse mit schlips — und hat dabei rausgekriegt, dass diese webseits, die vorgeben, fickfleisch zu vermitteln, vor allem eine üble, grenzkriminelle abzocke sind. Die überraschung über diese erkenntnis war so groß, dass empfindliche detektoren das beben im gesamten universum aufspüren könnten… :mrgreen:

Also leute: geht lieber in den puff! Da gibt es wenigstens etwas fürs geld und das geschäft ist klar…

Wie, ihr habt doch alle nichts zu verbergen?

Seit Donnerstag hat ein niederländischer Künstler am Heinrichplatz in Kreuzberg einen verglasten Container aufgestellt. In dem chattet er mit schwulen Männern über die in der Szene weit verbreitete Dating-App Grindr. Auf einer LED-Wand hinter ihm können Passanten die Kommunikation mitverfolgen: Alle Gespräche, die Profilnamen – sie sehen sogar die Profilfotos der Männer. Die Bilder waren zunächst kaum verfremdet und in Negativfarben zu sehen […] Parker T. sagte, für ihn sei das eine Demütigung gewesen, er habe sich hintergangen gefühlt. Er stürmte in den Container, versetzte dem Künstler einen Faustschlag und schmiss einen Tisch um. Die Passanten schauten weiter zu

Außer natürlich, wenns auf einmal so richtig aua ins eigene leben reinragt. Was meint ihr ganzen (auch heterosexuellen) menschen eigentlich, was für ein geschmeiß von menschen das ist, das euch bei den horch- und morddiensten ständig mitliest, mithört, mitglotzt?! Und was meint ihr wohl, was die sich anschauen werden, wenn sie sich in ihrem gut bezahlten, aber doch etwas öden dienst langweilen. Irgendwas zum aufbau einer mörderbande „islamischer staat“ oder zum aufbau einer mörderbande „nazjonalsozjalistischer untergrund“ scheint es ja nicht zu sein…

Parker T. sagte, er habe sich „digital vergewaltigt“ gefühlt. Er will Anzeige erstatten. Er hat seine Erfahrung auf Facebook geteilt

Na, dann ist ja alles gut! :mrgreen:

Däting-abzocke des tages: elitepartner

Hundertzehn nachrichten, die vor ablauf der widerrufsfrist an andere mitglieder… sorry, an „singels mit niewoh“… versendet werden, haben also einen „wert“ von stolzen 2.979 euro. Da ist es doch nur nett, wenn bei einer kündigung innerhalb der widerrufsfrist, mit denen wohl nach einigem umschauen im angebot die knapp dreihundert euro für 24 monate „mitgliedschaft“ gespart werden sollten, „nur“ 224,10 euro in rechnung gestellt werden. Ja, die meinen wirklich, dass jede nachricht 27,08 euro „wert“ ist. Tolle geschäftsidee dieser leute, die mit ihrer drecksreklame alles zupesten!