Wisschenschaft und „evidenzbasierte“ medizin des tages

So werden etwa vor der Hauptuntersuchung schon Teilnehmer ausgeschlossen, die stark auf ein Placebo, also eine wirkungslose Kontrollsubstanz, reagieren. Warum tut man das? Weil so die Wahrscheinlichkeit höher wird, dass das Medikament später eine stärkere Wirksamkeit zeigt als das Placebo

[…] manche Patienten in der Placebo-Gruppe verzeichnen zu Beginn der Hauptuntersuchung einen höheren Depressionswert, der aber durch den Medikamentenentzug ausgelöst wurde. Bei Personen in der Wirkstoff-Gruppe wiederum tritt kurz nach Beginn der Studie eine deutliche Verbesserung ein, denn die Vergabe von Antidepressiva beendet das Entzugssyndrom unmittelbar

Das geht noch „lustig“ so weiter. Auch weiterhin viel spaß beim festen vertrauen auf ärztebrut und farmazeutik, vor allem dort, wo es um die „psyche“ geht! Immer schön die süchtig machenden pillen fressen! Das sorgt auch für lange kundenbindung. Und immer fest an die wisschenschaft der gnädigen farmaindustrie glauben! Bloß nicht daran zweifeln, denn das ist im zweifelsfalls „mangelnde krankheitseinsicht“, und dafür haben hier in der BRD schon menschen einen vormund gestellt bekommen, der dann jahrelang im rechtsfreien raum über ihr leben entschied. Auf gar keinen fall auf die idee kommen, etwas am eigenen leben zu ändern, um besser mit seinem eigenen zustand leben zu können, denn damit lässt sich überhaupt kein geschäft machen!

Übrigens: in nahezu hundert prozent der ereignisse, die jornalisten dann einen „amoklauf“ oder einen „erweiterten selbstmord“ nannten, spielten moderne antidepressiva eine bedeutende rolle. Vor der gefahr der erhöhten suizid- und gewaltneigung wird sogar auf dem beipackzettel gewarnt. „Genau das, was ein depressiver mensch braucht“, denke ich in meinem zynismus immer unwillkürlich, wenn ich so etwas lese. Aber hej, kompjuterspiele sind voll gefährlich!!1!

Wischofon des tages

Moodpath:
Depressions-App mit Facebook-Tracker

Natürlich mit tollem zugesicherten datenschutz, geht ja um ein empfindliches tema. Auch weiterhin ganz viel spaß damit, dass es für alles eine äpp für eure wischofone gibt, auch wenn dabei eine schamlose, alles überwachende und vermarktwertende scheißkultur eingerissen ist. Dieses grundrecht einer menschenwürde ist an euch echt verschwendet, aber dafür wäre Erich Mielke so stolz auf euch gewesen.

Der massenmörder von nizza

Achtung, spekulazjon!

Der massenmörder von nizza, der mit einem LKW in einer menschenmenge rumgefahren ist, war nicht besonders religjös, aber dafür möglicherweise depressiv:

Er soll Drogen genommen, Alkohol getrunken und Schweinefleisch gegessen sowie seine Frau geschlagen und Moscheen gemieden zu haben. Religiös sei er nicht gewesen. Er soll ein Einzelgänger gewesen sein, so hätten seine Nachbarn gesagt, was dazu passen würde, wie viele der Attentäter und Amokläufer beschrieben werden. Einsam, verbittert, wütend, ohne Zukunft

Nicht, dass sich noch herausstellt, dass er wegen depressjonen in medizinischer behandlung war und mit fluoxetin medikamentiert wurde — ein mittel, dass lt. beipackzettel als gar nicht so seltene nebenwirkung intensive gewalt- und suizidfantasien hervorbringt, das aber trotzdem als relativ gut verträgliches psychofarmakon gern und oft verschrieben wird, auch von allgemeinmedizinern. In einigen staaten wird es sogar so oft verschrieben, dass die mit dem urin ausgeschiedenen abbauprodukte eine nennenswerte grundwasserbelastung sind, zum beispiel in großbritanjen und den allzeit freundlich-optimistischen USA…

Spekulation des tages

Inzwischen scheint es so gut wie sicher zu sein, dass der copilot des fluges 4U9525 den airbus gezielt zum absturz gebracht hat.

Achtung, sehr spekulatives gedankenspiel ohne verankerung in fakten: sind vor ein paar tagen 150 menschen an den nebenwirkungen eines häufig verschriebenen antidepressivums verreckt?

Solche fragen wird der scheißjornalismus niemals aufwerfen, der fragt lieber alle möglichen leute „wie fühlen sie sich“ und „rescherschiert“ durch interwjuhs mit pizzabäckern und frisören.

Psychjatrie des tages

Forscher arbeiten an neuen Tests, um das Vortäuschen von psychischen Beschwerden zu enttarnen. Versicherer wollen damit Rentenanträge überprüfen

Ist ja auch echt scheiße, wenns so viele verrentete psychoinvalide in der großen stampfedisko mit dem immer schneller werdenden rytmus der totalen verwirtschaftung gibt, da muss man doch gleich mal ein neues verfahren finden, um die zahlen wieder etwas kleiner zu machen. Wichtig dabei: wenns wie in der psychjatrie keine halbwegs objektiven verfahren gibt, werden halt ein paar fangfragen gestellt, um die leute damit zu überrumpeln. Jegliche ähnlichkeit zu gläserrücken, ouija-brettern oder mittelalterlichen gottesurteilen ist reiner zufall. Damits ein bisschen „wissenschaftlicher“ wirkt, lässt man die testergebnisse vom kompjuter auswerten. Schließlich wirkt ja auch ein horoskop viel „wissenschaftlicher“, wenns von einem kompjuter ausgedruckt wurde. Weil… müsst ihr wissen:

Urteile der Gutachter können sehr voneinander abweichen“, sagt Kobelt, „da vermögen ergänzende Tests schon auch Objektivität hineinzubringen.“

Auch weiterhin viel spaß beim glauben an die gutachten aus der gegenwärtigen parawissenschaft der psychjatrie! Und schön vergessen, wie Gustl Mollath (und den mindestens zehntausend unbekannten, die jetzt dauerhaft medikamentös lobotomiert und irgendwo im rechtsfreien raum weggesperrt sind) mitgespielt wurde!